Abenteuer,
Komödie,
Fantasy
| Großbritannien / USA 2005
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| Die Umpa Lumpas und Dr. Wonka
Deep Roy, den Burton passenderweise als „den fleißigsten Mann im Showbusiness“ bezeichnet, stellte sich der überwältigenden Aufgabe, ganz allein die gesamte Schar der Umpa Lumpas darzustellen, die in der Fabrik alle Arbeiten verrichten. Willy Wonka hat ihnen das harte Leben im fernen Lumpaland erspart, und deswegen leben sie jetzt in der Fabrik, wo sie sich ausschließlich von Kakaobohnen ernähren.
Roy hat unter Burtons Regie bereits in „Planet of the Apes“ (Planet der Affen) und „Big Fish“ (Big Fish) mitgewirkt. Sehr gern übernahm er also auch die neue Rolle. Doch die Sache hatte einen Haken, wie der Schauspieler lachend berichtet: „Als Tim mich auf die Idee ansprach, sagte er zunächst: ,Es gibt nur einen Umpa Lumpa, und den spielst du. Und dann vervielfältigen wir dich hundertfach.‘ Dann überlegte er sich, dass ich etwa fünf Umpa Lumpas in Großaufnahmen spielen würde. Und als ich ihn dann das nächste Mal in London wiedertraf, waren aus den fünf 19 geworden! Am Schluss war es mir dann egal, ob ich 19, 20 oder 50 spielte. Es war absolut umwerfend.“
Das Produktionsteam brachte Dutzende der winzigen, unermüdlichen Arbeiter auf die Leinwand, indem man Roy mit Motion Capture sowie seine Gesichtsmimik filmte: Im Computer entstanden so Duplikate der Umpa Lumpas, die durch Roys verschiedene Darstellungen individuelle Züge bekamen und dann im entsprechenden Maßstab verkleinert wurden. Für Roy bedeutete das monatelanges Einstudieren der Choreografie. Wenn in einer Szene viele Umpas gemeinsam singen und tanzen sollten, spielte Roy alle ihre Tanzschritte, wobei er für jeden ein wenig versetzt einsetzte und jedem gewisse Unterschiede im Ausdruck und in der Bewegung verpasste. Dann kombinierte man diese Bilder zu einem kompletten Tanzensemble.
„Die Zuschauer werden glauben, all das sei im Computer entstanden“, sagt Roy. „Aber so war es nicht. Wenn wir 20 Umpas im Bild sehen, habe ich alle 20 selbst gespielt.“
Außerdem setzte man fotorealistische animatronische Umpa-Modelle ein, um Roy in den Szenen zu ergänzen und ihm ein Gegenüber zu schaffen, auf das er während des Drehs reagieren konnte.
„Deep hat sich in diesem Film heldenhaft geschlagen“, bestätigt Burton. „Wenn man überlegt, wie oft die Umpa Lumpas ins Bild kommen, gab es eine ganze Reihe von Möglichkeiten der Umsetzung: Man hätte alle im Computer animieren können. Aber ich habe mich lieber für unsere Methode entschieden, um das wichtige menschliche Element zu betonen und damit dem Geist des Buches gerecht zu werden.“
Willys Vater, den Zahnarzt Dr. Wilbur Wonka, verkörpert Christopher Lee: Er erscheint in einer Reihe von Rückblenden, die Willy an seine Jugend erinnern. Der weltweit renommierte britische Schauspieler steht mittlerweile seit fast 60 Jahren vor der Kamera. Bekannt wurde er mit den legendären Hammer-Horrorfilmen der 50er-Jahre (die Burton über alles schätzt), später folgten eine große Bandbreite von Spielfilm- und Fernsehproduktionen, darunter Hauptrollen in der „Herr der Ringe“-Trilogie, in der „Star Wars“-Serie und in dem von der Kritik gefeierten „Jinnah“ von 1998.
Lee bezeichnet Wonka senior „sicherlich nicht als schlechten Vater, er ist nur äußerst streng und zudem unfähig, seine Liebe auszudrücken.“ Dr. Wonka kümmert sich vor allem um die Mundhygiene und macht sich wegen der Zähne seines Sohns große Sorgen – das geht so weit, dass er seinem Sprössling jegliche Süßigkeiten verbietet. „Man kann nicht sagen, dass der Vater den Sohn eindeutig misshandelt“, meint Lee. „Denn er hat ja dabei die besten Absichten. Aber er ist unerbittlich und jagt dem Kleinen dadurch reichlich Angst ein.“
„Christopher Lee ist nicht nur ein großer Schauspieler, den ich seit meiner Jugend bewundere“, sagt Burton, „sondern er dominiert die Leinwand in jeder Hinsicht.“ Drehbuchautor John August stimmt ihm zu: „Er wirkt absolut furchterregend – genau mit der richtigen Intensität.“
Lee hat mit Burton und seinem „Charlie“-Partner Johnny Depp bereits „Sleepy Hollow“ gedreht und ist neben beiden aktuell auch an „Tim Burton’s Corpse Bride“ beteiligt. „Als Regisseur geht Tim unglaublich enthusiastisch zu Werke“, sagt er. „Ich erlebe ihn wie eine Welle der Ermutigung, die hinter der Kamera hervorwogt. Er ist unglaublich erfindungsreich und ein sehr kluger Kopf.“
Tatsächlich war Burton beim Dreh derart unermüdlich im Einsatz und absolvierte jeden Tag ein derartiges Pensum, dass Helena Bonham Carter ihm aus Jux einen Schrittzähler schenkte. „Sie wollte einfach wissen, welche Strecke er jeden Tag zurücklegt“, sagt Freddie Highmore, der sich nicht an die offizielle Zählung erinnern kann: „Aber es zeigte sich, dass er sich das Joggen sparen kann, weil er bei der Arbeit reichlich Bewegung bekommt.“