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    Drama, Biografie | USA 2004
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      • | Die Besetzung

      • Leonardo DiCaprio war seit Jahren, seit er die erste Biografie gelesen hatte, von Howard Hughes fasziniert. Mit Leidenschaft setzte er sich für die Rolle ein und wurde Ausführender Produzent des Films. Doch selbst als AVIATOR Formen annahm und zur Drehreife gelangte, war er noch entmutigt von der Größe des Charakters. Ein Mann voller Widersprüche, galant und verdammt zugleich, ein Visionär und ein Wahnsinniger, stellte hohe Anforderungen. Hinzu kam sein weltweiter Ruf als Symbol für unermesslichen Reichtum und Exzentrik. „Viele Menschen haben bereits einen starken Eindruck von Hughes, allein das ist einschüchternd“, sagt DiCaprio. „Für mich hieß das, ich muss so authentisch wie möglich rüber kommen.“

        Um diese Authentizität zu erlangen, lebte und atmete der Schauspieler monatelang in Hughes Welt. Er las Biografien, hörte sich Tonbandaufzeichnungen an, sah alte Filme – und ging selbst so weit, die halsbrecherischen Flugmanöver selbst zu lernen, die Hughes, so ironisch das klingt, während seiner produktivsten Jahre Bodenhaftung gaben. Als er tiefer in den Charakter eindrang, entdeckte DiCaprio Übereinstimmungen mit Elementen aus Hughes Leben, vor allem Hughes Kämpfe mit der Berühmtheit und die permanente Verfolgungsjagd der Presse. „Er war der letzte Privatmann Amerikas“, kommentiert DiCaprio. „Neben seinem Ehrgeiz hatte er ein Bedürfnis nach Einsamkeit, und das kann ich gut nachempfinden.“

        Vor allem repräsentiert Hughes für DiCaprio den Typ des risikofreudigen Abenteurers, einer aus der Bahn geworfenen Persönlichkeit, die großen Einfluss ausübt. „Er war ein unglaublich komplexer Mann, von dem man mit Sicherheit sagen kann, dass er Chancen ergriffen hat, von denen andere zu dieser Zeit nicht einmal zu träumen wagten“, sagt er. „Er liebte die Fliegerei und den Film und hinterließ in beiden Bereichen bleibende Eindrücke“.
        Was DiCaprio aber, neben all dem Glamour und Abenteuerreichtum der Geschichte, am meisten bewegte, waren die emotionalen, intimen Szenen, wenn Hughes nackt und einsam ist, seine Ängste seine einzigen Begleiter sind. „Am meisten haben mich die Sequenzen mit dem introvertierten Howard Hughes berührt. Scorsese und ich sind zusammen hinab gestiegen in diesen Bereich seiner Psyche, haben sehr tief gegraben, Dinge erfunden und improvisiert. Das gehört für mich zu den intensivsten Erinnerungen an diesen Film.“

        Produzent Graham King war beeindruckt von DiCaprios Enthusiasmus: „Das war nicht nur ein weiterer Schauspieler, der sich in eine normale Rolle vertieft“, sagt King. „Er hat dieses Drehbuch so viele Jahre lang gelebt, dass eine Menge Emotionalität dahinter stand. Wenn Leo über Howard sprach, war ein Glanz in seinen Augen, man konnte ihn wirklich sehen als Howard Hughes. Es war unglaublich, wie er das am Set umsetzte, sich von einem jungen Mann voller Ideen zum älteren Howard wandelt, der von seinen Dämonen gejagt wird.“ King erklärt, dass DiCaprio auch Experten für Zwangsneurosen zu Rate zog, um zu verstehen, was seine Figur so quälte, während sie großartige Erfolge in Fliegerei und Film für sich verbuchen konnte. „Leo wusste, er musste Hughes gegen die Wand spielen“, erklärt King. „Er gibt eine überraschend emotionale Darstellung, die dem Vorbild wirklich gerecht wird. Und ich muss sagen, dass ich noch nie einen Schauspieler so hart habe arbeiten sehen wie Leo Tag für Tag am Set von AVIATOR.“

        Ein Ensemble erstklassiger Schauspieler erweckt, zusammen mit DiCaprio, Hughes Welt zum Leben, und jeder von ihnen war fasziniert davon, eine historische Figur zu spielen.
        Cate Blanchett war Scorseses erste Wahl für die Rolle der Katharine Hepburn – möglicherweise die größte Liebe in Hughes Leben. Blanchett spielte schon in „Elizabeth“ eine reale Person und gewann für die Rolle einen Golden Globe und wurde für den Oscar nominiert. In einem Scorsese-Film zu spielen bedeutete ihr viel, auch wenn sie sich der Stolpersteine der Rolle bewusst war. „Es ist eine Sache, auf der Leinwand jemanden zu verkörpern, der gelebt und geatmet hat, jemanden, von dem die Menschen ein genaues Bild haben, den sie als Ikone verehren – aber noch eine ganz andere, ihn in dem Medium zu spielen, in dem er so verehrt wird“, sagt Blanchett. „Um ehrlich zu sein, hätte ich mich für keinen anderen als Martin Scorsese an dieser Heldentat versucht.“

        „Marty und ich haben viel darüber geredet. Er wollte nicht, dass ich irgendwie eine Parodie oder eine kabarettistische Variante daraus mache. Er wollte etwas tiefer Gehendes. Ich sollte ihre Manierismen, ihre Gesten und ihre Leinwandpersönlichkeit genau beobachten und versuchen, die Wahrheit dahinter zu erfassen, etwas von ihrer außergewöhnlichen Energie einzufangen. Es hat viel Spaß gemacht, mich durch ihre Filme zu arbeiten. Sie steht für eine Film-Ära, in der sie, Bette Davis und Humphrey Bogart sich über ihre Art zu sprechen und zu schauen definierten. Ihre Stimme ist so charakteristisch, aber als Schauspielerin weiß ich auch, dass die Stimme, die du für deine Rolle benutzt, anders ist als deine ‚private‘. Also habe ich mir auch ihre Interviews angehört. Sie hat nicht viele gegeben, als sie jung war, aber das mit Dick Cavett von 1973, als ihre Stimme immer noch jung klingt, war hilfreich.“

        Blanchett machte sich auch über die Anziehung Hepburns und Hughes Gedanken. „Howard und Katharine sind sich in vielem sehr ähnlich. Beide sind Außenseiter, beide äußerst exzentrisch, beide extrem attraktiv. Das, was sie als Defizit sehen, zieht sie aneinander an. Sie haben einen unterschiedlichen sozialen Background, verfügen aber beide über genug Geld, um sich den gesellschaftlichen Zwängen zu entziehen. Auch wenn Katharine ein positiver, aus sich herausgehender Typ ist und Howard still und in sich gekehrt, sind sie sich doch ähnlich.“
        Die Rolle der Ava Gardner, der legendären 40er-Jahre-Göttin, die Howard emotional und erotisch in ihren Bann zog, ging an Kate Beckinsale. Die war begeistert: „Clark Gable soll gesagt haben: ‚Oh, Ava Gardner ist ein toller Typ, der mit den Jungs trinken kann und fluchen wie ein Matrose, aber gefangen ist im Körper der schönsten Frau der Welt‘. In anderen Worten, sie war ein guter Kumpel, großherzig und bodenständig, und verrückt wie jeder andere auch.“

        John C. Reilly, der in „Gangs of New York“ mit von der Partie war und für „Chicago“ eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller erhielt, wurde in einer weiteren zentralen Rolle besetzt, als Hughes’ Finanzchef Noah Dietrich. Die Figur faszinierte ihn sofort: „Wenn man über Howard Hughes spricht, sein exzentrisches Benehmen und seine grandiosen Pläne, ist klar, dass da jemand hinter ihm stehen muss, der alles zusammenhält. Diese Person war Noah“, sagt der Schauspieler.

        Alec Baldwin, 2003 für den Oscar als Bester Nebendarsteller in „The Cooler“ nominiert, spielt die Schlüsselrolle des Juan Trippe, Howards erbittertsten Rivalen und seine Nemesis. Der Yale-Absolvent und Chef von Pan American Airlines verfügte über beste gesellschaftliche Verbindungen. Baldwin: „Trippe war ein großer Visionär, einer der wenigen, die in den 20er und 30er Jahren voraussahen, wie wichtig die kommerzielle Luftfahrt werden würde. Hughes war ebenfalls ein großer Visionär, aber seine Triumphe wurden von seinen persönlichen Problemen irgendwann überlagert.“
        Auch Baldwin war zutiefst angetan von seiner Figur, einem Mann, der zwar nicht so bekannt war wie Howard Hughes, der aber von vielen für die Entwicklung der modernen kommerziellen Luftfahrt verantwortlich gemacht wird. Ein Mann, bekannt für seine enormen Überzeugungskünste und seinen sicheren Instinkt – diese Rolle schien wie für Baldwin gemacht.

        „Trippe war ein großer Visionär“, führt er aus. „Er hatte in den 20er und 30er Jahren die Voraussicht, der kommerziellen Luftfahrt die Bedeutung beizumessen, die sie erhalten würde.“ In vielerlei Hinsicht war Trippe das genaue Gegenteil von Hughes – während Hughes ein texanischer Einzelgänger war, der sich immer außerhalb des Systems bewegte, stammte Trippe aus der Ostküsten-Elite und war politisch gut vernetzt – aber sie teilten die gleiche tiefe Leidenschaft für die Fliegerei. „Ich glaube, sie sahen etwas von sich selbst im anderen, wie das oft bei Rivalen der Fall ist“, stellt Baldwin fest.

        Als weitere historische Persönlichkeit kommt Hollywoods Bad Boy der 30er und 40er Jahre dazu, Errol Flynn. Jude Law, der 2003 eine Oscar-Nominierung für „Unterwegs nach Cold Mountain“ erhielt und zuletzt in „I Heart Huckabees“, „Sky Captain and the World of Tomorrow“ und dem Remake von „Alfie“ brillierte, war wie geschaffen für diesen Part. „Flynn ist für mich die Verkörperung des Mannes, der sein Leben vor der Kamera lebt. Ebenso wie seine verwegenen Filmhelden kann er sich im Alltag mit einer Gruppe von Idioten prügeln und die zahlreichen Frauen verführen, die ihm über den Weg laufen. Als Marty mich bat, diese Rolle zu spielen, die nicht groß ist, war ich völlig aufgeregt. Wir mussten etwas mit den Terminen jonglieren, aber ich habe es hingekriegt.“

        In weiteren Rollen sind Rock-Sängerin Gwen Stefani (No Doubt) als Jean Harlow zu sehen, der blonde Superstar aus Hughes „Hell’s Angels“, des Weiteren Matt Ross als Hughes’ Chef-Ingenieur Glenn Odekirk, Danny Huston als Jack Frye, Präsident von TWA, Ian Holm als seriöser Akademiker, der in Hughes’ Luftfahrtabenteuer verwickelt wird, Alan Alda als Owen Brewster, korrupter Senator von Maine, Adam Scott als Howards etwas schäbiger Presseagent Johnny Meyer sowie Kelli Garner als Faith Domergue, eine 15-jährige Schönheit, die Howard zum Star machen will.

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