Der Cadillac-Verkäufer Curtis Taylor Jr. hat Großes vor. Er möchte im Musikbusiness Karriere machen. Den Killerinstinkt besitzt er bereits, nun fehlen ihm nur noch die Nachwuchstalente. Da stolpern ihm die „Dreametts“ in den Weg. Leadsängerin Effie White, Deena Jones und Lorrell Robinson zeigen bei einer Talentshow die gewünschten Fähigkeiten: Sie können singen, tanzen und sind darüber hinaus umwerfend sexy.
Da passt es ganz gut, dass der erfolgreiche James „Thunder“ Early dringend neue Background-Sängerinnen sucht und von den drei jungen Frauen hingerissen ist. Taylor überredet die „Dreametts“ ihn als Manager zu akzeptieren und schon beginnt die gemeinsame Tour durchs Land. Doch der große Durchbruch lässt auf sich warten.
Als dann Effies Bruder C.C. für Effie einen Hit schreibt, der umgehend von einer schmalzigen weißen Band kopiert wird, beschließt die Truppe, mit allen Mitteln für ihren Erfolg zu kämpfen. Ein paar bestochene Radiomoderatoren später ist James „Thunder“ Early groß genug, um sogar vor weißem Publikum aufzutreten. Nur können die mit seiner Leidenschaft für den Soul wenig anfangen.
Und so beschließt Taylor, seinen alten Star abzustoßen und die drei Frauen als „The Dreams“ groß rauszubringen. Allerdings möchte er dabei die hübsche Deena als Leadsängerin sehen, was Effie, bislang Taylors Geliebte und bisherige Frontfrau, gehörig auf die Palme bringt. Nach und nach wird die talentierte Effie von Taylor an den Rand gedrängt, bis er sie ganz ersetzt. Von da an gehen die Freundinnen getrennte Wege. Die einen vom Erfolg berauscht, die andere am Boden zerstört. Doch nach und nach wendet sich das Blatt.
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| FILMKRITIK
Man stelle sich einen Flickenteppich vor, gewebt aus zahlreichen einzelnen Stofffetzen, die nicht so richtig zueinander passen. So in etwa gestaltet sich das Handlungsgerüst von „Dreamgirls“. Zahlreiche Erzählfäden werden eingeführt und zwischenzeitlich wieder aus den Augen verloren oder ganz abgeschnitten. Einen roten Faden gibt es nicht.
Da gibt es zunächst die Geschichte der talentierten Sängerin, die aufgrund ihrer Molligkeit nicht medienwirksam genug ist, um ein großer Star zu werden sowie die Geschichte des ehemaligen Stars, der verzweifelt versucht, wieder auf die Beine zu kommen. Außerdem erzählt der Film vom Aufstieg eines Managers, der inmitten des Haifischbeckens der Musikindustrie selbst zum Haifisch wird und die Geschichte einer Sängerin, die allmählich begreifen muss, dass sie für ihren Erfolg einen sehr hohen Preis zu zahlen hat.
Gleichzeitig ist ein Großteil der Protagonisten viel zu sehr mit Singen beschäftigt, um ihrer jeweiligen Figur ausreichend Charakter mit auf den Weg zu geben. Natürlich, es handelt sich um ein Musical, doch dadurch, dass die Bühnenstücke ausgespielt werden und sich auch in den Dialogszenen immer wieder Musikeinlagen befinden, wird der gesamte Film äußerst Gesangslastig. Und ist man nicht ein sehr großer Fan von R&B, fällt das Zuhören nach der ersten Stunde zunehmend schwer.
Dabei singen, tanzen und schreien sich die Schauspieler gegenseitig in den Schatten. Jamie Foxx darf dabei – scheinbar unterfordert – nur im Hintergrund agieren. Jennifer Hudson, für deren Stimme allein sich der Film durchaus lohnt, wird zwischendurch gleich ganz vergessen, ebenso wie Eddie Murphy, der zwar immer wieder mal auf die Bühne darf, aber hinter den Kulissen so gut wie nicht vorhanden ist. Gerade bei diesen Dreien wird das Potential nicht ausgeschöpft.
„Dreamgirls“ ist also leider nicht das geworden, was Ankündigungen und Besetzung versprechen. Dennoch sorgen die Show-Auftritte für glamouröse Nostalgiestimmung und musikalische Abendunterhaltung. Immerhin weiß man am Ende des Films, dass Eddie Murphy singen kann und man sich den Namen Jennifer Hudson merken sollte. Und das ist doch schon mal was.
| FAZIT
Musical mit üppigen Gesangseinlagen für R&B und Beyoncé Knowles-Fans.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung