Donnerstag | 31. Mai 2012 | 07:05 Uhr
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  • Superman Returns

    Action, Abenteuer | USA 2006
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      • | Das Phänomen und der Filmemacher

      • „Es gibt kein Land auf der Welt, in dem Superman unbekannt ist“, sagt „Superman Returns“-Regisseur Bryan Singer, der sich mit dem preisgekrönten „The Usual Suspects“ (Die üblichen Verdächtigen) einen Namen machte und inzwischen die berühmten Blockbuster „X-Men“ (X-Men) und „X2“ (X-Men 2) inszenierte. „Brächte man das Emblem mit dem ,S‘-Logo in den Dschungel, würden es sicher die Hälfte der Einheimischen erkennen. So gesehen ist er ein globaler Superheld.“

        „Wir alle sind mit der einen oder anderen Version von Superman aufgewachsen“, sagt Dan Harris, der das Drehbuch zusammen mit Michael Dougherty geschrieben hat. „Ob wir die Comic-Hefte gelesen, die Fernsehserie oder die Kinofilme gesehen haben – der Mann aus Stahl ist uns vertraut. Ganz einfach.“

        „Es ist die Mischung aus seiner Tapferkeit, seiner Unüberwindlichkeit und seinem Flugvermögen, die mir und all den anderen so gefällt“, sagt Singer. „Superman tut, was getan werden muss, er stellt sich jeder Gefahr, er steigt pfeilschnell in den Himmel auf… irgendwann haben wir alle davon geträumt, es ihm gleichzutun.“

        Seit seinem Comic-Heftdebüt 1938 ist Superman aus der Weltkultur nicht mehr wegzudenken – er entwickelte sich zu einem zeitlosen Symbol menschlicher Ideale. „Als Erster kam er von einem fremden Planeten zu uns – er verkörpert all das, was wir Menschen gern erreichen möchten, vor allem natürlich die Fähigkeit zu fliegen“, sagt Executive Producer Chris Lee. „Hinzu kommt auch seine Superkraft, sein Blick, der alles durchdringt, und sein Gerechtigkeitssinn. Er zweifelt nie, das macht ihn so attraktiv, und er ist es in den 70 Jahren seiner Geschichte immer geblieben.“

        Über 30 Jahre lang trat der Held in Zeitung-Comicstrips auf. Heute freuen sich Millionen Fans auf die monatlichen Comic-Hefte von DC Comics, die in 25 Sprachen und über 40 Ländern erscheinen. Auf der Kinoleinwand tauchte der Mann aus Stahl 1941 erstmals in 17 innovativen Zeichentrickkurzfilmen aus den berühmten Fleischer Studios, aber auch in zwei real gefilmten Action-Serien auf. Inzwischen gibt es fünf Kinofilme, zahlreiche erfolgreiche Fernsehserien und 35 Titel auf Video und DVD. Der erste Kinofilm war 1951 „Superman and the Mole-Men“ mit George Reeves, der als Pilotfilm für die anschließende Fernsehserie diente.

        In jüngerer Zeit kam als erster Film Richard Donners „Superman: The Movie“ (Superman – Der Film, 1978) in die Kinos. Der verstorbene Christopher Reeve spielte den Mann aus Stahl, der legendäre Marlon Brando seinen Vater Jor-El. Regisseur Bryan Singer sah den Film am Startwochenende mit seiner Mutter in einem Dorfkino in New Jersey. „Ich war begeistert“, erinnert er sich. „Die Figur wurde wunderbar lebendig, wobei das Ambiente gleichzeitig stark nostalgisch, aber auch sehr modern war – die Epochen vermischten sich ganz mühelos.“

        Während sich die Kultur, die Wirtschaft und Technologie in unserer Zeit ständig wandeln, tritt Superman weiterhin unerschütterlich für die Wahrheit, Gerechtigkeit und das Gute ein. „Die Welt 1941 unterschied sich sehr deutlich von 1978, und seitdem hat sie sich wieder entscheidend verändert“, sagt Singer. „Deswegen erlebe ich das Superman-Vermächtnis auch weniger als Wandel, viel mehr als Evolution. Natürlich bekommt er es immer wieder mit neuen Schurken zu tun, und sein Kostüm hat sich in all den Jahren unzählige Male verändert. In unserem Film muss er sich ganz besonders mit Veränderungen auseinandersetzen, weil er fünf Jahre fort war. Doch es gibt eine Konstante… die unveränderliche Entschlossenheit, mit der er seine außergewöhnlichen Fähigkeiten einsetzt, um ein Beispiel zu geben und für das Gute zu kämpfen.“

        Mehrere Generationen hat Superman immer wieder daran erinnert, welch hervorragendes Potenzial in der Menschheit schlummert. Er ist ein mächtiger Retter, an den jeder glauben mag. In Donners „Superman – Der Film“ erzählt Brando als Jor-El seinem Sohn posthum, dass dieser nun unter den Menschen leben soll, weil sie das Zeug zu wahrer Größe haben – doch für den richtigen Weg fehlt ihnen die Erleuchtung.

        Spirituell ist Bryan Singers „Superman Returns“ der Nachfolger von „Superman – Der Film“ – Elemente von Brandos Auftritt als Jor-El fließen in den neuen Film mit ein. „Wir beschlossen, eine Art Sequel von Donners Film zu drehen – dadurch sind wir flexibel, und wir können die Sache mit Zuversicht angehen“, sagt Drehbuchautor Michael Dougherty. „Wir merkten, dass jedermann Supermans Ursprungsgeschichte kennt – ob er sich nun genau daran erinnert oder nicht. Jeder hat mehr oder weniger präzise Vorstellungen von Superman. Darauf versuchen wir einfach aufzubauen.“

        Singer fühlte sich immer schon stark mit Superman verbunden – er entwickelte ganz klare Vorstellungen davon, welche Richtung der Superheld in seinem Film einschlagen soll. „Mit Superman habe ich gemein, dass wir beide adoptiert wurden“, sagt er. „Er ist wie ich ein Einzelkind. Aus diesen ganz einfachen Gründen habe ich mich ihm immer verbunden gefühlt – deswegen bleibt er mein liebster Superheld. Deswegen liegt mir auch so viel daran, seine Geschichte auf meine Art zu erzählen.“

        Produzent Jon Peters erinnert sich, wie er sich damals Singers Konzept anhörte: „Ich bekam richtige Gänsehaut, weil ich spürte: ,Wow… der trifft es auf den Punkt. Die Story ist modern, gefühlsbetont, voller Action, aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Alle Elemente eines Superman-Films sind vorhanden.“

        „Bryan ist ein überragender Filmemacher“, sagt Produzent Gilbert Adler. „Er hat Erfolg, weil ihm das Geschichtenerzählen im Blut liegt. Bryan erzählt immer mitreißende Storys – ob bei der Essensausgabe im Kantinenzelt oder auf der großen Leinwand. Bryan ist ein Maestro!“

        Supermans Zeit ist wieder einmal gekommen. Singer hat Jahrzehnte fest daran geglaubt, dass der Mann fliegen kann: Als Kind mit Cape und Superman-Pyjamas, dann als begeisterter Comic-Heftsammler und schließlich als Zuschauer in den 20 Jahren seit dem letzten Kinofilm.

        Unsere Gesellschaft – die ganze Welt – hat sich in den etwa 30 Jahren seit Richard Donners Film drastisch verändert“, sagt der in „Superman Returns“ mitwirkende Schauspieler Frank Langella. „Ich bin begeistert, dass Superman jetzt zurückkehrt. Er kommt zu einer Zeit, in der die Menschen das große Bedürfnis haben, zwei Stunden mit ihrer Riesenportion Popcorn im Kino zu verbringen, damit er sie von den Sitzen reißt.“

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