Thriller,
Action
| Frankreich / Großbritannien / USA 2006
| INHALTSANGABE
Das FBI will den Mafiaboss Primo Sparazza endlich einbuchten. Das soll mit Hilfe des Kronzeugen Buddy „Aces“ Israel gelingen, der eine Aussage plant und dafür in das Zeugenschutzprogramm des FBI aufgenommen werden soll. Der Kartenmagier und Kleinmafioso von Las Vegas wird im Penthouse eines Nobelhotels in Lake Tahoe versteckt. Doch Sparazza will seiner Aussage vorbeugen und fordert das Herz von Israel, für eine Belohnung von einer Million Dollar. Diese Summe zieht die schlimmsten Killer des Landes an, die sich im Hotel einfinden, um es in Schutt und Asche zu legen. Für die beiden FBI-Cops Carruthers und Messner, die Israel beschützen sollen, wird es eng.
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| FILMKRITIK
„Narc“-Regisseur Joe Carnahan inszeniert nach eigenem Drehbuch eine poppige Ballerorgie, in der es wie am Ende des Silvesterfeuerwerks gewaltig qualmt. Wäre ja gelacht, wenn die abgebrühtesten Profikiller es nicht schaffen würden, das schöne Inventar des Hotels im Kugelhagel in eine Wüste von Scherben und Blut zu verwandeln. Eine rasante Schnipselhandlung zieht enger werdende Kreise um den ultimativen Showdown. Popmusik und bekannte Namen unter den Darstellern – von Ben Affleck, Andy Garcia, Ray Liotta bis Alicia Keys – sorgen für unterhaltsame Action in der Art eines Musikvideoclips mit Ballerspielatmosphäre.
Buddy „Aces“ Israel residiert in seinem Hotelpenthouse mit Blick auf den See in etwa so, wie man sich heutzutage das Leben eines Stars in den ungehemmten 70-er Jahren vorstellt. Nach einer Sexorgie liegen etliche Prostituierte schlafend am Boden, der Kartenmagier stolpert im Bademantel herum, um seinen osteuropäischen Leibwächter Hugo zu verspotten.
Hugo wird das Opfer eines psychopathischen Monsterkillers, der sich als Pseudohugo schon sehr bald Zutritt zum Penthouse verschafft. Dort bleibt er natürlich stumm wie ein Fisch, was sehr cool wirkt, denn ein Profi hat es nicht nötig, auf das Loser-Geschwätz seiner Opfer einzugehen. Er zelebriert also langsam, langsam, die letzten Vorbereitungen für die Hinrichtung des Kartenspielers, der dadurch genügend Zeit erhält, weiter zu koksen und noch einige Karten in scharfe Schleuderwaffen zu verwandeln. Aber auch die anderen Killer sollen ja noch in Spielfilmlänge ihre Asse aus dem Ärmel schütteln dürfen.
Und da wären vor allem: das lässige Frauen-Killerduo, gespielt von Alicia Keys und Taraji Henson, das sich per Ohrknopf verständigt. Die eine spielt die Nutte, um Buddy „Aces“ Israel aus nächster Nähe an den Kragen zu gehen, die andere nimmt das Hotel aus einem anderen Gebäude unter Beschuss. Da wären aber auch die drei Neonazi-Schlächter, die entweder in Schwarz, oder im Unterhemd, oder gleich mit nacktem Oberkörper, natürlich tätowiert, ihrer Mordlust zu Heavy-Metal-Klängen schon vor der Ankunft frönen.
Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Hotelfahrstühle. Die Killerlady trifft dort auf die Nazi-Irren, der arme FBI-Cop und ein verkleideter Mörder schießen sich gegenseitig dort nieder, davor wartet ein Haufen bewaffneter Security, die Fahrstühle bleiben stecken oder kündigen mit Qualm aus dem Türspalt die nahende Apokalypse an.
Das alles ist leichtfüßig, spaßig inszeniert, eine rasante Huldigung des bleihaltigen Genres. Doch das ist dann auch schon alles: Die Geschichte geht sich mit einem überkonstruierten, unausgereiften Schluss selbst an die Gurgel, und wenn man den Kinosaal verlässt, kann man zwar ein Gefühl der Unterhaltung erinnern, aber nicht mehr unbedingt, was eigentlich drin war.
| FAZIT
Einmal ein Nobelhotel in Schutt und Asche ballern: Rasante, poppige Huldigung des Killergenres ohne Tiefenwirkung.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung