Elling ist Mitte Dreissig und lebt noch immer bei seiner Mutter in einer kleinen Wohnung im Zentrum von Oslo. Er ist total auf die alte Dame fixiert und verläßt das Haus nur selten, auf keinen Fall aber ohne die ihn treu umsorgende Mama. Alles Neue ist ihm suspekt, vor fremden Menschen hat er Angst.
Als der Mutter eines Tages nach einem Arztbesuch bewußt wird, dass sie nicht mehr lange für Elling sorgen kann, fordert sie ihn auf, endlich einmal etwas alleine zu unternehmen, andere Leute zu treffen. Er soll lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.
Elling weist dieses Ansinnen brüsk zurück und wird richtig wütend, als die Mutter – ohne ihn gefragt zu haben – zu diesem Zweck zwei Tickets nach Mallorca kauft. Insgeheim freundet sich Elling aber mit dieser Reise an, hat er doch eine blühende Phantasie hinsichtlich der Möglichkeiten, die sich daraus für ihn ergeben könnten. Gönnerhaft bietet er der Mutter an, sie als „starker Mann“ zu begleiten.
Was er sogleich wieder bereut, als die Welt, die sich jetzt vor ihm auftut, nicht so auf ihn reagiert, wie er es sich erwartet hat.
Dass in Wirklichkeit er selbst es ist, der sich tollpatschig anstellt und Fehler macht, kann und will er sich nicht eingestehen. Immer sind die anderen schuld, und das gibt er ihnen in seiner unwirsch-direkten Art auch unmißverständlich zu verstehen.
Etwa wenn er sich in der Passkontrolle als Mann von Welt gibt und von der großen Reise nach Mallorca schwadroniert, dies aber vom Kontrolleur nicht gewürdigt wird. Oder wenn er beim Check-In nicht weiss, was eine „Bordkarte“ ist, und dann auch noch feststellen muss, dass die Mutter sie längst für ihn mit vorgezeigt hat. Für andere mögen das Kleinigkeiten sein, für Elling jedoch sind das kleine Katastrophen.
Am schlimmsten sind aber für ihn die vielen fremden Leute, die ungebeten eine Unterhaltung anfangen, „intime“ Fragen stellen, und sich damit – wie er sich mit steigendem Groll einbildet - zwischen ihn und Mutter zu drängen versuchen.
Besonders Bugge-Horvik geht Elling auf die Nerven. Der pensionierte Oberst kümmert sich schon vor dem Abflug rührend um Ellings Mutter und fordert damit (völlig ungewollt) die Eifersucht des Sohnes heraus.
Die wahren Herausforderungen für Elling warten auf Mallorca.
Schon als er keinen eigenen Zimmerschlüssel erhält, wird er ziemlich ausfallend, beleidigt die Anwesenden in einem verbalen Rundumschlag. Aber er rastet so richtig aus, als er im Zimmer feststellen muß, dass man für ihn und die Mutter ein gemeinsames Doppelbett vorgesehen hat. Seine Raserei kennt keine Grenzen, seine Beleidigungen machen auch vor der Mama nicht halt. Erst die Ohnmacht, in die er sich flüchtet, bringt ihn zur Ruhe.
Doch die ist nur von vorüber gehender Natur. Zwar sieht er ein, dass er zu weit gegangen ist und dass er sich bei der Mutter entschuldigen muß. Aber er fühlt sich sofort wieder bedroht, als Bugge-Horvik sich allen Abfuhren zum Trotz weiter um die Mutter kümmert und sie – und Elling – zu einem Ausflug auf`s Land und zu einer kleinen Party am Abend einlädt. Elling versucht es wieder mit Brüskierung und Abweisung – vergeblich, denn die Mutter läßt sich nicht mehr bevormunden.
Trotzig beschließt Elling, Mallorca auf eigene Faust zu „erobern“. Ganz allmählich dämmert es ihm, dass sowohl der Mutter als auch ihm selbst ein wenig Selbständigkeit und eine gewisse Unabhängigkeit voneinander nicht unbedingt schaden müssen. Doch der Weg dahin ist voller Stolpersteine ...
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