Mittwoch | 30. Mai 2012 | 03:16 Uhr
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  • Deep Blue

    Dokumentation | Deutschland / Großbritannien 2003
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      • Aus der Tiefe des Weltalls betrachtet, trägt die Erde ihren Namen zu Unrecht, denn 70 Prozent ihrer Oberfläche besteht aus Wasser und daher schillert unser Planet in seinem unverwechselbar funkelnden Türkis. Das Wasser, insbesondere die riesigen Ozeane, macht die Erde einzigartig.

        Die Meere sind die Wiege des Lebens auf unserem Globus, die Kraftwerke, die unser Klima bestimmen, die Quelle einer unermesslichen und vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. Die Ozeane sind unverzichtbar für unser aller Leben. Ihr Schutz und ihre Erhaltung sind eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Doch obwohl die Meere zwei Drittel unseres Planeten ausmachen, wissen wir mehr über die Oberfläche des Mondes als über die Tiefen der Ozeane.

        DEEP BLUE zeigt erstmals eine Welt, die nur wenige zuvor gesehen haben – eins der letzten großen Geheimnisse auf unserem Planeten: Die Ozeane und die endlose Vielzahl an Lebensformen, die sich in ihnen, auf ihnen und an ihren Küsten entlang entwickelt haben. DEEP BLUE zeigt die Meere mit ihren bekannten und unbekannten Bewohnern in all ihrer faszinierenden Schönheit, ihrer unwiderstehlichen Anziehungskraft und rauen Wildheit.

        Der Greenlight-Kinofilm DEEP BLUE wurde gemeinsam mit der BBC-Crew produziert, die bereits die TV-Serie The Blue Planet geschaffen hatte, einer der international erfolgreichsten Natur-Dokumentationen, die je produziert wurden. The Blue Planet wurde von BBC und Discovery koproduziert und war ein weltweites TV-Ereignis, das phänomenale Zuschauerquoten erzielte. In Großbritannien erreichte die Serie eine Rekordquote von über 52 Prozent.

        DEEP BLUE ist ein emotionaler Kinoevent und verzichtet trotz wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit völlig auf den pädagogischen Zeigefinger. Die Zuschauer werden in das beeindruckende Unterwasserschauspiel hineingezogen, auf eine spannende Reise mitgenommen, auf der sich ihnen manche Mysterien der Tiefe erklären. Sie lernen Küstenpopulationen und Meeressäugetiere kennen, erfahren Wissenswertes über Gezeiten, klimatische Einflüsse und die biologischen Systeme, die die Weltmeere beeinflussen und gleichzeitig von ihnen abhängen.

        DEEP BLUE ist nicht nur ein einzigartiges visuelles, sondern auch ein akustisches und musikalisches Ereignis. Ein eher zurückhaltender Voice-Over Kommentar ermöglicht die volle Entfaltung des evokativen, orchestralen Scores. Die Filmmusik verstärkt die Wirkung der grandiosen Bilder so, dass man sich des Eindrucks der urtümlichen Kraft der Ozeane im Kinosaal kaum entziehen kann.

        Regisseur Alastair Fothergill: "Nur sehr wenige Menschen waren jemals überhaupt so tief im Ozean und sicher hat bisher niemand dort so gefilmt wie wir. Wir haben tatsächlich zwei völlig unbekannte Spezies entdeckt. Und ich meine keine winzig kleinen Lebewesen, sondern eine riesige Quallenart und einen unbekannten Octopus. Das war sehr aufregend! Die außergewöhnliche Sequenz, in der eine Gruppe von Killerwalen hinabtaucht, eine Grauwalmutter und ihr Kalb jagt und das Junge schließlich tötet, ist innerhalb von 14 Jahren Forschung nur ein einziges Mal bekannt geworden – und wurde niemals zuvor filmisch festgehalten. Es gibt eine weitere bemerkenswerte Sequenz, in der eine große Gruppe von Delphinen einen riesigen Sardinenschwarm jagt. Niemandem war vorher klar, dass Delphine im Rudel jagen und diese großen Netze von Blasen bilden. Sie lassen in einer koordinierten Zusammenarbeit Blasen aufsteigen und das treibt die Sardinen eng zusammen und die Delphine können sie so leichter fressen. Solche Erlebnisse waren einzigartig."

        "Es hat in der Vergangenheit einige Kinofilme gegeben, die sich ähnlich mit der Natur auseinandergesetzt haben", so Fothergill. " Mikrokosmos ist ein wundervoller französischer Film über das Leben auf einer Wiese. Kürzlich war Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel, ein schöner Film des gleichen Produzenten, sehr erfolgreich. Ich glaube, die beiden kommen DEEP BLUE am nächsten. Ich würde diese Filme als eher 'zart' beschreiben. Sie sind sehr schön, aber es passiert nicht viel. DEEP BLUE ist mit Sicherheit sehr schön, aber der große Unterschied ist, dass unser Film von der ersten bis zur letzten Minute voller Action steckt. Es gibt so viel Neues zu sehen. Er ist alles andere als ein 'zarter' Film."
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      • Durch weiße Wolken tauchen wir ein in unendliches Blau. Der weite, offene Ozean breitet sich vor uns aus – eine riesige Fläche tiefblauen Wassers erstreckt sich nach allen Seiten. Es ist vollkommen ruhig. Plötzlich wird die Stille vom Geräusch eines ausatmenden Delphins durchbrochen. Seine Rückenflosse durchquert das Bild. Nach und nach erscheinen immer mehr seiner Artgenossen an der Oberfläche. Wir erkennen, dass wir uns inmitten einer Herde von Hunderten jagender Delphine befinden.


        Killerwale und Seelöwen

        In den Meeren von Patagonien springt ein Seelöwe aus der Brandung. Wir folgen ihm unter die Wasseroberfläche. Er trifft seine Herde, die sich in der Brandung und unter Wasser vergnügt. Die Mutter spielt mit den Jungen und die Kleinen genießen ganz offensichtlich deren Zuwendung. Bereit, die Welt zu erobern, verlässt eine Gruppe von Jungtieren die Sicherheit der Herde und schwimmt zum nahe gelegenen Strand. Dort spielen sie weiter, ohne die bedrohliche Rückenflosse eines sehr mächtigen Jägers zu bemerken, der an ihnen vorüberzieht. Völlig unerwartet taucht aus dem so friedlich erscheinenden Wasser die Gestalt eines riesigen Killerwals auf. Er lässt sich von den Wellen bis fast an den Strand tragen und erbeutet dort die jungen Seelöwen. Indem er die noch lebenden Jungtiere wieder ins tiefe Wasser zieht, bringt der erwachsene Killerwal seinen jungen Orkas die Jagd bei.


        Albatrosse im südlichen Meer

        Ein einzelner Albatross kämpft mit dem stürmischen südlichen Ozean. Nach und nach gesellen sich andere Artgenossen zu ihm, und man sieht immer mehr Albatrosse. Wir folgen ihnen, als sie zu ihrer spektakulär gelegenen Brutkolonie zurückkehren. Über eine halbe Million Vögel haben sich auf einer verlassenen, vom Wind umtosten Insel der Falkland-Inseln eingefunden, wo sie den extremen Naturgewalten ausgesetzt sind.


        Delphine und Haie attackieren einen Sardinenschwarm auf Laichwanderung

        Wir schwimmen an der Seite einer Gruppe Delphine, die vom offenen Meer hereinkommen. Ihr Ziel sind die gigantischen Sardinenschwärme, die entlang der Küste von Natal, Südafrika, in Richtung Norden ziehen. Schnell gesellen sich weitere Jäger zu den Delphinen: Tausende von Schwarzhaien und Vögeln, sogenannte Tölpel, die vom Himmel ins Wasser tauchen. Plötzlich taucht ein Wal auf und nimmt sein immens großes Maul voll von Sardinen. Gegen diese Übermacht hat der geschickt manövrierende Sardinenschwarm keine Chance.


        Die Armee der blauen Soldatenkrabben

        Ein winziger Krebs, der gerade sein Loch im Sand verlässt, springt ins Bild. Es tauchen immer mehr Krebse auf. Mit einem Schlag füllt sich der gesamte Strand mit hunderttausenden Artgenossen, die hastig durch den Sand laufen. Eine riesengroße Armee von blauen Soldatenkrabben rennt mit unglaublicher Geschwindigkeit und geradezu militärischer Präzision die Küstenlinie entlang. Ihr Anblick erinnert an eine Invasion von Außerirdischen.


        Ein tropisches Korallenparadies

        Die Kamera taucht unter eine sich gerade brechende Welle und folgt einem Korallenriff, das sich bis zum Horizont erstreckt. Mit einem Mal sind wir mitten in einem bezaubernden tropischen Unterwassergarten, voll mit intensiv gefärbten Korallen und Rifffischen. Wir gleiten durch eine Urwelt von großer Schönheit bis ein gigantischer Walhai - der größte Meeresfisch – ganz dicht an uns herankommt.


        Korallenriff bei Nacht

        Ab Sonnenuntergang zieht das Korallenriff gänzlich andere Tierarten an. Eine neue Welt formiert sich. Während der Nacht wird das Riff zu einem ziemlich gefährlichen Ort. Langsam entdecken wir den ‚wandelnden Busch’, eines der seltsamsten Tiere unseres Planeten: Das Gorgonenhaupt mit seiner baumähnlichen Gestalt zeigt sich nur bei Nacht. Aber es ist nicht der einzige Jäger in der Dunkelheit. Wir beobachten den Krieg zweier Korallenkolonien. Die eine Kolonie frisst ihren Gegner in einem biochemischen Krieg bei lebendigem Leibe auf – eine Szene wie aus einem Science-Fiction-Film. Auch die Meister des Tötens, die Weißspitzhaie, versammeln sich in großer Anzahl, um im Fressrausch zwischen den Korallen Fische zu jagen.


        Schätze der ruhigen See

        Wir reisen durch die mikroskopische Welt des Planktons. Die Kamera gleitet durch unzählige winzige, aber komplizierte Strukturen. In einer spektakulären Szene ziehen Tausende von Quallen an der Linse vorbei. Die Natur wird zu einem geheimnisvollen Unterwasserwald. Perfekt getarnt und vor unseren Blicken unter Seetang verborgen, wird plötzlich der große Fetzenfisch sichtbar.


        Killerwale spüren ein Grauwalkalb auf

        In der ruhigen See spielt sich ein fesselndes Drama ab. Eine Grauwalmutter zieht mit ihrem Jungen vom Geburtsort vor der Küste Mexikos nach Norden zu den ‚Sommerweiden’ Alaskas. In einer dramatischen Szene werden sie von einer Gruppe Killerwale attackiert. Sie wollen das Junge von seiner Mutter trennen. Nach sechs Stunden haben sie endlich Erfolg. Das Kalb ist erlegt. Die Mutter hat keine Wahl, als ihre Reise gen Norden alleine fortzusetzen.


        Die gefrorenen Ozeane

        Im Gefolge der Grauwalmutter nähern wir uns den Polen. Um uns beginnt die See zu gefrieren und viele Tiere ziehen gen Süden. Sie wollen den immer ungünstigeren Bedingungen entfliehen.

        Eine Eisbärmutter und ihr Junges jagen Seehunde
        Die See ist nun vollständig gefroren. Die Eisbärmutter wagt sich mit ihren Jungen aufs Eis, um Seehunde zu jagen. Eines der Jungen ist noch ganz klein und völlig unerfahren. Es versucht, die Jagdtechnik seiner Mutter zu imitieren. So gewaltig und furchteinflößend sie zu Land auch sind, im Wasser gehören die Eisbären zu den elegantesten Schwimmern der Ozeane.


        Eisbären jagen Belugawale

        Das frisch gefrorene Eis hat einer Gruppe von Belugawalen den Zugang zum weit entfernten offenen Meer abgeschnitten. Sie sitzen in der Falle und haben keine andere Wahl, als immer wieder zum Atmen zu einem Loch im Eis zurückzukehren. Ein Eisbär erkennt ihre Zwangslage und lässt sich diese ausgezeichnete Gelegenheit zur Waljagd nicht entgehen.


        Wanderer im weiten Ozean

        In einer Bildfolge von meditativer Schönheit begleiten wir die langsamen Wanderer des weiten Ozeans: anmutige Mantarochen, Haie, Schildkröten und winzige Fischlarven, die nach Futter suchen.


        Marlins und Thunfische greifen einen Fischkugel-Schwarm an

        Draußen in den Weiten des Ozeans leben einige der spektakulärsten Raubtiere der Erde – Thunfische und Wale. Wir spüren, was es heißt, eine winzige Sardine in einem Fischschwarm zu sein, der von Marlins, Thunfischen und einem gewaltigen Seiwal angegriffen wird. Nach dem Überfall sind nur ein paar silberne Fischschuppen übrig, die langsam auf den Grund sinken.


        Reise in die Tiefe

        Wir folgen den immer kleiner werdenden Sardinenschuppen, die langsam in den Ozean hinabsinken und treten eine lange Reise in die Tiefe an. In einem gut gepanzerten Mini-U-Boot passieren wir zunächst die Dämmerzone mit Quallen und Tintenfischen. Als das Sonnenlicht von oben schließlich verschwindet, gelangen wir in die dunkle Zone, die Heimat einiger der seltsamsten Wesen des Ozeans. Wir begegnen dem monströsen Anglerfisch mit seinem grotesken Aussehen, der selbst die Macher von Disney`s “Finding Nemo“ inspirierte.

        Am Meeresboden liegt ein völlig intaktes Walskelett, das von den Aasfressern der Tiefsee gründlich abgenagt wurde. Schließlich taucht unser Mini-U-Boot noch weiter hinab in das schmale Tal eines Gebirgszuges mitten im Ozean. Dort nähern wir uns bis auf wenige Zentimeter den austretenden heißen Strömen und bewundern das außergewöhnliche Ökosystem, das in diesem feindlichsten aller Lebensräume des Ozeans überlebt.


        Vertikalwanderung - Migration des Lebens

        Auf dem Rückweg vom Meeresgrund begleiten wir einen der größten Wanderzüge des Lebens auf unserem Planeten. Jede Nacht begeben sich im Schutze der Dunkelheit Millionen von Lebewesen aus der Tiefe in flachere Gewässer zum Fressen. Man sieht bizarre und schöne Tiere. Im Morgengrauen, als das Sonnenlicht mit voller Wucht auf das Wasser trifft, endet die Sequenz.


        Spinner-Delphine im weiten Ozean

        Hunderte von Spinner-Delphinen springen aus dem Wasser und drehen sich in der Luft. Daher haben sie ihren Namen. Doch niemand weiß wirklich, warum sie das tun. Man vermutet, sie tun es einfach aus Freude und weil sie es können.


        Fischkugel-Schwärme vor den Azoren

        Delphine folgen Hunderten von Sturmtaucher-Vögeln. Endlich finden sie, wonach sie im ganzen Ozean gesucht haben: Eine Fischkugel – ein riesiger Schwarm aus Hunderttausenden von winzigen Fischen, dicht zusammengedrängt und hektisch kreisend. Sie spüren, dass ihre Feinde sie entdeckt haben. Plötzlich erscheinen die Delphine und schlagen breite Schneisen in den Schwarm. Riesige Thunfische beteiligen sich an der Jagd. Von der Oberfläche tauchen die Sturmtaucher mehr als zehn Meter tief, um die Mini-Fische zu packen. Mehrere Minuten lang schauen wir der außergewöhnlichen Unterwasserszene zu, wie Hunderte von Raubtieren den kompletten Schwarm Fische nach und nach auffressen, bis auf die letzte Sardine. Nach so viel rasender Aktivität wird alles still. Wir sind alleine in der weiten Wüste des Ozeans.

        Die Szene und auch der Film enden mit dem atemberaubenden Anblick der majestätischen Schwanzflosse eines Blauwals, der wieder unter der Meeresoberfläche verschwindet.

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