FILM REVIEW | Schweinchen Wilbur und seine Freunde
Schweinchen Wilbur und seine Freunde
Familie,
Komödie
| USA 2006
| INHALTSANGABE
Wilbur ist ein Frühlingsschwein und das letzte von elf Geschwistern. Er ist aber zu klein und findet keinen Platz neben den vielen hungrigen Schweinchen. Der Bauer muss ihn also töten, so ist das Leben auf dem Land nun mal.
Aber Fern seine Tochter, kommt gerade noch rechtzeitig um ihn vor dem Beil zu retten. Sie verspricht von nun ab für Wilbur zu sorgen. Dieser Aufgabe kommt sie mit Fleiß nach, das Schweinchen ist ihre Puppe, ihr Stofftier und ihr Baby in einem. Beide lieben sich heiß und innig.
Doch Frühlingsschweine werden gewöhnlich im Herbst geschlachtet und Wilbur muss noch einige Male um sein Leben fürchten und beweisen, dass er ein ganz besonderes Schwein ist. Er will nämlich den ersten Schnee sehen.
Im Stall, wo er in der Zwischenzeit wohnt, hat er unter all den anderen Tieren eine wirkliche Freundin gefunden. Charlotte ist allerdings eine Spinne und sie hat ihm versprochen, alles zu tun, um sein Leben zu retten.
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| FILMKRITIK
„Schweinchen Wilbur und seine Freunde“ wurde nach einem amerikanischen Kinderbuchklassiker verfilmt. Im Film sind die meisten der Tiere nicht animiert sondern echt und ihnen wurde nur streckenweise etwas nachgeholfen, damit sie zum Beispiel sprechen können. Die Spinne ist komplett animiert und somit das von der Realität am weitesten entfernte Tier, sie hat menschliche Augen bekommen und somit eine richtige Mimik. Anders wäre eine Spinne als Sympathieträger wohl nicht möglich gewesen.
Die Verfilmung ist in manchen Teilen in der märchenhaften Form belassen, der Erzähler des Buches wurde auch verwendet. Die Bilder, vor allem von dem kleinen Tal, in dem die Bauernhöfe von Ferns Familie sind, werden artifiziell verfremdet. Mit Farbfiltern entsteht eine kitschige Idylle des ländlichen Maine.
Die Spinne Charlotte verhindert, dass der Film in seichten Gewässern strandet. Zu emotional überladen wäre er dann geraten. Sie bringt eine existentielle Note mit ein. Sie ist weise und Wilburs einzige mütterliche Vertraute und klärt das kleine einsame Schweinchen über das Leben und dessen Ende auf. Mit ihrem Schicksal nimmt sie vorweg, was Wilbur erspart bleibt.
Die Menschen rücken zunehmend in den Hintergrund und machen Platz für die Gemeinschaft der Tiere im Stall und Wilbur wird so zum Stellvertreter für alle Menschenkinder und geht die ersten Schritte in seine Selbständigkeit.
Die Darstellung des Wilbur ist den Machern des Films auf sehr rührende Weise gelungen. Sein Anblick, und dabei reicht eine Ansicht von hinten, genügt, um an seine missliche Lage zu erinnern. Wie er dasitzt, den Kopf schräg hält und die Ohren aufstellt erzeugt einen unglaublich emotionalen Sog.
Während für einige Szenen ein echtes Schwein gefilmt wurde, ist vor allem bei den Großaufnahmen bei der Mimik nachgeholfen worden. Diese Mixtur zwischen vermenschlichten Zügen und „realem Schwein“ ist überzeugend.
Am Ende des Films hält man es nicht mehr für möglich, dass Schweine für gewöhnlich nicht fühlen können und ihre Emotionen nicht direkt auf dem Gesicht widerspiegeln. Aber wer weiß das schon wirklich?
„Schweinchen Wilbur und seine Freunde“ ist ein Kinderfilm aus Hollywood und wie könnte es da anders sein, als dass alle emotionalen Register gezogen werden?
Kleine Botschaften, zum Beispiel die Wichtigkeit von Freundschaft und Zusammenhalt oder das Lernen der Endlichkeit des Lebens und dem Akzeptieren von äußerlich abstoßenden Außenseitern, sind unter der visuell sehr glatten Oberfläche zu finden.
| FAZIT
Rührender, süßer Film mit existentieller Note über ein kleines Schwein, das immer wieder um sein Leben bangen muss und seine Freunde die ihm helfen es zu retten.
Ein Film, der wohl einige Vegetarier hervorbringen wird.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung