Mittwoch | 30. Mai 2012 | 02:58 Uhr
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  • FILM REVIEW | Tagebuch eines Skandals
  • Tagebuch eines Skandals

    Drama | Großbritannien 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Barbara Covett ist eine altehrwürdige Autorität an ihrer Schule. Doch für ihre Schüler hat sie nur bittere Verachtung übrig. In ihrer freud- und freundlosen Einsamkeit, besteht Barbaras Alltag hauptsächlich darin, ihre Umgebung zu beobachten und jedes Detail dem sorgfältig geführten Tagebuch anzuvertrauen.

    Dieses Leben verspricht sich zum Positiven zu wandeln, als mit der jungen und überaus hübschen Sheba Hart eine neue Kunstlehrerin in das Kollegium einzieht. Um der eigenen Einsamkeit ein Ende zu bereiten, beschließt Barbara, Shebas Freundschaft zu gewinnen. Ein Angebot, das die offenherzige Sheba nur zu gerne annimmt. Schnell fasst sie Vertrauen zur freundlichen Barbara ohne dabei zu ahnen, dass diese weit mehr von ihrer Freundschaft erwartet, als es zunächst den Anschein hat.

    Eine dramatische Wende nimmt ihre Beziehung zueinander als Barbara durch Zufall hinter die Affäre Shebas mit einem ihrer minderjährigen Schüler kommt. Von dem Wunsch beseelt, Sheba ganz für sich zu gewinnen, stellt dieses Wissen für Barbara ein willkommenes Druckmittel dar.

    Und so drängt sie sich zunehmend aufdringlich in Shebas Leben und das ihrer Familie, im festen Glauben, ihrem Ziel näher zu kommen. Doch dann weigert sich Sheba, Barbaras Forderungen weiter nachzugeben. Das skandalträchtige Geheimnis droht aufzufliegen.
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      • | FILMKRITIK

      • Es gibt Filme, die zu sehen sich lohnt, da es ihnen gelingt, eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Und es gibt Filme, die brauchen eine solche Geschichte nicht, da sie mitreißende Darsteller besitzen. Dies ist bei „Notes on a scandal“ der Fall. Im Mittelpunkt dieses Sehgenusses steht Judy Dench. Ihr gelingt es, einem Charakter Leben einzuhauchen, der sich durch seine geradezu unschuldige Bösartigkeit auszeichnet.

        Denn Barbara Covett ist in erster Linie keine Zerstörende, sondern eine Liebende. Der irreparable Schaden, den sie in der Familie Shebas anrichtet ist Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach Nähe, die ihr ein Leben lang nicht erfüllt wurde. Doch Unerbittlichkeit und tiefe Verachtung für jene, an deren Stelle sie nicht steht, machen aus ihr eine überaus gefährliche Gegnerin.

        Mit Barbaras Rach- und Eifersucht hat keine geringere als Schauspielerin Cate Blanchette zu kämpfen. Gerade im Zusammenspiel stellen die beiden Größen ihr Talent unter Beweis. Unterstützend wirken dabei die geschliffenen, oft komischen und treffsicheren Dialoge. (Das Drehbuch wurde verdientermaßen für den diesjährigen Oscar nominiert.)

        Die vorherrschende Atmosphäre des Films ist eine unterschwellig bedrohliche. Von der ersten Minute an liegt etwas unruhig Brodelndes unter der Oberfläche der Alltagshandlung. Der Zuschauer teilt die Beobachtungen Barbaras, die sie mit dem Humor der Verbitterung präsentiert und aus dem Off kommentiert. Und nicht zuletzt diese Kommentare sind es, die „Notes on a scandal“ Unterhaltungswert verleihen.

        Abgesehen von Darstellern und Dialogen hat aber auch die Handlung selbst einiges für sich. Denn durch die zunehmende Bedrohung in Shebas Leben entsteht nicht nur Spannung, sondern auch ein kaum zu unterdrückendes dämonisches Vergnügen an ihrer allmählichen Demontage.
      • | FAZIT

      • Mitreißende Darsteller, treffsichere Dialoge und vergnüglich-spannender Psychoterror machen „Notes on a scandal“ zu einem sehenswerten Film.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (1 vote)

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