Donnerstag | 31. Mai 2012 | 07:18 Uhr
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  • Agata und der Sturm

    Komödie, Liebesfilm | Großbritannien / Italien / Schweiz 2004
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      • Ein Tag wie jeder andere: Agata (Licia Maglietta) wirbelt durch ihren kleinen Buchladen im Zentrum Genuas, regt sich darüber auf, dass in ihrer Gegenwart Lampen zerplatzen, berät Kunden und kriegt Herzklopfen, wenn der bildhübsche und junge Nico (Claudio Santamaria) schon das vierte Buch in einer Woche kauft und ihr schöne Augen macht. Gustavo (Emilio Solfrizzi), ein arrivierter Architekt und Agatas Bruder, kommt von einer Dienstreise aus Bilbao zurück, seine Frau Ines (Marina Massironi) empfängt ihn leicht frostig, der Sohn freut sich auch nicht gerade - normales Familienleben eben. Romeo (Giuseppe Battiston), Vertreter in Sachen Mode, nimmt jede Gelegenheit wahr, seine Gattin zu betrügen, auch an diesem Tag liegt er mit einer fremden Frau im Bett, die davon träumt, Stewardess zu werden, während er davon schwärmt, Forellen auf einer Farm zu züchten. Noch ahnen die Drei nicht, dass das Schicksal wie ein Sturm durch ihr Leben brausen und ihre Existenz auf den Kopf stellen wird.

        Am Abend treffen sich Gustavo und Agata zum Essen. Aber das Bruderherz wirkt seltsam zerstreut, die Frage nach ihrer in Bilbao studierenden Tochter Serena beantwortet er nur unwillig. Erst nach einigem Bohren bricht es aus ihm heraus: Ein wildfremder Typ (Romeo) rief ihn an, um ihm etwas wichtiges mitzuteilen. In einem Café erfährt er von ihm die irritierende Nachricht. Dessen Mutter eröffnete wenige Stunden zuvor, dass sie als junges Mädchen und arme Wäscherin ihr uneheliches Kind weggegeben hat. Da es mit ihr zu Ende geht und sie Gewissensbisse plagen, möchte sie diesen Sohn noch einmal sehen. Ausgerechnet Gustavo soll der Spross sein. Agata tröstet ihn und spricht von einer Verwechslung, will viel lieber wissen, was Serena macht, die - so Gustavos Bericht - bis über beide Ohren in einen Professor verknallt ist. Später ruft er seine Schwester noch einmal an, doch die kann ihm auch nicht helfen, liegt in den Armen von Nico, dem sie trotz wilder Küsse den Zugang ins Schlafgemach verwehrt. Sinnend blättert sie im Fotoalbum und versucht, Situationen aus der Vergangenheit zurückzuholen. Sie findet kein Foto von der schwangeren Mutter und erinnert sich, dass die eines Tages mit dem kleinen Baby auf dem Arm nach Hause kam. Das sorgt für emotionale Konfusion bei Gustavo. Aber damit nicht genug. Auf einer Dienstreise in Dänemark begegnet ihm die hübsche Bürgermeisterin Mrs. Kierkegaard (Ann Eleonora Jørgensen) und die weiß, was sie will, nämlich dem netten Italiener den Kopf verdrehen. Nach einem gemütlichen Abend darf er sie Pernille Margrethe nennen.

        Auch bei Agata knistert es beträchtlich. Nico, den ihre Kollegin Maria Libera (Giselda Volodi) leicht ironisch den „jungen Werther“ nennt, lässt nicht locker, holt sich im Laden neue Buchtipps und verkündet ihr mit größter Vehemenz, gerade sie sei die Frau seines Lebens - trotz des Altersunterschiedes von 13 Jahren. Gustavo sucht derweil nach Hinweisen seiner wahren Identität und besucht Romeo und dessen durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselten Frau Daria (Monica Nappo); nur eine Operation in Japan kann sie eventuell heilen. Romeo drückt ihm ein Foto des wahren Vaters in die Hand und einen Brief des „Adoptivvaters“ an die Kindsmutter, der letzte Klarheit bringt. Der Mann weist darauf hin, 350 000 Lire überwiesen zu haben. Das Kind Gustavo wachse und gedeihe. Dies sei der erste und letzte Brief. Gustavo weiß nun, dass er nicht der war, der er zu sein glaubte. Ein Schock. Als er völlig durcheinander nach Hause kommt, empfängt ihn seine Frau als Geisha verkleidet, eines der üblichen Spiele der Fernseh-Psychologin, um den sexuellen Reiz im Beziehungsalltag zu bewahren. Aber darauf hat Gustavo nun wirklich keine Lust, stattdessen berichtet er ihr von seiner Identitätskrise, für die Ines nur wenig Verständnis zeigt. Sie ist vielmehr sauer, dass er seine Schwester zuerst einweihte und nicht sie. In seinem Frust besucht Gustavo seine Vertraute Agata, die plötzlich nicht mehr seine Schwester ist.

        Einen Monat später: Das Chaos nimmt seinen Lauf. Agata fühlt sich verlassen, Gustavo ruft sie nicht mehr an, Töchterchen Serena taucht auf und weint ihr aus Liebeskummer was vor, die elektromagnetischen Strahlen geraten außer Rand und Band, eine Birne nach der anderen gibt den Geist auf, wie auch der Computer. Einziger Lichtblick ist Nico, der sie weiterhin ungestüm umgarnt. Zwar springt er sofort nachdem der Liebesakt vollzogen ist aus dem Laken, weil die Ehefrau wartet, das hindert ihn aber nicht daran, Agata für einige Tage nach Apulien einzuladen - er möchte neben ihr aufwachen, in der Badewanne plantschen und lesen, morgens, mittags und abends an ihrer Seite sein. Ein verlockendes Angebot. Und auch ihre Kollegin Maria Libera, die wegen des unterschiedlichen Berufsrhythmus ihren Mann selten sieht und sich dazu noch mit dem alkoholabhängigen Vater herumschlagen muss, rät ihr zu, die Feste zu feiern, wie sie fallen: „Wenn du 60 bist, ist er 47, das ist doch okay“. Warum eigentlich aufregen? Nachdem sich 90% der Paare schon vorher trennen, soll man die Zeit nutzen. Dieser Pragmatismus tut Agata gut. Und sie will dem Lusttrip zustimmen. Doch dann der Schreck - an einer Ampel sieht sie den Lover, wie er an einer Blonden herumtätschelt und sie sogar küsst. Da knallen nicht nur bei ihr die Sicherungen durch, sondern auch bei der Ampel. Beim anschließenden Unfall kommt ein Mensch zu Schaden, ausgerechnet Maria Liberas Vater, der in die Klinik eingeliefert wird, aber nach kurzer Zeit wieder ausbüchst. In diesem emotionalen Schlamassel hilft nur eins, ein chinesischer Wahrsager. Aber der streckt nur fröhlich die Zunge heraus und gibt der Frau am Wendepunkt des Lebens mit zuviel Energie triviale Tipps. Sie soll Lockerungsübungen machen und möglichst Gummihandschuhe anziehen, wenn sie sich dem Computer nähert. Selbst ist die Frau, denkt sich Agata und lässt erst einmal alles hinter sich, macht sich auf zum Bruder, der aus dem lauten Genua zu Romeo in die idyllische Po-Ebene geflohen ist, um sich mit der neuen Situation anzufreunden. Romeo, der im Auto gerne Englischunterricht auf Kassette hört, will mit seinem neuen Bruder den geplanten Forellenteich durchziehen. Dazu muss er aber erst einmal den alten Eigentümer Rambone überzeugen, der ihn jedoch meistens mit der Flinte vom Acker jagt.

        Gustavo genießt das sonst so ruhige Landleben und wimmelt alle Anrufe seiner Vermessungsingenieurin aus dem Büro ab. Er führt keine Aufträge mehr aus und auch dass Mrs. Kierkegaard ihn ständig anbimmelt, lässt ihn (erst einmal) kalt. Agata geht mit den beiden Männern in die Kneipe, ausgestattet mit einem sexy Kleid aus Romeos Kollektion. Das Trio trinkt sich fröhlich in Stimmung, Romeo und Agata schleppen den total alkoholisierten Gustavo ins Bett. Obgleich sie sich kaum kennen, sind sie sich sympathisch. Und - ganz Buchhändlerin - gibt ihm Agata Lesestoff. Bevor er da seine Nase hineinsteckt, schleppt er noch schnell die Barfrau ab und Agata muss wohl oder übel seine laute Sexakrobatik im Nebenzimmer mit anhören. Am nächsten Tag schmieden Agata, Romeo und Gustavo Pläne und kommen zu dem Schluss, dass zu einem Fischteich auch ein Buchladen gehört. La Vita e bella! Zumal sich der alte Rambone nach einigem Zureden überzeugen lässt, sein Grundstück zu verkaufen und dem gemeinschaftlichen Projekt nichts mehr im Wege steht. Gustavo entdeckt in dem alten Mann sogar seinen echten Vater und lässt sich auch von anders lautenden Ergebnissen eines Detektivbüros, dass seine Vermessungsingenieurin engagiert hat, nicht davon abbringen. Sein wirklicher Vater soll als Messerwerfer seine Brötchen verdient haben. Davon will Gustavo nichts hören. Auch wenn sein Sohn Benedetto seltsamerweise Spaß am Messerwerfen hat.

        Romeo entdeckt nicht nur immer wieder die Liebe zu seiner Frau neu, sondern auch zur Freude von Agata die Liebe zum Buch. Wenig Liebe dagegen bei Gustavo. Die zickige Ines hat die Nase voll und setzt ihn vor die Tür. Bei Agata gibt`s Entwarnung an der Liebesfront. Nico, der seit Wochen beteuert, sie nicht betrogen zu haben, kommt mit des Rätsels Lösung am Arm: Es war Arturo, ein Doppelgänger, der die Hände nicht vom weiblichen Hinterteil lassen konnte, inzwischen aber wieder solo durchs Leben streift. Trotzdem geht das ganze Theater Agata ziemlich an die Nerven, im Tanzkurs wird sie ohnmächtig und Maria Libera bringt sie nach Hause. Und wer steht plötzlich an der Straße? Nico! Wie ein Blitz stürzt Agata auf ihn zu und sagt ihm alles, was sie sich bisher nicht getraut hat. Eine Liebeserklärung auf italienisch. Was kann es für einen Mann Schöneres geben. Leider ist nicht Nico, sondern Arturo der geduldige Zuhörer und Objekt der Begierde. Agata kriegt die Krise, lässt den Verdatterten stehen und fährt mit Maria Libera weiter. Bei der folgenden Autopanne kommt ihnen Romeo gerne zur Hilfe. Und der sonst so coole Typ erzählt Agata, was ihn seit Jahren belastet. Genau auf dieser Straße raste er mit der schwangeren Daria in einen Laster. Er kam mit gebrochenen Arm davon, sie verlor das Kind und kann seitdem nicht mehr laufen. Er liebt sie, betrügt sie dennoch, kann nicht aus seiner Haut heraus. Zu Hause auf dem Land erlebt Gustavo inzwischen eine angenehme Überraschung. Mrs. Kierkegaard, pardon Pernille Margrethe, wartet auf ihn, die beiden verbringen eine Nacht miteinander. Ein neuer Morgen, ein neues Glück? Man sollte das Schicksal nicht unterschätzen, es hat immer noch einige Überraschungen parat...

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