Abenteuer,
Familie,
Komödie,
Animation
| Australien / USA 2006
| INHALTSANGABE
Tief in der Antarktis, im Reich der Kaiserpinguine: Während Norma Jean auf Futtersuche ist, verliert Memphis nur für einen kurzen Augenblick das Ei, das er unter seinem Federkleid vor der Kälte schützt. Angstvoll wartet er nun auf das Schlüpfen, um zu sehen, ob sein Küken Schaden genommen hat. Und der kleine Mumble, der sich schließlich aus der Schale befreit, ist in der Tat ein ungewöhnlicher Pinguin.
Denn der Kleine ist äußerst zappelig. Seine Füße scheinen ein steppendes Eigenleben zu führen, es fällt ihm überaus schwer, sie still zu halten. Doch was für die stolzen Eltern am Schlimmsten ist: Mumble kann nicht singen. Und dabei weiß jeder Pinguin, dass diese Fähigkeit unerlässlich ist, will man seinen Lebenspartner finden und Küken bekommen. Und dann verliebt sich Mumble auch noch ausgerechnet in Gloria, eine Sängerin, die von allen angebetet wird.
Weil sein heiseres Krächzen die allgemeine Harmonie stört, wird Mumble aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Doch dann trifft er durch einen Zufall auf eine Gruppe Adelie-Pinguine. Die sind ganz begeistert von Mumbles Tanzkünsten und wollen ihm helfen, die schöne Gloria für sich zu gewinnen. Und der Plan scheint tatsächlich aufzugehen. Von den heißen Rhythmen angestachelt, begeistern sich die jungen Kaiserpinguine für Mumbles Stepptanz.
Doch das geht dem alten Noah endgültig zu weit. Für ihn ist Mumble ein Pinguin, den es loszuwerden gilt. Denn in dessen abnormen Verhalten sieht er den Grund, dass es in ihren Fanggründen immer weniger Fische gibt. Und so wird Mumble gezwungen, sein Zuhause und damit auch Gloria, zu verlassen. Um zurückkehren zu können, muss er die wahre Ursache für die ausbleibenden Fische finden. Und er ahnt auch schon, wo er eine Antwort auf dieses Rätsel findet: Bei den geheimnisvollen „Aliens“... .
WERBUNG
| FILMKRITIK
In der Welt des Animationsfilms spielt der Niedlichkeitsfaktor bisweilen eine große Rolle. In diesem Fall wird er hin und wieder auf die Spitze getrieben. Immerhin bevölkern steppende, rappende und singende Pinguin-Babys das Bild. Glücklicherweise hat der Film aber noch mehr zu bieten.
Zum Beispiel lässt sich an ihm besonders gut sehen, wie stark sich der Animationsfilm in den letzten Jahren weiterentwickelt hat, denn der Blick wird in den nahezu ausnahmslos weiß-blauen Hintergründen nicht durch bloße Farbigkeit abgelenkt. Nur unter Zuhilfenahme von Licht- und Schatteneffekten werden die Schnee- und Eislandschaften der Antarktis in geradezu fotorealistischer Weise animiert. Da wirken dann auch die Realaufnahmen der Menschen, welche in die animierten Bilder integriert werden, nicht übermäßig befremdlich.
Dass die Pinguine an diesen Realismus nicht ganz heranreichen, liegt vor allen Dingen daran, dass sie nach wie vor individuelle Merkmale benötigen, um den Wiedererkennungseffekt zu gewährleisten. Und dieser ist im Gewusel hunderter Pinguine defintiv notwendig. Trotz dieser bewussten Abweichungen von der Realität, legten die Gestalter von „Happy Feet“ viel Wert auf eine detailgetreue Darstellung ihrer Figuren. Und das auch in Bereichen, die den Zuschauern auf den ersten Blick wohl gar nicht auffallen werden. Wer achtet schließlich darauf, ob ein Federkleid in reeller Zeit zu trocknen beginnt?
Es gibt zwei deutlich voneinander abgegrenzte Haupterzählstränge. Wird zunächst die Geschichte eines Außenseiters erzählt, der versucht, seine große Liebe zu erobern, wird der Film mehr und mehr zur Odyssee eines Ausgestoßenen, der bereit ist, das Äußerste zu riskieren, um in die Gesellschaft integriert zu werden. Denn auch wenn es vielleicht den Anschein hat, es gehe ihm darum, selbstlos sein Volk zu retten, ist der eigentlich Antrieb für sein Handeln wohl eher egoistischerer Natur.
Diese Einschränkung seiner Heldenrolle unterstützt durchaus die Sympathie, die man für den jungen Pinguin Mumble aufbringt. Charakterstark erweist er sich schließlich auch, wenn er deutlich macht, dass er sich nicht verbiegen oder verändern wird, um anderen zu gefallen. Er, der anderen mit Offenheit und Toleranz begegnet, erwartet diese Behandlung auch für sich selbst.
Aber die moralischen oder kritischen Aspekte sind – abgesehen vielleicht von der offensichtlichen umweltpolitischen Anklage – nicht eigentlicher Mittelpunkt des Films. Das animierte Musical mit namhaften Stars in der Originalbesetzung will in erster Linie unterhalten. Und diese bisweilen rasante Unterhaltung drängt sich vor allem durch die Begegnung Mumbles mit den Adelie-Pinguinen in den Film. Denn die können weder ihre Leidenschaft noch ihren Schnabel im Zaum halten, was dazu führt, dass zunehmender Wortwitz die Dialoge beherrscht.
Leider gelingt es dem Film nicht immer Dramatik und Komik in ausgewogener Weise zu präsentieren. Der Handlungsverlauf wird durch einige Erzählsprünge irritiert und auch die Geschichte selbst weist kleinere Lücken auf. Doch insgesamt betrachtet liefert „Happy Feet“ gute Unterhaltung für die ganze Familie und das auf hohem Animations-Niveau.
| FAZIT
Das Animations-Musical mit Niedlichkeitsgarantie liefert gute Unterhaltung für die ganze Familie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung