Thriller,
Drama
| Frankreich / Großbritannien / Südafrika / USA 2006
| INHALTSANGABE
Patrick Chamusso hat ein angepasstes Leben im Südafrika der 1980er Jahre. Er ist Vater von zwei Töchtern, verheiratet mit der hübschen Precious, leitet ein erfolgreiches Jugend-Fußballteam und arbeitet als Vorarbeiter in einer großen Ölraffinerie. Vor dem diskriminierenden Apartheid-Regime verschließt er die Augen, mit dem aufkeimenden Widerstand möchte er nichts zu tun haben, um sich und seine Familie nicht zu gefährden.
Doch dann wird er plötzlich verdächtigt, einen Anschlag auf die Ölraffinerie begangen zu haben. Ohne Rechtsbeistand und ohne Anklage wird er von der Sicherheitspolizei in Gewahrsam genommen und gefoltert. Angeführt wird die Sicherheitsabteilung von Colonel Nic Vos. Er ist fest davon überzeugt, Patrick Chamusso sei Mitglied der Widerstandsorganisation „African National Congress“ (ANC).
Als Patrick auch nach mehrtägiger Gefangenschaft immer noch seine Unschuld beteuert, wird seine Frau Precious ebenfalls eingekerkert und der Folter ausgesetzt. Aus Verzweiflung heraus, gesteht Patrick die Tat – allerdings in einer Weise, die Nic Vos beweist, dass er den wahren Täter noch nicht gefasst hat. Patrick und Precious werden freigelassen.
Anstatt nun sein bisheriges Leben wieder aufzunehmen, fasst Patrick den Entschluss, sich der ANC anzuschließen und das Apartheid-Regime aktiv zu bekämpfen. Alias „Hot Stuff“ soll er einen erneuten Anschlag auf die Ölraffinerie verüben. Dabei ist ihm Nic Vos, der Mann, der ihn erst in den Widerstand gedrängt hat, stets auf den Fersen.
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| FILMKRITIK
Die Hauptfigur des Films – Patrick Chamusso – ist keinesfalls eine fiktive. Zwar hat der Film aus dramaturgischen Gründen einige Ereignisse seines Lebens verdichtet, doch im Großen und Ganzen erzählt „Catch a Fire“ eine wahre Geschichte. Dabei geht es nicht nur um die Thematik des Kampfes der schwarzen Bevölkerung gegen die Apartheid in Südafrika, der erst 1991 ein Ende fand..
Auch die Angst der beherrschenden weißen Oberschicht, die in Relation zur Restbevölkerung des Landes eine deutliche Minderheit darstellt, wird thematisiert. Diese Angst ist in Anbetracht der Lage, in die sich das System selbst gebracht hat, keinesfalls unbegründet. Gezeigt wird nun, in welche Spirale der Gewalt eben diese Angst führen kann.
Schuld und Unschuld sind zweitrangig in diesem menschenverachtenden und rechtsfreien System. Die im Film vorgeführte logische Konsequenz daraus ist, dass Gewalt potenzierte Gegengewalt zur Folge hat. Töte ich einen „Feind“, schaffe ich damit hundert neue. Behandele ich einen Unschuldigen wie einen Terroristen, besteht die Gefahr, aus ihm tatsächlich einen Terroristen zu machen. In diesem Zusammenhang besitzt der Film „Catch a Fire“ bewusst oder unbewusst durchaus einen aktuellen Bezug zum US-amerikanischen Kampf gegen den Terrorismus.
Glücklicherweise zieht der Film neben der latenten Heroisierung bewaffneten Widerstands gegen die Unterdrücker die Lehre, dass Frieden nur möglich ist, wenn der Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt von beiden Seiten durchbrochen wird.
Mit Patrick Chamusso und Nic Vos wird beiden Seiten des Konflikts ein Gesicht gegeben. Während Patrick zunächst versucht, sich dem System anzupassen, bis er keine andere Möglichkeit mehr sieht, als sich gegen das Unrecht, das vor seinen Augen geschieht, zu wehren, glaubt sich Nic in seinem Kampf gegen den Terrorismus im Recht. Regisseur Phillip Noyce versucht mit „Catch a Fire“ die schwierige Gratwanderung, das Beziehungsgeflecht zwischen Opfer und Täter darzustellen.
Auch wenn Nic Vos alle Mittel recht und zugleich unrecht sind, sein Ziel zu erreichen, wird er keinesfalls als reiner Bösewicht dargestellt. Er selbst agiert als Teil eines Systems, das er – wie Patrick zu Beginn – nicht hinterfragt. Beider Handlungen werden auch aus Sorge um die eigene Familie motiviert. Und obwohl Nic seinen Gefangenen mit unverhohlener Verachtung begegnet, scheint er ganz im Gegensatz zu Patrick an der Frage zu scheitern, die dieser ihm eines Tages stellt: „Was werden später deine Kinder über dich sagen?“
| FAZIT
Der Kampf gegen das Apartheid-Regime aus Sicht von Opfer und Täter. Eine gelungene Gratwanderung und eine Parabel über Gewalt und Gegengewalt
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung