Donnerstag | 31. Mai 2012 | 10:33 Uhr
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  • FILMDETAILS | Eine zauberhafte Nanny
  • Eine zauberhafte Nanny

    Familie, Komödie | Großbritannien 2005
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      • | Der verzweifelte Träumer

      • Die überirdische Nanny McPhee bildet einen scharfen Kontrast zum allzu menschlichen Haushalt der Browns; das Familienoberhaupt ist der verträumte, einsame und manchmal verzweifelte Vater, Mr. Brown. Diese zentrale Figur verknüpft die komödiantischen und die romantischen Aspekte des Films; daher war die Besetzung dieser Rolle von höchster Bedeutung. „Sehen wir der Sache ins Auge: Wir haben nach einer unmöglichen Kombination gesucht“, meint Doran. „Wir brauchten jemanden, der als Vater von sieben Kindern glaubwürdig wirkt, gleichzeitig aber ein verträumter Romantiker ist, denn die Liebesgeschichte ist ebenso wichtig.“ Kirk Jones hatte keinerlei Zweifel bezüglich seiner Idealbesetzung für diese Rolle: „Colin Firth stand auf meiner Liste immer ganz oben.“

        Schauspieler Firth wurde sowohl für seine Darstellung in dramatischen Rollen („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) als auch in romantischen Komödien („Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“) allseits gefeiert und war genau der richtige Mann für diese Gratwanderung in „Eine zauberhafte Nanny“. „Zu den interessantesten Dingen, die eine Geschichte leisten kann, gehört die Fähigkeit, uns zum Lachen, dann zum Weinen zu bringen und dann umgekehrt“, erzählt Firth. „Das ist unglaublich kraftvoll; für jeden Schauspieler ist es großartig, Teil einer solchen Geschichte zu sein.“

        Thompson meint: „Colin ist wahrscheinlich einer der wenigen britischen Schauspieler, der die Anlagen für zutiefst witzige Komödien und auch für romantisches Drama in sich vereint.“ Jones fügt hinzu: „Er traf sowohl bei den breit angelegten Witzen als auch bei der Empfindsamkeit der Figur voll ins Schwarze. Viele Schauspieler können zwar diese beiden Emotionen erzeugen, doch nur wenige können sie so wirkungsvoll kombinieren.“

        Als er das Drehbuch las, fühlte sich Firth wie ein Kind, dem man eine Geschichte erzählt: „’Eine zauberhafte Nanny’ bietet alles, was man von einer guten Geschichte erwartet – all die Dinge, nach denen man sich als Kind bei einer Geschichte sehnte. Man wollte sich ein wenig fürchten, oder sogar sehr fürchten, und man wollte vielleicht ein bisschen Romantik. Dies ist eine gute, solide Geschichte. Darin wird die Zeit nicht zurückgedreht, und man dringt auch nicht in impressionistisches Terrain vor. Die Story ist sehr witzig, ziemlich bedrohlich, handelt von Liebe und hat ein Happy-End. Sie beinhaltet also eine Fülle dieser grundlegenden, eher altmodischen Elemente und arbeitet dabei auf sehr hohem Niveau. Man hofft, dass Kinder diese Geschichte mit großen Augen verfolgen werden und gar nicht genug davon bekommen können, denn genauso ist es mir ergangen.“

        Mr. Brown ist Witwer und Vater von sieben Kindern – und mit der Situation eindeutig überfordert. Er hat keinerlei Vertrauen in sich selbst oder in seine Kinder – und anfangs auch nicht in die merkwürdige Gestalt, die vor seiner Haustür auftaucht. Auch sein Liebesleben besteht aus Verwirrung; er schwankt zwischen der Sehnsucht nach seiner verstorbenen Frau und dem Bedürfnis, sich für das eigene Wohl und das Wohl seiner Kinder von der Vergangenheit zu lösen. „Mr. Brown ist der leidgeprüfte Vater von sieben extrem frechen Kindern; er liebt sie alle bis zur Selbstaufgabe“, erklärt Firth. „Ich glaube, er ist ein sehr sentimentaler Mann, der seinen Kindern nichts abschlagen könnte, und da er noch nicht lange verwitwet ist, liegt es nun an ihm, für Ordnung zu sorgen und sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen.“

        Der Schauspieler fährt fort: „Diese Geschichte spielt in einer Zeit, als Menschen, die Schulden hatten, ein wirklich grauenhaftes Schicksal drohte. Für Mr. Brown bedeutet dies das Schuldnergefängnis, auf die Kinder wartet das Armenhaus, und die gesamte Familie würde auseinandergerissen. Hier geht es natürlich um schwarzen Humor, doch sein echtes Dilemma entsteht dadurch, dass der Vater das alles vor den Kindern verschweigen will, er darf ihnen seine Angst nicht zeigen und möchte ihnen nur sein lächelndes Gesicht zumuten.“

        „Mr. Brown ist sehr friedliebend, seine Kinder aber nicht“, meint der neunjährige Schauspieler Raphael Coleman, der den besserwisserischen Eric spielt, den zweitältesten der Brown-Söhne. „Die Kinder sind echt gemein; sie sind einfach nur böse. Und der Vater ist das genaue Gegenteil.“

        Die Darstellung des Vaters von solch gemeinen Kindern verlangte Firth auch physische Komödieneinlagen ab; laut eigener Aussage war dies sowohl anstrengend als auch beängstigend: „Es ist schon paradox, dass die scheinbar einfachsten und albernsten Dinge in Wahrheit oft für die größten Schwierigkeiten beim Drehen sorgen.“ Doch seine Mühen haben sich ausgezahlt. „Er hat uns alle zum Lachen gebracht und eine Performance abgeliefert, die warmherziger und mitreißender ist als alles, was er je zuvor gemacht hat“, meint der Regisseur. „Colin war bezüglich der komödiantischen Aspekte äußerst feinfühlig; er hat, wenn nötig, auch dicker aufgetragen, doch wenn seiner Meinung nach die Gefahr der Übertreibung drohte, bestand er darauf, eher die leisen Töne einzusetzen.“

        Im Verlauf der gesamten Dreharbeiten verließ sich Firth auf Jones, der den ruhenden Pol inmitten der wahnwitzigen Action bildete: „Das ist eine große Kraft“, meint Firth. „Kirk macht keine Kompromisse und weiß genau, was er will, ist jedoch gleichzeitig sehr großzügig und erlaubt es den anderen, ihre Phantasie spielen zu lassen. Wenn man etwas anderes ausprobieren möchte, wird er einem immer einen Versuch gestatten, doch er ist sehr bestimmt, wenn es darum geht, auf welche Weise gedreht werden soll.“

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