FILM REVIEW | Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden
Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden
Science Fiction,
Komödie
| Großbritannien 2006
| INHALTSANGABE
Der Film beginnt im Jahr 2005. Ein Filmemacher trifft im Büro einer kleinen Produktionsfirma mit den beiden Männern Ray Santilli und Gary Shoefield zusammen. Die beiden haben ihn mit dem Versprechen hergelockt, ihm eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen. Und zwar eine von der Sorte, mit der man – bei richtiger Vermarktung – wirklich reich werden kann.
Diese Geschichte nimmt ihren Anfang im Jahr 1995. Ray und Gary sind seit ihrer Kindheit miteinander befreundet. Während Gary, ein ausgebildeter Jurist, als kleiner Büroangestellter für eine Biscuit-Fabrik arbeitet, will Ray in Amerika das große Geld machen. Ihm schwebt vor, private Erinnerungsstücke an einen vergessenen Konzertauftritt Elvis Presleys zu sammeln und – sofern sie keinem Copyright unterliegen – zu vermarkten. Gary soll dabei für die entsprechende rechtliche Absicherung sorgen.
Auf diese Weise kommt Ray in Kontakt mit Harvey, einem ehemaligen Kameramann des US-Militärs. Und der hat ihm neben einem Konzertmitschnitt noch eine weitere Rarität anzubieten. Ein Film, der vor 48 Jahren in Roswell von ihm gedreht wurde und nur durch Zufall noch immer in seinem Besitz ist. Zu sehen ist auf diesem Film die Bergung eines außerirdischen Wesens aus einem abgestürzten Raumschiff.
Für 30.000 Dollar bietet Harvey Ray den Film zum Verkauf an. Geld, das sich dieser vom sowohl spleenigen als auch gewalttätigen Millionär Laszlo Voros leiht. Wieder zuhause, den Film im Gepäck, haben Ray und Gary allerdings schnell ein Problem. Die wertvolle Filmrolle ist nach jahrzehntelanger falscher Lagerung von Pilzen befallen und zerstört sich nun selbst. Und das innerhalb kürzester Zeit.
Nun haben sie keinen Film mehr und dafür 30.000 Dollar Schulden. Um der Wut des zunehmend ungeduldigen Laszlo Voros zu entgehen, kommen sie auf eine absurde Idee. Gemeinsam mit Freunden stellen sie die von Ray beobachteten Filmszenen in Eigenregie nach. Und das Unglaubliche geschieht. Nicht nur Laszlo Voros glaubt dem, was er sieht. Der Film löst auf der ganzen Welt ungeahnte Reaktionen aus. Und damit beginnt das Abenteuer für Gary und Ray erst.
WERBUNG
| FILMKRITIK
So absurd sich die Handlung des Films auch anhören mag, sie basiert auf einer wahren Geschichte. Ray Santilli und Gary Shoefield gibt es tatsächlich, ebenso wie den Film über die Alien-Autopsie, der seit über zehn Jahren durch die Medienwelt geistert. Ebenso entspricht es der Realität, dass die beiden den Roswell-Mythos in bare Münze verwandeln konnten.
Dieser Film dürfte dasselbe Ziel haben, nur ob er es erreichen wird, ist fraglich. Der Stoff selbst hätte das Potential für eine unterhaltsame Komödie oder für eine Mediensatire. Dieses Potential wird allerdings nicht ausgeschöpft. Insbesondere die Vorbereitung der „Alien-Autopsie“ und der anschließende Dreh derselben geraten überaus kurz und driften bisweilen sogar in Klamauk ab.
Auch wenn „Alien Autopsie“ keine Mediensatire geworden ist, so ganz will der Film nicht darauf verzichten, die willige Medienwelt mitsamt ihrem gläubigen Publikum der Lächerlichkeit anheim zu geben. Und so sitzen die geschminkten UFO-Jünger gebannt im Kino und glauben, was sie glauben wollen. Mitten unter ihnen ein – betont auffällig platziertes – Mädchen, dessen Ähnlichkeit mit dem Alien auf der Leinwand geradezu erschreckend ist. Sie sind eben schon längst unter uns, man muss nur genau hinsehen.
Filmtechnik ist hier bloßes handwerkliches Mittel, um nach dem Baukastenprinzip Szene für Szene glatt und unauffällig aneinander zu fügen. Als glatt und unauffällig können auch das Drehbuch und die Schauspieler umschrieben werden. So kommt zum Beispiel zu keinem Zeitpunkt Spannung auf, weil durch die Rahmenhandlung bereits sichergestellt ist, dass die Akteure heil und reich aus der Sache rauskommen.
Während der Film den einen Mythos entlarvt, will er gleichzeitig einen neuen erschaffen, indem er die Existenz eines anderen und garantiert„echten“ Roswell-Films propagiert. Nur wirklich interessieren wird das wohl kaum einen Zuschauer, dafür ist die Handlung des Films nicht hintergründig und subtil genug. Sicher ist „Alien Autopsy“ kein Film, bei dem man sich ernsthaft langweilt, es ist aber auch keiner, der im Gedächtnis haften bleibt.
| FAZIT
Ein mäßig unterhaltsamer Film über die Entlarvung des Roswell-Aliens, der nicht unbedingt im Gedächtnis haften bleibt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung