Abenteuer,
Komödie,
Fantasy
| Großbritannien / USA 2005
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| Vier verzogene Gören
In den Rollen der vier Kinder, die Charlie bei der Fabrikbesichtigung begleiten, erleben wir AnnaSophia Robb als Violetta Beauregarde, Jordan Fry als Micky Schießer, Julia Winter als Veruschka Salz und Philip Wiegratz als Augustus Glupsch. Wie ihre literarischen Vorbilder, die in dem weltweiten Gewinnspiel auf eine goldene Eintrittskarte für die Wonka-Fabrik hoffen, stammen die vier begabten jungen Schauspieler aus sehr unterschiedlichen Milieus, bringen verschiedene Erfahrungen mit und wurden aufgrund eines internationalen Castings besetzt.
„Wir behaupten nicht, dass diese vier Gewinner der goldenen Eintrittskarten bösartig sind“, sagt Zanuck diplomatisch. „Aber auf diese Art Kinder wären keine Eltern stolz.“
Violetta Beauregarde ist ein extrem ehrgeiziger und von sich selbst überzeugter kleiner Teufelsbraten – sie brüstet sich mit ihren zu Hause gestapelten Siegestrophäen und arbeitet derzeit daran, den Weltrekord im Dauer-Kaugummikauen zu brechen. Obwohl Wonka sie davor warnt, schnappt sie sich in der Versuchsabteilung ein Stück experimentelles Kaugummi mit Blaubeergeschmack – im Nu läuft sie blau an und wird zu einem gigantischen blauen Ball aufgebläht, der in den Saftraum abtransportiert wird. Violetta wird von der elfjährigen Amerikanerin AnnaSophia Robb dargestellt. Aktuell wirkte sie in Wayne Wangs Familienfilm „Because of Winn-Dixie“ und 2004 in dem Fernsehfilm „Samantha: An American Girl Holiday“ des WB-Networks mit.
Robb sagt, dass sie durch die „Charlie“-Dreharbeiten „einen kleinen Anteil an einem historischen Event hatte, weil das Buch so beliebt ist. Der Set allein war schon ein Fantasy-Trip, Säle voller Süßigkeiten, mit denen wir spielen und die wir essen durften. Echt cool.“ Als Vorbereitung auf die Rolle absolvierte sie eine Martial-Arts-Ausbildung bei der Trainerin und Stuntfrau Eunice Huthart, denn in ihrer ersten Szene erleben wir Violetta, die bei einem Karate-Wettbewerb ihre Gegnerinnen gnadenlos niederschlägt.
Der altkluge, Videogame-süchtige Micky Schießer wird von dem zwölfjährigen Amerikaner Jordan Fry gespielt. Er spottet über eine andere Erfindung, mit der Wonka versucht, einen Schokoladenriegel mittels elektromagnetischer Wellen durch einen Fernsehbildschirm hindurchzutransportieren. Schießer stört das Experiment, indem er mitten hinein springt, was sehr unerwartete Folgen hat.
Der Newcomer Fry flog in dieser Sequenz begeistert an Drahtseilen über den Set. „Dazu Stunt-Coordinator Jim Dowdall: „Am schwierigsten war dabei, dass er eben nicht vor Begeisterung loslachen durfte, denn er soll in der Szene natürlich völlig verschreckt und unsicher wirken.“
Der ständig hungrige Augustus Glupsch kann der Versuchung des leckeren Schokoladenflusses in der Fabrik nicht widerstehen und entfernt sich von der Gruppe, um davon zu probieren, obwohl seine Mutter und Wonka ihn zur Vorsicht mahnen. Natürlich fällt er kopfüber hinein und wird in das Rohr gesaugt, das die Schokolade in die anderen Abteilungen der Fabrik pumpt.
Als Glupsch gibt der zwölfjährige Deutsche Philip Wiegratz sein Profi-Debüt. Um den gefräßigen Jungen darzustellen, trug Wiegratz ein pummeliges Körperkostüm und ausgestopfte Waden, die ihn dicker machten. „Besonders problematisch war, dass Philip zu Anfang der Dreharbeiten nicht schwimmen konnte“, berichtet Dowdall. „Also zogen wir Taucheranzüge an und brachten es ihm bei. Er lernte sehr schnell, obwohl er doch so ausgestopft war.“
Gleichzeitig hat die hoffnungslos verzogene Veruschka Salz ganz andere Probleme. Als sie die im Nussraum arbeitenden Eichhörnchen entdeckt, will sie sofort eins haben und stürzt zum Fließband. Die Eichhörnchen prüfen sie, als ob sie eine Nuss wäre, sortieren sie als faule Frucht aus und lassen sie wie allen Ausschuss im Müllschlucker verschwinden. Veruschka wird von der zwölfjährigen Londonerin Julia Winter gespielt. Sie ist Mitglied der Kinderschauspielertruppe Allsorts Drama und gibt als Veruschka ihr Profi-Debüt.
„Ich schaffte es nicht, auf der Erde liegend zu strampeln und die Eichhörnchen abzuwehren“, berichtet Winter. „Also legte sich Tim neben mich und zeigte mir, was ich machen sollte. Da lagen wir also beide, traten mit den Füßen, schrien uns die Lunge aus dem Leib und zerquetschten Eichhörnchen, die in Wirklichkeit gar nicht da waren. Das brachte riesigen Spaß und muss völlig lächerlich ausgesehen haben.“
Die Eltern dieser ekelhaften Kinder repräsentieren all die Fehler, die Eltern bei der Erziehung machen können, was auf höchst komische Weise offenbar wird, als sie die schrecklichen kleinen Gören durch die Fabrik begleiten.
Missi Pyle („Big Fish“; „Dodgeball“/Voll auf die Nüsse; „Bringing Down the House“/Haus über Kopf) als Mrs. Beauregarde wirkt eher wie die Managerin und Trainerin der unausstehlichen kleinen Violetta, die jeden nur denkbaren Preis und Wettbewerb gewinnen will. „Mrs. Beauregarde erwartet, dass ihre Tochter all das erreicht, was ihr selbst versagt blieb“, sagt Pyle. „Als selbst ernannte Siegerin hat sie Violetta den Ehrgeiz derart eingeimpft, dass für andere Gedanken kein Platz mehr bleibt. Die beiden erscheinen in der Fabrik natürlich in gleichen Outfits und zweifeln keinen Augenblick daran, dass sie den großen Preis gewinnen werden“ – egal worin dieser auch bestehen mag.
Der für den BAFTA nominierte James Fox, ein erfahrener Film- und Fernsehschauspieler („A Passage to India“/Reise nach Indien) spielt den schwer geprüften Mr. Salt, den Vater der völlig verzogenen und absolut egozentrischen Veruschka. „Er ist ängstlich darum bemüht, dass sie alles bekommt, was sie will“, sagt Fox, der Veruschka mit einem Augenzwinkern als „liebenswert, göttlich, süß und begabt – einfach das perfekte Mädchen“ beschreibt, um dann hinzuzufügen: „Aber nur so lange, wie der Vater alle ihre Forderungen erfüllt. Und zwar sofort. Falls nicht, schreit sie so lange, bis er nachgibt.“
Fox ist überzeugt, dass die Fabriktour letztlich allen Kindern weiterhilft. Die Lektionen, die die groben, egoistischen und gedankenlosen Kinder lernen, erweisen sich als sehr wertvoll, „und Wonka stellt eine Art Schiedsrichter dar. Er analysiert Motive und Charakter der Kinder und will ihr Verhalten ändern, korrigieren. Er möchte sie zu besseren Menschen erziehen.“
Adam Godley („Love Actually“/Tatsächlich… Liebe; „Around the World in 80 Days“/In 80 Tagen um die Welt) als Mr. Schießer und Franziska Troegner (die 2001 als Nebendarstellerin in „Heidi M.“ für den Deutschen Filmpreis nominiert war) als Frau Glupsch geht es auch nicht besser. Leider lässt sich Mr. Schießer von den sarkastischen Gemeinheiten seines Sohnes viel zu sehr beeindrucken, und die arme Frau Glupsch ist offensichtlich nicht nur unfähig, Augustus’ hemmungslose Fresssucht unter Kontrolle zu bringen, sondern es scheint ihr sogar völlig egal zu sein.