Nachdem sich seine Frau das Leben genommen hat, ist Elmer „Buster“ Robinson (John Travolta) unfähig seiner bisherigen Arbeit als Cop des Morddezernats weiter nach zu gehen. Er versteckt sich hinter dem Schreibtisch und nimmt fortan nur noch Telefonanrufe entgegen.
Mit seinem Sohn kommt er auch nicht mehr klar, Eddie (Dan Byrd), kann den Verlust seiner Mutter nicht verkraften. Und unter keinen Umständen darf er wissen, dass sich zwischen seinem Vater und dessen Kollegin Rene Fodie (Laura Dern) eine Romanze anbahnt.
Erst nachdem Robinson von seinem Kollegen Reilly (Scott Caan) aus purem Sadismus an den Tatort einer jungen Selbstmörderin geholt wird, erwacht der Polizist aus seiner Lethargie. Er ahnt, dass mehr hinter dem Selbstmord steckt. Seine Kollegen, allen voran sein Partner Charles Hildebrandt (James Gandolfini), missverstehen Robinsons Engagement allerdings als Aufarbeitung seiner eigenen Erlebnisse.
Doch es tauchen mehr und mehr Indizien dafür auf, dass die Tote Opfer des Schwindlers und Charmeurs Ray Martinez Fernandez (Jared Leto) geworden ist, der sein bisheriges Leben damit finanzierte allein stehende Frauen auszunehmen. In ihrem Abschiedsbrief erwähnt die Tote, dass sie von Ray schwanger ist und gibt als Grund für ihren Suizid an, dass sie ihn mit seiner Schwester beim Sex erwischt hat.
Hildebrandt ist noch immer skeptisch, für ihn gibt es bis dahin keine Straftat. Doch Robinson will nicht aufgeben. Für ihn wird der Fall zur Passion.
Die weiteren Ermittlungen ergeben, dass diese vermeintliche Schwester, Rays Geliebte Martha Beck (Salma Hayek) ist. Die beiden lernten sich kennen, als Ray auch Martha ausnehmen wollte, doch sie hatte ihn sofort durchschaut. Weil sich Ray in sie verliebt, bleiben die beiden zusammen und bald entsteht ein obskures Abhängigkeitsverhältnis, das bis an die Grenzen des Wahnsinns reicht.
Die Situation eskaliert, als Ray längere Zeit um die vermögende Witwe Janet Long (Alice Krige) buhlt. Martha kann sich vor Eifersucht nicht beherrschen und tötet Janet.
Fortan hinterlässt das Pärchen eine blutige Spur durch die Staaten, immer auf der Suche nach einsamen Frauen, die über Kontaktanzeigen nach der Liebe ihres Lebens suchen.
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| FILMKRITIK
Basierend auf der wahren Geschichte der ‚Lonely Hearts Killers’, die in den vierziger Jahren mehrere Menschen töteten, erzählt Regisseur und Drehbuchautor Todd Robinson die Geschichte seines Großvaters des Polizisten Elmer Robinson.
Elmer Robinson leitete damals tatsächlich die Ermittlungen gegen das mörderische Paar und erzählte seinen Enkelkindern oft aufregende Geschichten aus seiner Zeit als Polizist.
Sein Enkel Todd verstand es nun aus diesen Geschichten eine faszinierende ‚True Crime’ Geschichte zu weben, die vor allem durch den hervorragenden Cast brilliert.
Während Travolta und Gandolfini, die hier bereits das vierte Mal gemeinsam vor der Kamera stehen, solide Leistungen absolvieren, vor allem Travolta sticht hier heraus, sind es vor allem Hayek und Leto, die dem Film den letzten Schliff verleihen.
Gerade Salma Hayek, die zuletzt in Bandidas nicht gerade ihre schauspielerische Einzigartigkeit unter Beweis stellte, spielt hier alle anderen an die Wand. Zwar mit furchtbaren blauen Kontaktlinsen ausgestattet, erzählt sie auf subtile Art und Weise die erschreckende Geschichte von Martha Beck, die schon als Jugendliche von ihrem Bruder vergewaltigt wurde. Sie ist aus dieser Geschichte nicht unbeschadet heraus gekommen und letztendlich ist eigentlich sie diejenige, die der Geschichte des Betrügerpärchens die brutale Wendung gibt.
Jared Leto als Raymond Fernandez zeigt sich ungewohnt unattraktiv, mit lichtem Haar und Toupet, der mit schalen Sprüchen einsame Frauen aufreißt und nach der Plünderung ihrer Konten wieder fallen lässt. Es faszinierend mit anzusehen, wie er in Martha seine Meisterin findet und letztendlich von ihr bis hin zum Wahnsinn korrumpiert wird.
Anders als zuletzt in Brian De Palmas Black Dahlia, ist Lonely Hearts Killers nicht nur im Polizistenalltag der vierziger Jahre angesiedelt, sondern zeigt immer wieder die Perspektive des Killerpärchens. Es liegt in der menschlichen Natur sich vom Bösen angezogen und fasziniert zu fühlen, aber gleichzeitig die Sympathien für die gute Seite aufzubewahren. Robinson hat dies verstanden und zeichnet durch die narrativen Sprünge ein sehr komplexes Bild.
Während der Film am Anfang noch komödiantische Momente hat, oft aufgrund der ausgezeichnet geschriebenen Dialoge, kippt die Atmosphäre nach zwei Dritteln des Filmes. Es ist der Moment, an dem Martha durch ihre wahnsinnige Liebe Ray dazu bringt ein Opfer zu erschießen. Ray begeht hier seinen ersten Mord, zuvor war er immer nur der betrügerische Gigolo, der es aber nie auf die Leben seiner Opfer abgesehen hatte. Martha tickt ganz anders, und drückt Ray irgendwann ihre Lebensart auf. Ab diesem Zeitpunkt wird Lonely Hearts Killers immer düsterer um schließlich wie schon am Anfang des Filmes gezeigt, im Gefängnis Sing Sing zu enden.
| FAZIT
Wundervoller schwarzer Thriller mit einigen absurd-komischen Momenten.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung