FILMDETAILS | Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders
Drama,
Krimi
| Deutschland / Frankreich / Spanien / USA 2006
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| Making-of
"Bis zu 1000 Komparsen vor sich zu haben, das war manchmal schon verrückt", erzählt Regisseur Tom Tykwer lachend in der Rückschau. "Aber wenn man akzeptiert, dass alles auf einer abgestimmten Logistik beruht, bereitet man sich einfach noch besser vor als bei früheren 'kleineren' Projekten."
"Logistik" lautete das Zauberwort bei diesen äußerst aufwändigen und das Filmteam bis an die Grenzen der Belastbarkeit führenden Dreharbeiten, die vom 12. Juli bis 16. Oktober 2005 in München (Bavaria-Studios) sowie in Spanien (Barcelona, Girona und Figueras) stattfanden. Den Auftakt bildete bereits Ende Juni ein dreitägiger Ausflug in die Provence, um Landschaftsimpressionen (etwa die für die Parfumherstellung wichtigen Lavendelfelder) abzulichten. Tykwer dirigierte in diesen Wochen insgesamt 5200 Statisten und bis zu 350 Crewmitglieder, die über 100 Motive zum Leben erweckten und 67 Schauspieler zu betreuen hatten. Für Cast und Crew kamen die Umzüge von Set zu Set teilweise einem Roadmovie gleich, so wie auch die Hauptfigur Grenouille im Rahmen der Filmhandlung beständig "auf Achse" ist und vom düsteren Paris aus südostwärts ins unweit der Côte d'Azur gelegene Grasse zieht.
Angesichts eines für europäische Verhältnisse enorm hohen Budgets blieb Regisseur Tom Tykwer gelassen: "Das sind Summen, die sich dem normalen Denken entziehen. Wenn man schließlich mit der Filmarbeit loslegt, sieht man vor allem nur noch die strukturellen Zusammenhänge und damit eben auch die vielen Menschen, die daran mitwirken. Das viele Geld wird und muss nämlich vor allem in die Manpower gesteckt werden. Die reinen Ausstattungskosten sind demgegenüber prozentual gesehen eher gering. Das relativiert dann auch diesen ganzen Wahnsinn, den ein solches Großprojekt naturgemäß erst einmal auslöst."
"Man wird jedenfalls keinen Kostümfilm sehen", fügt Produzent Bernd Eichinger hinzu. "Der Filmlook sieht zwar teuer aus, es werden erlesene Bilder gezeigt, die man so noch nicht gesehen hat. Aber die größte Gefahr ist doch, in einen geläufigen Kostümfilm hineinzurutschen. Da es sich hier aber um einen modernen Film handelt, müssen eben auch die Schauspieler ihre Kostüme wie heutige Alltagskleider tragen. Authentizität ist die eine Sache, aber man braucht auch den modernen Ansatz. Das war ein bisschen so wie bei DER NAME DER ROSE, der zwar im Mittelalter spielt, aber eben auch kein reiner Kostümfilm ist. Ein Film muss neben dem Buchstoff als eigenständiges Kunstwerk bestehen können. Dafür muss man eben neue Wege auch als Autor finden: DER PATE etwa ist kein Kinoklassiker geworden, weil es den Roman vorab gab, sondern weil er ein innovatives Filmwerk ist."