Roddy St. James lebt in einer Villa des Londoner Stadtviertels Kensington. Und er weiß, dass er eine ganz besondere Maus ist. Er lebt in einem goldenen Käfig, spielt in seiner Freizeit gerne Beach-Volleyball und Golf und weiß sich tadellos zu benehmen. Nur ein wenig langweilig ist es ihm so allein in dem großen leeren Haus, denn seine „Familie“ ist in den Urlaub gefahren und hat ihn zurückgelassen.
Und trotzdem freut sich Roddy nicht, als ihm plötzlich eine fette Kanalratte Gesellschaft leistet. Denn dem verdreckten Störenfried fällt nichts besseres ein, als Roddy per Toilette in die Unterwelt zu spülen. Doch so ekelerregend wie es auf den ersten Blick scheint, ist es dort unten gar nicht. Roddy trifft auf Rita die ihm verspricht, ihn zurück an die Oberwelt zu bringen, wenn er ihr hilft, einer fiesen Kröte den Diamanten abzuluchsen, der ihrer Großfamilie gestohlen wurde.
Der Diamant ist schnell wieder in den rechtmäßigen Händen. Doch die Häscher sind ihnen bereits auf den Fersen. Seltsamerweise auch dann noch, als der Diamant vor aller Augen in tausend Glassplitter zerspringt, sich also ganz offensichtlich als Fälschung entpuppt. Fast zu spät merken Roddy und Rita, dass die Kröte sie aus einem ganz anderen Grund verfolgt. Und dass ihr dabei alle Mittel recht sind.
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| FILMKRITIK
Mit „Wallace & Gromit“ wurde einst eine ganz eigene Knet-Ästhetik geschaffen. Mit „Chicken Run“ wurde sie auf Spielfilmlänge ausgewellt und mit „Flushed Away“ wagt sie nun den Schritt in die Computer-Animation.
Diese Methode verspricht zwar einen wesentlich geringeren Arbeitsaufwand, nur geht leider auch der Charme der Knete verloren. Glücklicherweise saßen bei „Flushed away“ aber auch die Macher von „Shrek“ mit im Boot, um diesen Verlust mit einem Gewinn ganz anderer Art auszugleichen.
Denn wie man es aus „Shrek“ kennt, wimmelt es hier nicht nur vor Film- und Genrezitaten sondern auch vor kleinen, feinen Absurditäten und ziemlich vielen singenden Schnecken. Britische Lässigkeit und Selbstironie wurden zwar zurückgeschraubt, sind aber glücklicherweise nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden. und spätestens wenn es im WM-Endspiel England-Deutschland 3:1 für England steht, wissen die Zuschauer: In diesem Film ist nichts unmöglich.
Erfrischenderweise geht der Film sparsam mit moralischen Attitüden um und nimmt selbst nicht allzu ernst. Zwar wird hier auch ganz nebenbei erzählt, dass Geld allein nicht glücklich macht, Freunde dagegen schon, doch dieser Handlungsfaden steht niemals im Mittelpunkt. Genausowenig wie die scheinbar beginnende Liebesgeschichte der beiden Helden. Ein Happy End zwischen ihnen wird gar nicht erst erzählt.
Viel wichtiger sind da schon die zahlreichen Verfolgungsjagden in den Kloaken Londons, bei denen besonders die verblödeten Verfolger für Kurzweil sorgen. Dabei handelt es sich endlich mal wieder um einen animierten Film, der sich um keinerlei Realitätsnähe bemüht. Das bedeutet auch, dass die animierten Gestalten cartoonhaft überzeichnet werden und sich in bester Slapstick-Manier benehmen dürfen.
Die eingeschworene Fangemeinde der traditionellen Aardman-Knetfilme wird sich von ihren computer-animierten Verwandten wohl kaum beeindrucken lassen. Den Oberflächen fehlen die Fingerabdrücke und den Figuren der Charme. Dennoch ist „Flushed away“ gut geeignet für kurzweilige Unterhaltung für die ganze Familie.
| FAZIT
Die versuchte Mischung aus „Wallace & Gromit“ und „Shrek“ sorgt für kurzweilige Unterhaltung.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung