Im Golfkrieg von 1991 geraten amerikanische Soldaten unter der Führung von Captain Marco in einen Hinterhalt, und nur der Heldenmut von Sergeant Raymond Shaw allein rettet den Trupp. Oder nicht? Marcos nächtlichen Träume von Gehirnwäsche und Gedankenmanipulation widersprechen seinen Erinnerungen an Shaws Heldentat, und als Shaw zum Kandidaten für das Vizepräsidentenamt der USA gewählt wird, beginnt Marco nachzuforschen: Was ist damals im Wüstensand wirklich geschehen? Steckt dahinter ein raffinierte Plan, ein Komplott, um die Regierung des mächtigsten Staates der Welt zu unterwandern?
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| FILMKRITIK
„Botschafter der Angst“ von 1962 ist ein von John Frankenheimer inszenierter Thriller über die diffusen Ängste der westlichen Welt in der Zeit des Kalten Krieges, Angst einerseits vor kommunistischer Unterwanderung, Angst andererseits von faschistischen Tendenzen im Kampf gegen den sowjetischen Feind, wie sie in den 1940er und 1950er Jahren in dem Kommunistenjäger Joseph McCarthy verkörpert wurden.
Jonathan Demmes Remake des Klassikers kommt zur rechten Zeit: Es herrscht in der Gegenwart eine große Verunsicherung im Denken und Fühlen der Menschen, Ängste vor Terrorismus, vor Militarisierung, vor Globalisierung beherrschen den Zeitgeist. Ähnlich, wie es Frankenheimer mit dem Original-„Manchurian Candidate“ geschafft hat, könnte auch heute ein Film die Ängste der Menschen packen, um daraus ein berauschendes Destillat der Paranoia zu brauen, das den Kinozuschauer suggestiv fesselt.
Doch Jonathan Demme hat seine Chance vergeben. Vor über 10 Jahren hat er es geschafft, mit seinem „Schweigen der Lämmer“ die frei schweifenden Ängste der Menschen auf die Leinwand zu bannen; mit „Der Manchurian Kandidat“ ist ihm zwar ein zuweilen spannend erzählter Thriller gelungen, der freilich das Publikum recht kalt lässt. Die Zutaten sind vorhanden: Ein profitgieriger internationaler Konzern, Gedankenmanipulationen, ein schmutziger Wahlkampf um das Präsidentenamt, das ödipale Verhältnis eines schwachen Sohnes zur dominierenden Mutter, die das Kernstück der amerikanischen Familie, des amerikanischen Mythos von der Unverletzlichkeit des Heimes bildet. Doch der Film ist nicht richtig zubereitet, er schafft es nicht, die Ängste, die er anspricht, im Zuschauer spürbar zu machen, die Saiten, die er anspielt, klingen nicht nach. Denn der Film ist zu glatt inszeniert, zu eingängig in der Erzählweise und in der Figurenzeichnung, als dass er wirklich den Anschein erwecken könnte, etwas mit dem Leben des Zuschauers zu tun zu haben.
Damit verwirkt er die Möglichkeit, etwas auszusagen über die heutige Zeit, über das Denken und Fühlen der Menschen in der westlichen Welt. Es ist eben so, dass der ursprüngliche Film, Frankenheimers „Botschafter der Angst“, im Grunde kein Update benötigt, denn in ihm sind die damaligen wie die aktuellen Ängste auf eine Weise angeschnitten, dass sie im Zuschauer eine wunderbare, unheimliche Unbehaglichkeit erzeugen.
| FAZIT
Jonathan Demmes Thriller spricht viele Ängste an, die den Zeitgeist bestimmen, aber es gelingt ihm nicht, im Zuschauer die nervöse Unbehaglichkeit zu erzeugen, die er benötigen würde.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung