Rocky Balboa ist mittlerweile um die Sechzig, aber immer noch so gebaut, sprich trainiert, als habe er nur darauf gewartet, eine Gelegenheit zu bekommen, wieder in den Ring zu steigen. Und diese Gelegenheit kommt: Der amtierende Schwerge-wichts-Weltmeister Mason Dixon hat anscheinend keine würdigen Gegner, denn er hat noch keinen Kampf verloren.
Seine Manager kommen auf die famose Idee, ihn gegen Rocky antreten zu lassen um sein ramponiertes Image (er sei brutal) aufzupolieren. Dixon glaubt einen einfa-chen Kampf zu kämpfen und bietet dem Altmeister an, ihn zu schonen. Aber damit hat sich vor ihm schon mal einer getäuscht.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Einen Boxer jenseits der Fünfzig in den Ring steigen zu lassen, so kommt einem gleich in den Sinn, ist in etwa so, wie einen gealterten Schauspieler wieder in der Hauptrolle eines Mega-Hollywoodprojekts zu besetzen. Beides geschieht in „Rocky Balboa“, dem sechsten und wohl letzten Teil der Rocky-Serie.
Als 1976 „Rocky“ in die Kinos kam, folgten in einigermaßen regelmäßigen Abständen neue Teile von dem Boxer mit Arbeiterklassen-Hintergrund, der durch einen Zufall die Chance bekommen hatte sich im Ring zu beweisen. Seit 1990 aber, seit Rocky V, war von dem fiktiven mehrfachen Schwergewichtsweltmeister nichts mehr zu hören.
Jetzt ist er wieder da und kämpft seinen letzten Kampf. Rocky beweist sich unter Be-rücksichtigung seiner altersbedingten körperlichen Einschränkungen. Er will es noch einmal wissen. Er will den Gästen seines Restaurants neue Geschichten erzählen können und er will den Dämonen, die in ihm wohnen, seit seine Frau gestorben ist, den Kampf ansagen.
Rocky ist traurigerer als früher, er hat seine geliebte Frau verloren und seine Umwelt bedeutet ihm nicht mehr allzu viel. Er lebt in der Vergangenheit. Diese Welt aber liegt in Trümmern. An jedem Todestag seiner Frau fährt er die Plätze ab, die ihm einst soviel bedeuteten.
Plätze an denen er Adrian kennen lernte oder seine ersten Kämpfe ausfocht. Das Viertel in dem er früher lebte ist heruntergekommen und ein deprimierender Platz.
Sein Sohn konnte sich aus seinem Schatten nicht befreien und belässt den Kontakt zu seinem Vater auf dem allernötigsten.
Beiden, Rocky und Sylvester Stallone als Schauspieler, gelingt eine glaubhafte Dar-stellung. Stallone hat eine regelrechte Comingback-Phase eingeläutet, denn auch ein weiterer Teil mit seiner zweiten großen Erfolgsfigur, Rambo, befindet sich gerade in der Vorproduktion. Also wird es in nächster Zukunft auch ein Wiedersehen mit dem Vietnamveteranen geben.
„Rocky Balboa“ ist ein würdiger Abschluss der Rocky-Saga. Der Film ist sowohl ver-ständlich und interessant für die, die noch keinen der alten Teile kennen und die al-ten Fans werden genügend mehr oder weniger versteckte Zitate an die Vorgänger finden.
| FAZIT
Würdiger Abschied von Rocky, der es der aktuellen Boxerwelt noch einmal zeigen darf und würdiges Comeback für Sylvester Stallone, der in Zukunft mindestens noch einmal mit einer anderen altvertrauten Figur auf der Leinwand zu sehen sein wird.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung