Mittwoch | 30. Mai 2012 | 02:54 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Reviewübersicht > Reviewdetails
  • FILM REVIEW | Triff die Robinsons
  • Triff die Robinsons

    Abenteuer, Komödie, Animation | USA 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Der zwölfjährige Lewis wächst in einem Waisenhaus auf und wünscht sich sehnlichst, Adoptiveltern zu finden. Die Interessenten versucht er, mit seinen genialen Erfindungen zu beeindrucken, was aber immer schief geht. Da kommt er auf die Idee, seine Mutter zu suchen, die ihn als Baby vor die Tür des Waisenhauses setzte. Wenn er sich nur an ihr Gesicht erinnern könnte, dann würde er sie finden und von ihr wieder aufgenommen werden. Also muss er einen Gedächtnisscanner erfinden, einen Apparat, mit dem man sich an einen beliebigen Zeitpunkt aus der Vergangenheit versetzen kann.

    Auf der Erfindermesse lungert ein böser Mann mit einem Melonenhut herum, der die Erfindungen ausspioniert. So auch den Scanner von Lewis, bei dem heimlich die Schrauben gelockert werden, so dass bei der Vorführung alles kaputtgeht. Der böse Mann will Lewis’ Apparat als seinen eigenen ausgeben und damit viel Geld verdienen. Doch dazu braucht er die Hilfe des Jungen, denn der Apparat funktioniert nicht mehr.

    Lewis ist derweil schon mitten in einem anderen Abenteuer: Er hat den Jungen Wilbur Robinson kennen gelernt, der ihn in einer Zeitreisemaschine in die Zukunft mitgenommen hat. Das Fahrzeug geht bei einem Streit kaputt, und Lewis soll es reparieren. In Wilburs Haus in der Zukunft lernt Lewis die verrückte Familie Robinson kennen – die ihn adoptieren will. Aber der böse Mann ist auch schon unterwegs dorthin, in einer anderen Zeitreisemaschine.
    WERBUNG
      • | FILMKRITIK

      • „Triff die Robinsons“ ist ein quirliges Animationsspektakel, bei dem die Fülle von Ideen ständig droht, den Rahmen der Geschichte zu sprengen. Das Drehbuch hat einen psychedelischen Charakter und beschwört in den schönsten Bonbonfarben die unschuldige Ära der Sechziger herauf, als man keine Angst hatte, sich die Zukunft als technologisches Schlaraffenland der unbegrenzten Möglichkeiten auszumalen. Wilbur nimmt Lewis in eine bunte Stadt der Zukunft mit, in der die Gebäude aus einem Vergnügungspark zu stammen scheinen und die Menschen in Seifenblasen durch die Luft schweben.

        Anders als der Titel „Triff die Robinsons“ suggeriert, steht im Mittelpunkt des Geschehens, falls es einen solchen Mittelpunkt in dem Fantasiegewusel überhaupt gibt, nicht die Familie von Wilbur. Die Gestalten werden so kurz und hektisch vorgestellt, dass man sich kaum merken kann, wer alles dazugehört. Das ist ein Minuspunkt des Films, der die Aufnahme- und Orientierungsfähigkeit von Kindern stellenweise überfordert.

        Doch auch solche Negativpunkte werden durch die kreativ-lockere Atmosphäre des Anything Goes schnell wieder ins Lustige verwandelt. Typisch für die wilden Fantasiebögen ist die Geschichte mit dem Dinosaurier. Im Garten der Familie Robinson steht eine in Dinosaurierform gestutzte Hecke. Der böse Melonenmann lässt seinen Hut auf den Kopf des Tieres fliegen und der Dino, natürlich ein Tyrannosaurus Rex, wird lebendig. Er hat die Mission, Lewis zu schnappen. Doch die Familie Robinson verteidigt den Jungen mit allen Waffen – wozu auch Pizzateig gehört. Und die furchterregende Verfolgung durch den Dino scheitert an einem anatomischen Nachteil des Tieres.

        Wunderbar sind die Fahrten von Lewis und Wilbur in der Zeitreisekapsel, unglaublich detailverliebt die traumähnliche Handlung: Da gibt es Zwillinge in Blumentöpfen, die das Robinsonhaus bewachen, eine Krake öffnet die Tür. Aber am erstaunlichsten ist, wie die Geschichte nach jedem vermuteten Höhepunkt noch eins draufsetzt und sich in ein rauschähnliches Drehen am Schicksalsrad steigert. Lewis macht Erfahrungen, die schon immer das Science-Fiction-Genre beschäftigten: Kann man der eigenen Zukunft begegnen, und kann man den Gedanken freien Lauf lassen, ohne die Kontrolle über sie zu verlieren?
      • | FAZIT

      • Ein Waisenjunge reist in seine Zukunft: Abenteuer satt mit fantasievollen Wendungen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN