Mittwoch | 30. Mai 2012 | 02:53 Uhr
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  • FILM REVIEW | Yella
  • Yella

    Drama | Deutschland 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Die Buchhalterin Yella möchte raus. Raus aus der Kleinstadt, raus aus der gescheiterten Ehe und hinein in ein neues, erfolgreiches Leben. Alles, was sie dafür hinter sich lassen muss ist Ben, Exmann und gescheiterter Firmeninhaber. Doch Ben will Yella nicht so einfach gehen lassen. Immer ist er in ihrer Nähe, verfolgt sie mit dem Auto oder zu Fuß und führt ihr mit seiner ständigen Präsenz das eigene Scheitern vor Augen.

    Dann irgendwann hat Yella es scheinbar geschafft. In Hannover soll sie eine neue Stelle antreten, die sich allerdings noch vor dem ersten Arbeitstag in Nichts auflöst. Durch Zufall lernt sie Philipp kennen, der für eine Private-Equity-Firma arbeitet. Kurzfristig engagiert er sie als seine Assistentin und führt sie ein in seine Welt des Venture Kapitals.

    Schnell findet Yella Gefallen an ihrer neuen Arbeit und gleichzeitig an Philipp, der jenseits der Legalität ganz eigene Ziele verfolgt. Doch die Hoffnung, endlich das erwünschte Leben zu führen wird durch das plötzliche Auftauchen Bens irritiert. Gleichzeitig reißen Yella immer wieder unerwartete Sinneswahrnehmungen aus der Realität. Holt sie die Vergangenheit am Ende doch noch ein?
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      • | FILMKRITIK

      • Regisseur Christian Petzold beweist mit „Yella“ ein weiteres Mal, dass er ein Gespür für das Komponieren von Bildern hat. Kein Detail und keine Bewegung erscheinen zufällig, vielmehr wohlüberlegt und exakt in Szene gesetzt zu sein. Licht und Schatten, Unschärfen und eine in sich ruhende Kamera unterstützen die im Film vorherrschende gleichermaßen betäubende wie geheimnisvolle Atmosphäre.

        Herausstechend, der rote Signalton von Yellas Bluse. Ein irritierender Farbkleks inmitten monotoner Lebenswelten. Neben diesen visuellen Kontrast treten akustische. Immer wieder scheint Yella von einer seltsamen Sinnesbetäubung heimgesucht zu werden. Alle Geräusche verdumpfen, nur das unheilvolle Krächzen einer Krähe und das Rauschen der Blätter bleiben deutlich hörbar. Gleichzeitig werden weite Strecken des Films von einem kaum hörbaren, tiefen Brummen begleitet, das sich drohend aus der alltäglichen Geräuschkulisse erhebt.

        Schon aus diesem Grund schwebt über der Geschichte ein andauerndes und beunruhigendes Geheimnis, das sich mehr und mehr über die Hauptfiguren erhebt, bis es urplötzlich in sich zusammen fällt.

        Yella läuft durch diese Welt immer ein wenig abwesend, mit dem erstaunten Blick einer Schlafwandlerin. Dementsprechend sprachlos steht sie auch ihrer Umgebung gegenüber. Auch wenn niemals eindeutig vorausgesagt werden kann, welchen Weg die Figuren einschlagen werden, scheint dieser Weg dennoch unabänderlich und ohne Möglichkeit auf eine Umkehr zu sein.

        Nina Hoss wurde für ihre Rolle der Yella auf der diesjährigen Berlinale mit einem Bären ausgezeichnet. Zu Recht, denn es gelingt ihr, die halluzinatorischen Schwingungen des Films in ihr Schauspiel einzuarbeiten und die schwierige Gratwanderung einer Figur zwischen Traum und Wirklichkeit zu meistern.
      • | FAZIT

      • Sorgfältig durchkomponiert und mit einer ausgezeichneten Darstellerin ausgestattet, führt „Yella“ den Zuschauer in eine beunruhigende Zwischenwelt aus Schein und Sein.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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