Action,
Science Fiction
| Großbritannien / Kanada / USA 2006
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| Über die Produktion - 1
Wegen der vollen Terminkalender der Schauspieler erforderte es viel Planungsgeschick, um den gesamten Cast für X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND wieder gemeinsam vor die Kamera zu bringen. An der Tatsache, dass sie alle wieder mit von der Partie sein werden, wurde sowieso nie gezweifelt. „Das war für die Story und die Beziehungen zwischen den Figuren, aber besonders auch für die Fans, die diese Filme lieben, sehr wichtig,“ so Produzentin Lauren Shuler Donner. „Es sagt sehr viel über die Liebe der Schauspieler zu diesem Drehbuch und zu den X-Men-Filmen generell aus, dass sie alle wieder gemeinsam vor die Kamera getreten sind,“ fügt Avi Arad hinzu. „Es ist die Besetzung, die diese Filme zu dem gemacht haben, was sie sind und es war außerordentlich wichtig, alle Darsteller für diesen Film wieder ins Boot zu holen.“
Die Schauspieler merkten, dass ihren Charakteren nun große Veränderungen bevorstanden. Besonders Famke Janssen, die die Telepathin Jean Grey spielt. In X2 hatte Jean ihr Leben geopfert, um die anderen X-Men zu retten und ertrank im Alkali Lake. Aber die letzte Szene in diesem Film deutet bereits an, dass wir sie wahrscheinlich noch einmal sehen werden - und X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND zollt dieser Tatsache im großen Stil Tribut.
Jean kehrt zurück, wiedergeboren als „Dark Phoenix“ mit außergewöhnlich starken Kräften. Sie ist sozusagen zur ultimativen Waffe geworden - die jeder, da der Krieg kurz bevorsteht, für sich haben will. Sie wird also zur Bedrohung, nicht nur für die X-Men selbst, sondern für die ganze Welt.
„Jeans Geschichte ist die extremste von allen. Wir wurden von einer bestimmten Storyline der Comics inspiriert, die so zuvor noch nie zu sehen war: Wir nahmen einen Helden und machten aus ihm einen Bösewicht. Ihr Schicksal ist sehr emotional, denn es dreht sich unter anderem auch darum, mit ansehen zu müssen, wie jemand, den man liebt, nach innen und nach außen explodiert,“ so Simon Kinberg.
„Das, was Jean in diesem Film tut, unterscheidet sich erheblich von ihrem Verhalten und Handeln in den ersten beiden Filmen. Es ist eine riesige Veränderung, auf die Comicfans bereits sehnlichst warten und von der die Zuschauer sicherlich geschockt sein werden,“ so Famke Janssen.
In X-MEN und X2 ist Jean Lehrerin an Xaviers Schule und eine Heldin. Zusammen mit ihrem Mentor und Freund, Professor Charles Xavier, ihrem Verlobten Scott Summers (aka Cyclops) und dem Rest der X-Men kämpft sie im ersten Teil gegen Magneto und im zweiten gegen den Mutanten hassenden Stryker.
Trotz ihrer Heldentaten wird ihr dunkles Schicksal bereits in den ersten beiden Filmen angedeutet. Dieses Schicksal wird nun in X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND enthüllt. „In den ersten beiden Filmen merkt man bereits, dass mit Jean irgendetwas nicht stimmt - es gibt Momente, in denen ihre Kräfte sie überfordern. In X2 wird das noch weiter ausgebaut - sie hat Kopfschmerzen und kann ihre Kräfte manchmal nur schwer kontrollieren,“ so Janssen.
Das Schicksal von Cyclops (James Marsden) ist eng mit Jeans Wiedergeburt verbunden. Die beiden waren verlobt und hatten bereits geplant zu heiraten, doch Jeans Heldentod machte den einst so linientreuen Cyclops verbittert und bekümmert. „Er hat seinen Lebensmittelpunkt, den Menschen, den er liebte, verloren. Die X-Men und all das, für das sie einstehen, haben für ihn an Bedeutung verloren, nun, da Jean nicht mehr da ist. Eigentlich leidet das gesamte X-Men-Team,“ so Marsden.
Rogue (Anna Paquin) freundet sich mit dem Gedanken an, als Mensch wiedergeboren zu werden. „Nun, da es ein Heilmittel gibt, steht Rogue vor einer schweren Wahl. Entweder kann sie sich heilen lassen und somit ihr Leben für immer verändern, oder sie akzeptiert, wer sie ist und lebt weiterhin wegen ihrer Mutation ein isoliertes, einsames Leben,“ so Paquin.
„Rogue hat schlicht und einfach die schlimmsten Fähigkeiten im gesamten Mutantenuniversum. Sie kann niemanden berühren, keine Liebe zum Ausdruck bringen. Was soll sie nun machen? Der Film gibt Antwort auf diese Frage,“ so Produzent Ralph Winter.
Rogues Geschichte ist eng mit der von Bobby Drake (aka Iceman) verbunden, mit dem sie in X2 eine Beziehung begonnen hatte. Aber ihrer aufkeimenden Liebe wird ein schweres Hindernis in den Weg gelegt, denn sie kann aufgrund ihrer Kräfte niemanden anfassen, sonst würde sie dessen Leben aufs Spiel setzen. „Die Beziehung zu Rogue stellt Bobby auf eine harte Probe. Alles wird sogar noch komplizierter, als er merkt, dass er auch etwas für Kitty Pryde (eine junge Mutantin, die sich durch Materie bewegen kann) empfindet. Er ist bereit, ein vollwertiges Mitglied der X-Men zu werden,“ so Shawn Ashmore.
Auch der Kampf gegen seinen Erzfeind Pyro, der ein Mitglied der bösen Bruderschaft ist, und das Feuer kontrollieren und manipulieren kann, geht weiter. „Es ist ein Krieg zwischen Feuer und Eis,“ so Aaron Stanford (Pyro). „Meine Figur ist Magnetos rechte Hand geworden. Er ist nun noch selbstsicherer, noch mächtiger und kann noch größeren Schaden anrichten.“
Auch Mystique, eine Formwandlerin und Mitglied in Magnetos Bruderschaft, bekommt die Auswirkungen des Heilmittels zu spüren. „Sie kämpfte stets treu an Magnetos Seite. Aber sie muss einiges einstecken als Magneto seiner Empörung und seinem Zorn über die Entwicklung des Heilmittels freien Lauf lässt. Und die Wut der Hölle ist nichts gegen die einer verschmähten Frau,“ so Rebecca Romijn, die, wie bereits in den ersten beiden Filmen, stundenlang in der Maske verbrachte, um zur blauhäutigen Mutantin zu werden.
Das Universum der X-Men Comics wird von Hunderten von verschiedenen Charakteren bevölkert, von denen die meisten aufgrund der begrenzen Zeitvorgaben keinen Platz in einem zweistündigen Film finden konnten. Nach jeder Bekanntmachung des Drehvorhabens für einen neuen Film der X-Men-Reihe erhielten die Filmemacher unzählige Fanbriefe, in denen die Fans ihre Ideen und Gedanken darüber, welche neuen Figuren den Weg auf die Leinwand finden sollten, kundtaten. Beast und Angel führten die Liste dieser Charaktere an. Als der dritte Film Gestalt anzunehmen begann, hatten die Filmemacher endlich eine Story, die groß genug war, um diese Figuren einzubauen.
Nachdem es beschlossene Sache war, Beast in den Film zu integrieren, stand das Team vor der Herausforderung, einen geeigneten Schauspieler für die Rolle zu finden. Beast, der zu Beginn des Films die Abteilung für Mutant Affairs der US-Regierung leitet, ist einer der weltbekannten Experten auf den Gebieten der Mutationen und Evolutions-biologie. Er hat ein immenses Wissen in Genetik, Biochemie und vielen anderen Wissenschaftsfeldern und er verfügt trotz seines massigen Körperbaus über übernatürliche Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Ge-schicklichkeit.
„Jeder hatte seine eigene Vorstellung davon, wer für diese Rolle am besten geeignet war. Am schwierigsten war es nicht, den Charakter für das Drehbuch zu schreiben, sondern den passenden Schauspieler zu finden. Kelsey Grammer ist für mich die absolute Idealbesetzung. Er verkörpert Beast mit seiner Stimme, seinem Verhalten, seiner körperlichen Darstellung und seinen Augen,“ so Ko-Autor Simon Kinberg.
Grammer war begeistert von der einzigartigen Mischung aus Intellekt und Körperkraft, die Beast in sich trägt. „Beast ist sehr intelligent und kämpft eigentlich nur ungern. Aber wenn er kämpft, dann tut er das ganz ausgezeichnet. Ich dachte mir also, okay, das will ich spielen,“ so Grammer.
Der Schauspieler, der weltweit für seine fünf mal mit dem Emmy gekrönte Rolle des Dr. Frasier Crane in den erfolgreichen Sitcoms „Cheers“ und „Frasier“ bekannt ist, ist unter der dicken Make-up-Schicht und den Prothesen, die ihn in Beast verwandeln, kaum noch wiederzu-erkennen.
„Als ich für die Rolle zugesagt hatte, ist mir klar geworden, dass dies mein erster Ausflug in die Welt der Make-up-Prothesen ist. Und ich muss zugeben, dass ich mir nicht ganz sicher war, ob ich mich darüber freuen sollte, oder nicht. So eine Maske hilft einem sehr dabei, den Charakter realistisch zu spielen, aber gleichzeitig erdrückt es einen auch ein wenig. Man muss viel stärker arbeiten, um seine Energie auch durch die Maske sichtbar und spürbar zu machen. Andererseits hatte das Ganze auch seine positiven Seiten. Die Prothesen halfen mir zum Beispiel dabei zu erkennen, wie wichtig auch eine gewisse Ruhe in der Performance ist. Ich entschied mich, nicht zu viele Gesichtsausdrücke in die Rolle zu bringen, sondern mich mehr auf die Augen zu konzentrieren. Es sind seine Augen, durch die man Beasts Intellekt erkennen kann,“ so Grammer weiter.
Laut Bart Mixon von Spectral Motion, eine der führenden Make-up-Effects-Firmen, die auch für das Make-up von Angel, Colossus und Juggernaut verantwortlich zeichnet, dauerte es drei Stunden, bis Grammers Make-up fertig war. Mixon arbeitete hierfür mit Thom Floutz, einem Künstler auf dem Gebiet des Prothesen-Make-ups, zusammen. „Beasts Make-up ist ziemlich kompliziert. Es gibt fünf verschiedene Prothesenstücke für den Kopf. Eines für den Hals, für die Schädeldecke mit Ohren, eine große Prothese für die Wangenknochen und den Kiefer, ein Stück für seine Stirn und noch eine eigene Unterlippen-Prothese. Dann gibt es noch einen Ganzkörperanzug, Handschuhe, spezielle Füße und natürlich sechs Haarteile. Außerdem musste das Make-up sehr flexibel sein,“ so Mixon.
Angel (gespielt von Ben Foster) ist den meisten Comicfans genauso ans Herz gewachsen wie Beast. Angels Vater, der reiche Industriemogul Warren Worthington II (gespielt von Michael Murphy), kann die Mutation seines Sohnes nicht akzeptieren. Angel hat Flügel mit einer Spannweite von beinahe fünf Metern und kann deshalb fliegen. Die Sorge um seinen Sohn und dessen Mutation bringt Warren Worthington II dazu, die Entwicklung eines Heilmittels voranzutreiben.
Eine der ausdrucksstärksten Szenen zeigt den jungen Angel, der versucht, seine Mutantenkräfte los zu werden. „Angels Handeln zeigt, wie viel jungen Leuten daran liegt, in die Gesellschaft zu passen, von allen anderen gemocht zu werden. Auf gewisse Weise fasst es das zusammen, worum es bei den X-Men eigentlich geht: Wir alle fühlen uns, als wären wir vollkommen unterschiedlich und das einzig richtige ist, dass wir diese Unterschiede akzeptieren. Wenn wir das nicht tun, können katastrophale Dinge passieren,“ so Foster.