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  • Eine zauberhafte Nanny

    Familie, Komödie | Großbritannien 2005
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      • | Welt von „Eine zauberhafte Nanny“

      • Die Geschichte spielt in England, irgendwann im späten Viktorianischen, Anfang des Edwardianischen Zeitalters in einer Kleinstadt bei London. Durch diese märchenhaft anmutende, keiner spezifischen Ära streng zugeordneten Zeit konnten Jones und Produktionsdesigner Michael Howells für „Eine zauberhafte Nanny“ eine Traumwelt erschaffen. „Wir orientieren uns an einer Art Bilderbuch des späten Viktorianischen Zeitalters“, erklärt Howell. „Es gab keine spezifischen Zeitangaben, die uns einschränkten, was eigentlich sehr schön ist. Es ist eine Phantasiewelt, in die man mit dieser Familie eintritt und beobachtet, wie sich die Geschichte entwickelt.“

        Jones erschuf ein Umfeld, in dem Howells, Kameramann Henry Braham, Kostümdesigner Nic Ede und der Haar-Stylist und Visagist Peter King mit noch nie da gewesener kreativer Freiheit zusammenarbeiten konnten.

        „Ich denke, die vier Abteilungen haben sich unglaublich erfolgreich ergänzen können, und das hat man nicht oft“, meint Jones. „Es gibt auf all diesen Gebieten unglaublich talentierte Abteilungsleiter, doch manchmal sieht jeder den Film auf eine andere Weise. Ich sehe meine Aufgabe darin, sicherzustellen, dass alle an einem Strang ziehen und sich frei entfalten können.

        Ein Großteil dieser künstlerischen Entfaltungsfreiheit spiegelt sich im Einsatz der Farben wider – eine lebendige Mischung aus blauen, grünen, roten und rosafarbenen Nuancen. Jones sagt: „Howells ist völlig ausgeflippt. Das ist Michaels Geniestreich.“

        Kameramann Henry Braham, der bereits an „Lang lebe Ned Devine!“ mit Regisseur Jones zusammengearbeitet hat, entschied sich für einen neuen Film, der für diese kräftigen Farben bestens geeignet ist. „Auf diese Idee kamen wir bereits sehr früh“, berichtet Braham. „Dies ist eine Extremversion des Farbfilms und Designs, denn in jeder Aufnahme verwenden wir sehr satte Farben, und das bestimmt den gesamten Look.“

        Braham fährt fort: „Damit der Zauber funktionieren kann, muss es auch eine Portion Realität geben. Diese Elemente verbinden sich, um eine magische und – so hoffe ich - zeitlose Welt zu erschaffen.“

        „Bei einem Punkt bin ich mit Kirk absolut einer Meinung: Die meisten englischen Kostümfilme bewegen sich in einer Palette zwischen Schwarz und Braun“, meint Doran. „Das wirkt so, als wären die Farben erst nach Dickens Tod erfunden worden. Kirk meinte jedoch: ‚Ich möchte einen Film mit gewagten Farben drehen’, und genau das hat er auch getan.“ Der Regisseur wiederum lobt Braham für seine Mühen: „Henry arbeitet auch außerhalb seines Bereichs intensiv mit und hat einen entscheidenden Beitrag für die gesamte Farbgestaltung geleistet.“

        Den Mittelpunkt des Films bildet das Haus der Browns, eine heruntergekommene Villa, die einst von sehr wohlhabenden Menschen bewohnt gewesen sein mag, in der jetzt jedoch Menschen leben, die weder genug Zeit noch genug Geld haben, um sie instand zu halten. Jones stellte sich ein Haus vor, in dem jedes Kind sofort gerne wohnen würde: „Die Kinder sollten dieses Haus sehen und denken: ‚Was für ein tolles Haus, sieht wie ein lustiger Ort auf, um dort aufzuwachsen“, berichtet er.

        Die Größe der Familie und die Menge der stattfindenden Aktivitäten bestimmte auch die Größe und Struktur des Hauses. „Es begann mit einem kleinen Backsteinhaus und wuchs mit unseren Ideen immer weiter“, sagt Howells. „Wir haben ein echtes Architektur-Mischmasch verwendet, es gibt Lieblingsdetails aus aller Welt, z.B. französischen Kolonialstil, gotische und viktorianische Elemente sowie jede Menge Kunsthandwerk.“

        Jones informierte Howells über die räumlichen Voraussetzungen, die sich dann in etlichen Entwürfen widerspiegelten. „Das Haus musste einen ganz eigenen Charakter haben“, meint Howells. „Es sollte für die Zuschauer attraktiv sein und die Lust wecken, sofort einzutreten und alles zu erkunden.“

        Sowohl vom finanziellen als auch vom künstlerischen Standpunkt aus entschieden sich die Filmemacher dafür, das Brown-Haus und das Städtchen von Grund auf zu erbauen. „Das heißt, dass man alles passend gestalten kann“, sagt Jones. „Denn die Zuschauer spüren unbewusst, wenn die Geographie des Sets so nicht wirklich existiert. Natürlich kann man im Schneideraum viel erreichen, aber wenn man echte Sets aufbaut und das gesamte Panorama zeigen kann, dann hilft das dem Zuschauer, an die Welt zu glauben, die wir erschaffen haben. Es schien absurd, an real existierende Drehorte zu reisen, von denen wir jedoch wussten, dass sie visuell niemals so interessant sein könnten wie diese Entwürfe von Michael.“

        Die raffinierten Sets wurden zu Papier gebracht und als Modelle angefertigt, damit die Filmemacher vor der Errichtung alle Details unter die Lupe nehmen konnten. „Die Szenenkonfiguration bestimmte die Form des Hauses“, erklärt Howell. „Dazu kamen kleine Besonderheiten, krumme Fenster und eine Terrasse hier und dort; doch eigentlich begannen wir mit der Mitte des Hauses und arbeiteten uns nach draußen vor.“

        Nachdem sie sich zwei weitere Drehorte angeschaut hatten, entdeckten die Filmemacher auf einem weitläufigen Privatanwesen in Penn, Buckinghamshire, die perfekte Hintergrundkulisse für die Welt von „Eine zauberhafte Nanny“. „Diesen Ort haben wir hauptsächlich wegen der besonders geeigneten Bäume ausgesucht“, sagt Howell. „Es sind große Bäume, die nicht alle im besten Zustand sind, doch das war ein Pluspunkt für das Aussehen des Hauses.“

        „Es regnete in Strömen und war sehr neblig, als wir das Anwesen zum ersten Mal besuchten“, erinnert sich Doran. „Kirk und Michael und Henry und Glynis und ich – wir stapften durch knöcheltiefen Schlamm mitten im Nirgendwo – überall nur große alte Bäume und Gras und sonst nichts. Als ich zu Kirk und Henry und Michael hinübersah, hatten sie alle ein breites Grinsen. Das war der richtige Ort. Und wenn man sich den Film anschaut, kann man es kaum glauben, dass alles, was man sieht – abgesehen von den größten Bäumen – ausschließlich für die Dreharbeiten dort hingestellt wurde.“

        Howells ist in seiner Freizeit passionierter Gärtner und genoss die Gelegenheit, für den Film einen verwilderten Garten bis ins kleinste Detail nachzubilden. Das Team pflanzte hunderte kleinerer Bäume, dichtes Gebüsch, tausende von Blumen; sie bauten ein Baumhaus, einen Schweinestall, einen Hühnerstall, eine Gartenlaube und ein Treibhaus. Howells erklärt: „Wir wollten einen Traumgarten für Kinder erschaffen – den perfekten Garten, wo man sich verstecken und spielen kann. Es ist ein magischer Ort. Uns kam es darauf an, die Phantasie der Menschen wiederzugeben und anzuregen.“

        Das Art Department von Howell setzte überall Seidenblumen ein, fügte Kapuzinerkresse und Grassamen hinzu sowie Vogelscheuchen, um dem Garten diese verwunschene Stimmung zu verleihen. In die Hecken wurde eine Mischung aus Wiesenblumen eingenäht. „Es ist sehr clever, dass die Browns nicht über viel Geld verfügen“, meint Jones. „und ich kann mir nicht vorstellen, dass Mr. Brown viel Zeit hat, um sich um den Garten zu kümmern. Der sollte also voller dorniger Hecken, struppigen Sträuchern und ungemähtem Rasen sein. Das hat meiner Meinung nach mehr Persönlichkeit als ein extrem gepflegter Garten.“

        Das Haus selbst wird von 40 Tonnen Stahl getragen; die Innenräume wurden so gebaut, dass Henry Braham bei der Ausleuchtung die größtmögliche Freiheit genoss.

        Mr. Browns Büro musste so gestaltet werden, dass die Streiche, die die Kinder Mrs. Quickly während des Tees spielen, untergebracht werden konnten. „Es musste glaubwürdig wirken, dass die Kinder sich dort verstecken und hinter den Regalen und Fenstern hervorspähen, während sie an Angelruten befestigte Spinnen schwenken, die Mrs. Quickly verscheuchen sollen“, berichtet Jones. „Anfangs drehten sich viele der Gespräche zwischen Michael darum, welche praktischen und welche komödiantischen Voraussetzungen wir erfüllen mussten.“ Dazu gehörte auch eine Lücke unter der Treppe, aus der schleimige Haferflocken geschleudert werden können sowie eine Treppe, die geeignet (und groß genug) war, damit Mr. Brown hinunterpurzeln konnte.

        Eines der wichtigsten Sets war die Eingangshalle zur Haustür, wo Mr. Brown Nanny McPhee zum ersten Mal sieht. „Es war mir wichtig, dass die Einganghalle ziemlich schmal ist“, sagt Jones. „Ich habe mir Mr. Brown vorgestellt, wie er diesen langen Flur hinunterläuft und förmlich zur Eingangtür hingezogen wird, ihrer Silhouette entgegen. Das Design sollte auch einen praktischen Zweck erfüllen.“

        Die besondere Liebe zum Detail wird anhand der raffinierten Tapeten, ausgewählten Textilien, altmodischen Möbel und des antiken Zubehörs auch in der Innenausstattung des Hauses sichtbar, besonders im chaotischen Kinderzimmer. „Auf einer Versteigerung haben wir echte Schmuckstücke aufgestöbert“, sagt Howells. „Wunderschöne alte viktorianische Puppen und andere Spielsachen, Originalstücke, deren Nachbildung sehr teuer gewesen wäre, und die einfach viel besser aussehen, eben weil sie echt sind, wirklich abgenutzt wie Spielzeug, das über Generationen hinweg benutzt wurde.“

        Firth meint: „Für einen Schauspieler ist es eine große Hilfe, an den Drehort zu kommen und diese magische Welt zu betreten, die so perfekt erschaffen wurde. Man kann nicht anders, als darauf zu reagieren; es hilft einem dabei, die eigene Skepsis zu überwinden.“

        An einem Tag nimmt die Nanny die Kinder auf einen Ausflug an die Küste mit; Jones entschied sich dafür, diese Szene vor den Klippen der abgelegenen und fast unzugänglichen Ortschaft Durdle Dor in Dorset zu drehen. „Ich finde viele der Drehorte, die leicht zugänglich sind, einfach fade“, erzählt Jones. „Sie sind einfach nicht so dramatisch und felsig wie Durdle Dor; schon als ich die Fotos sah - und dann zur Besichtigung vor Ort war - wusste ich, dass dies der ideale Drehort war.“

        Die Strandszene, in der die Kinder von der bevorstehenden Ankunft von Mrs. Quickly erfahren, sollte ursprünglich im Garten der Browns stattfinden. „Wir beschlossen jedoch, diese Szene ans Meer zu verlegen“, sagt Jones, „um weite, offene Landschaften und den Meeresblick einzufangen“. Das hatte jedoch seinen Preis. „Ich dachte, Kirk sei verrückt geworden, als er diesen Drehort auswählte“, erzählt Doran lachend. „Es war ein langer Fußmarsch von unserem Hauptquartier zu den Klippen, dann ging es 170 Felsstufen eine sehr steile Klippe hinab an den Sandstrand. Die Ausrüstung wurde per Hubschrauber an- und abtransportiert, aber die Menschen, Kinder inbegriffen, mussten diese Stufen täglich mehrmals bewältigen – sogar um auf die Toilette zu gehen. Wenn ich mir aber jetzt diese Filmsequenz anschaue, denke ich nicht mehr an die vielen Stufen oder an die Kälte oder an den Wind – ich bewundere nur noch die Schönheit und Vollkommenheit des Ortes. Und Kirk wusste das von Anfang an: Die Anstrengung dauert nur ein paar Tage, aber diese Szene wird ewig überdauern.“

        Zusätzlich wurden einige Sets in den Pinewood Studios errichtet, darunter das Kinderzimmer, das Schlafzimmer, die Küche und Nanny McPhees Zimmer. Meist waren es Sets, die miteinander verbunden waren, damit sich die Kamera von einem Raum zum anderen bewegen konnte.

        Weitere Dreharbeiten fanden in Warren’s Green statt, einem einfachen Landhaus, das in Mrs. Quicklys fuchsienfarbenes Paradies verwandelt wurde.

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