Donnerstag | 31. Mai 2012 | 13:28 Uhr
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  • FILM REVIEW | Lucas, der Ameisenschreck
  • Lucas, der Ameisenschreck

    Familie, Animation | USA 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Der kleine Lucas hat es wirklich nicht leicht. Seine Mutter nennt ihn immer noch „Peanut“, seine große Schwester nervt gewaltig und gegen die Prügel der Jungen aus der Nachbarschaft, kann er sich auch nicht wehren, weil er zu klein ist. Und gerade deshalb lässt er seine Wut an denen aus, die noch kleiner sind als er, an den Ameisen auf der Wiese vor seinem Zuhause.

    Doch Größe ist eine Sache der Relation. Denn auch wenn Lucas in der Menschenwelt verlacht wird, ist er aus Sicht der Ameisen ein wahres Monster, das es zu bekämpfen gilt. Und weil besonders Ameisenzauberer Zoc nicht auf den Kopf gefallen ist, gelingt es ihnen mit Hilfe eines magischen Trunks, Lucas auf Ameisengröße zu schrumpfen.

    Plötzlich gar nicht mehr so stark findet sich Lucas bald im Bau vor dem Gericht der Ameisen wieder. Doch entgegen dem Wunsch der Kolonie, der Übeltäter möge gemeinschaftlich verspeist werden, entscheidet die Königin, Lucas solle sich dem Leben unter den Ameisen anpassen, um auf diese Weise seine Freiheit zurück zu erlangen.

    Zocs Freundin Hova erklärt sich freiwillig bereit, dem kleinen Menschenjungen das Leben einer Ameise näher zu bringen. Außerdem interessiert sie sich brennend für Details aus dem Menschenleben. Doch auch wenn sie sich ihre Aufgabe leicht vorgestellt hat, Lucas macht es ihr nicht gerade einfach. Nicht nur, dass er keine Wände hochklettern kann, ihm gelingt es auch nicht das 20-fache seines eigenen Körpergewichts zu tragen.

    So groß die körperlichen Unterschiede aber auch sein mögen, nach und nach lernt Lucas das Leben der Ameisen besser kennen. Aber auch die Gefahren, denen die Kolonie immer wieder ausgesetzt ist, erreichen für ihn eine ganz neue Dimension. Irgendwann muss er begreifen, dass ein Einzelner allein nicht weit kommt.

    Während für ihn die Begriffe „Teamgeist“ und „Verantwortungsgefühl“ erstmals eine richtige Bedeutung bekommen, droht seinen neuen Freunden eine Gefahr, wie sie schlimmer kaum sein könnte. Und das Schlimmste daran ist, dass er selbst derjenige ist, der Schuld an dieser Situation trägt. Nun muss Lucas beweisen, ob er die Lektionen der Kolonie wirklich begriffen hat.
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      • | FILMKRITIK

      • Die Faszination für Ameisen scheint ungebrochen. Und so werden sie wieder einmal zu Helden eines Animationsfilms. Stellenweise sehen sie zwar realisitischer aus als ihre Vorgänger, sind dabei aber nicht weniger niedlich. Nur dass die Lebenswelten von Mensch und Tier dieses Mal miteinander vermischt werden: „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ trifft auf „A Bugs Life“.

        Experten der Animationstechnik werden an der visuellen Ausgestaltung des Films vielleicht Kritik äußern, alle anderen werden mit dem, was sie zu sehen bekommen, zufrieden sein. Die Figuren wurden gleichermaßen fantastisch wie realistisch animiert und Details und Hintergründe solide ausgearbeitet. Im Vordergrund des Films steht aber nicht die visuelle Umsetzung, sondern die Dramaturgie.

        Und diese ist, angesichts einer ausgefeilten und in sich stimmigen Geschichte und einer ausgewogenen dramaturgischen Inszenierung, in der Tat gelungen. Spannung, Dramatik und Witz wechseln sich ab und sorgen für dauerhafte Unterhaltung. Und natürlich geht es auch in „Lucas der Ameisenschreck“ um die Vermittlung moralisch wertvoller Lehren.

        In diesem Fall sind sie sogar ausgesprochen komplex geraten. Zum einen gibt es sehr offensichtliche Aussagen in denen ganz kindgerecht vermittelt wird, dass es nicht richtig ist, die eigene Größe oder Stärke grundlos gegen Kleinere oder Schwächere auszunutzen. Außerdem lernt der kleine Lucas, was es heißt, zu einer Gemeinschaft zu gehören, Teamgeist zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Um schließlich die Schlussfolgerung zu ziehen: Viele Kleine, die sich zusammentun sind stärker als der einzelne Große.

        Gleichzeitig erzählt der Film aber auch die Geschichte eines Menschen, der – stellvertretend für seine gesamte Gattung – in eine ihm fremde Welt eintaucht und diese auch zu verstehen und zu respektieren lernt. Diese Kultur besitzt einen anderen politischen Aufbau, eine andere Geschichte, eine andere Kultur und eine andere Religion.

        Nachdem anfängliche Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut wurden, sind nicht nur Kommunikation, sondern auch gegenseitiges Verständnis und das Gefühl von Gemeinschaft möglich ohne dass eine der Seiten auf die eigene Lebensweise verzichten müsste. Inwiefern diese Aussage mit der heutigen politischen und gesellschaftlichen Situation zu tun haben könnte, darf jeder Zuschauer für sich entscheiden.
      • | FAZIT

      • Ein durchweg unterhaltsamer Film, bei dem sich weder Eltern noch Kinder langweilen werden. Und als Sahnehäubchen gibt es das Lehrstück über eine mögliche Lösung kultureller Konflikte noch obendrauf.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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