Chris Gardner verkauft in San Francisco Geräte zur Messung der Knochendichte. Das Geschäft läuft schlecht, denn die Geräte sind vielen Ärzten zu teuer. Seine Frau Linda arbeitet Doppelschichten in einer Wäscherei, doch die Miete und die Tagesstättengebühr für den fünfjährigen Sohn Christopher können nicht mehr bezahlt werden. Eines Tages verlässt Linda mit dem Sohn ihren Mann. Doch Chris will sich den Sohn nicht nehmen lassen. Linda gibt nach und zieht alleine nach New York.
Chris erfährt durch Zufall von einem Praktikum für Börsenmakler: Wenn er die Bewerbung schafft, ist er einer unter 20 Auszubildenden, von denen nach sechs Monaten nur einer den Job als Börsenmakler kriegt. Chris setzt seinen ganzen Willen ein, um das Praktikum zu kriegen, obwohl es mit ihm steil bergab geht: Der Vermieter kündigt, das Finanzamt zieht die Schulden von seinem Konto ein. Tagsüber arbeitet Chris wie besessen, um fünf Uhr aber steht er stets mit seinem Sohn in der Schlange eines Obdachlosenasyls. Denn dann werden die letzten Betten für die nächste Nacht vergeben.
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| FILMKRITIK
„Das Streben nach Glück“ ist eine dieser amerikanischen Erfolgsgeschichten vom Tellerwäscher, der Millionär wird. In den beiden Hauptrollen spielen Will Smith und sein Sohn Jaden Christopher Syre Smith. Der Film ist für sein abgegriffenes Thema erstaunlich gelungen. Dafür sorgt zum einen die lebendige, spannende, unverblümte Inszenierung des italienischen Regisseurs Gabriele Muccino. Zum anderen liegt dem Film eine wahre Geschichte zugrunde, was man ihm anmerkt, und außerdem wirkt es originell, die bekannte Story der geplagten Alleinerziehenden, die ja in der Regel Mütter sind, einmal auf eine Vater-Sohn-Variante zu verlagern.
Die Geschichte spielt im San Francisco des Jahres 1981. Die Kluft zwischen Armen und Reichen wächst in der angehenden Reagan-Ära. Während die Schlangen vor dem Obdachlosenheim immer länger werden, fahren die Reichen im Cabrio vorbei oder beziehen ihre Privatloge im Footballstadion. Chris Gardner hat keine Universität besucht, doch als er hört, dass im Grunde jeder Börsenmakler werden kann, sieht er sofort die Chance, in die Welt der Reichen einzutreten. Schließlich weiß er, dass er intelligent ist und gut mit Menschen umgehen kann.
Diese Gaben nutzt er beharrlich, um die unnahbaren Chefs der Börsenmaklerfirma Dean & Witter persönlich von sich zu überzeugen. Bald sitzt er im Auto des einen, bald überzeugt er den anderen im Bewerbungsgespräch. Und das, obwohl er ohne Anzug und direkt aus dem Gefängnis kommt, weil er die Strafzettel als Falschparker nicht bezahlt hat. War Chris früher eher haltlos und unzuverlässig, wächst er auf einmal über sich hinaus.
Das Verhältnis zu seinem Sohn ist nicht konfliktfrei. Chris ist abgearbeitet, der Verzweiflung nahe und der Sohn muss seine Gereiztheit ertragen. Aber die Beziehung wächst mit den Anforderungen: Es gibt wertvolle Momente, als Chris seinen Sohn im Obdachlosenasyl wäscht, oder ihm die Nacht in einer Toilettenanlage mit einem Märchenszenario verschönert.
Zu den Stärken der Inszenierung gehört die kontrastreiche Gegenüberstellung der beiden Welten, in denen Chris schwimmen muss: Die Obdachlosen ohne Schlafplatz gegen die Geschniegelten im Börsenmaklerbüro. Der gehetzte, mittellose Vater, der rennt, um etwas zu verkaufen, rennt, um sein Kind aus der Tagesstätte abzuholen, gegen seine reichen Kunden, die sich auf den Feierabend freuen. Spannend wirken auch die Erzählungen von Chris aus dem Off, der sein Leben in einzelne Stationen unterteilt und dabei den amerikanischen Traum reflektiert.
Will Smith schafft es, Chris ohne störendes Pathos als einen Mann mit dem Rücken zur Wand darzustellen, der Aberwitziges schafft und sich dieser Gratwanderung stets bewusst ist. Auch Linda, die bald aus der Geschichte verschwindet, wird von Thandie Newton glaubhaft als warmherzige Mutter gespielt, der die Belastungen zu viel wurden. Dass sie ihren Sohn dem Vater überlässt, wird ihr nicht als Versagen angekreidet. Schön auch, dass Gabriele Muccino es bei aller unbeschönigten Darstellung versteht, Witz und Absurdität in die Geschichte einzuflechten, etwa den Running Gag mit den Hippies, die Chris’ medizinische Geräte stehlen.
| FAZIT
Spannende Variante des amerikanischen Traums: Will Smith als alleinerziehender Obdachloser, der eine Ausbildung zum Börsenmakler macht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung