Mittwoch | 30. Mai 2012 | 02:28 Uhr
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  • FILM REVIEW | Am Limit
  • Am Limit

    Abenteuer, Dokumentation | Deutschland 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Die bayerischen Brüder Alexander und Thomas Huber sind in der Welt des Extremkletterns bekannt als die Huberbuam. Der Dokumentarfilm von Pepe Danquart begleitet sie im Jahr 2005 ins Yosemite Valley in Kalifornien, wo sie den Rekord im Speedklettern auf der 1000 Meter hohen Steilwand „The Nose“ brechen wollen. Nach längerem Training am Fels verletzt sich Alexander Huber jedoch bei einem Sturz und das Projekt wird um ein Jahr verschoben.

    Im Frühjahr 2006 versuchen die beiden eine Traverse über die spitzen Gipfel Patagoniens. Doch schlechtes Wetter macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Dann geht es zurück zur „Nose“ ins Yosemite Valley. Der Speedrekord wird nicht gebrochen, denn diesmal fällt Thomas Huber ins Seil. Die Brüder geben zwischen den Aufnahmen am Fels freimütig Auskunft über ihre Motivation, die Risiken, die sie eingehen, und über ihre nicht ganz einfache Beziehung.
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      • | FILMKRITIK

      • Regisseur und Drehbuchautor Pepe Danquart, der 1994 einen Oscar für seinen Kurzfilm „Schwarzfahrer“ bekam, vollendet mit dem Extremkletterer-Film „Am Limit“ seine Trilogie der Sportdokumentationen. „Heimspiel“ widmete sich 2000 dem Eishockeyverein Eisbären Berlin, „Höllentour“ beleuchtete 2004 die Tour de France. Mit „Am Limit“ bieten Danquart und sein „Höllentour“-Kameramann Wolfgang Thaler ein fulminantes visuelles Abenteuer. Vertikale Aufnahmen an der Steilwand lassen den Adrenalinspiegel ansteigen, bis philosophische Gespräche am Lagerfeuer oder Landschaftsaufnahmen im grandiosen Yosemite Nationalpark eine kurze Verschnaufpause bieten.

        Thomas Huber, geboren 1966, und sein Bruder Alexander, geboren 1968, beherrschen den elften Schwierigkeitsgrad im Klettern. Ihre Ambitionen sind breit gefächert und reichen von Speedklettern mit minimaler Absicherung über Bergsteiger-Touren bis zur Erkundung neuer Kletterrouten. 2003 setzten sie einen neuen Rekord im Speedklettern auf einer Route am El Capitan im Yosemite Nationalpark und unterboten ihn 2004 noch einmal. Als sie im Herbst 2005 von Danquart begleitet vor „The Nose“ stehen, glauben sie zuerst, ihr Ziel, den Fels als Seilschaft in rund zwei Stunden zu erklimmen, sei nicht zu schaffen. Ihr erster Trainingsaufstieg dauert neun Stunden. Albträume plagen sie nachts im Zelt, dass sie ins Seil stürzen, in der Luft zusammenprallen. Pepe Danquart inszeniert dieses fiktive Geschehen wie in einem Spielfilm.

        Beim ersten echten Testaufstieg schließlich passiert es: Alexander fällt zwölf Meter in die Tiefe und verletzt sich an beiden Füßen. Thomas und andere Kletterer tragen ihn den langen Weg hinunter durch den Wald, im Auto nach dem Arztbesuch raucht der Verletzte sogar eine Zigarette. Der Schock steht den Brüdern ins Gesicht geschrieben. Pepe Danquart dokumentiert diesen freien Fall der Gefühle hautnah und widerlegt damit drastisch den Mythos von der stetigen Erfolgsspur, auf der man die Kategorie der Weltbesten in diesem Extremsport wähnt.

        Die ständige Gefahr begleitet die Brüder, die in bayerischer Sprachfärbung darüber philosophieren, mit welchen unvergleichlichen Augenblicken sie dafür belohnt werden, dass sie ihre Träume leben. Thomas erzählt auch, wie ihm die Rivalität zu seinem etwas erfolgreicheren Bruder früher zu schaffen machte. In Patagonien schließlich wird die Kamera Zeuge einer längeren Meinungsverschiedenheit. Auch andere Kletterer kommen in der Dokumentation zu Wort, allesamt Individualisten, die ihre Grenzen suchen, sei es im freien Klettern oder am Balancieren auf einem Seil über dem Abgrund.

        Pepe Danquart testet selbst Grenzen aus, und zwar die des dokumentarisch Machbaren, indem er Fantasien bebildert, mit den Kletterern im Stil einer Live-Reportage einmalige Momente festhält, ihre Aktionen stimmig mit Gedanken aus dem Off mischt, die vollständig den Sportlern gehören. Nicht nur Bergfreunde und Kletterfans erhaschen dabei etwas von der Begeisterung, die die beiden Extremsportler spüren. Das Spannende an diesem Film ist außerdem, dass die Huberbuam insgesamt als ganz normale Menschen rüberkommen mit ihren Höhen und Tiefen.
      • | FAZIT

      • Atemberaubende Tour von Pepe Danquart, der die Extremkletterer Alexander und Thomas Huber am senkrechten Fels begleitet.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

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