Abenteuer,
Komödie,
Fantasy
| Großbritannien / USA 2005
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| Der Schokoladenfluss
„Tims entscheidende Vorgabe für den Schokoladenfluss war: Er muss so appetitlich wirken, dass man sofort losfuttern möchte“, erinnert sich Joss Williams. „Und so sind wir auch vorgegangen: Er soll so lecker wie nur möglich aussehen.“
Der Effekte-Chef musste also „Konsistenz, Aussehen, Farbtests und Sicherheitsauflagen“ bedenken, ganz zu schweigen von der Logistik, den erforderlichen Mengen, Transport und Lagerung.
Die Option, die Schokolade von Zulieferern herstellen und per Tanklastzug anliefern zu lassen, wurde schnell verworfen, weil das 40 Tanklastzüge erfordert hätte. Da erschien es praktischer, die Süßigkeiten vor Ort herzustellen und zu lagern. Konventionelle Zementmischer erwiesen sich als unbrauchbar. Vielmehr brauchte man einen Kessel, der drei oder vier Tonnen auf einmal mischen konnte. Ironischerweise fand man solche Kessel in einer Zahnpasta-Fabrik: Sie können sogar zwölf Tonnen gleichzeitig anrühren und 20.000 Tonnen speichern.
Insgesamt benötigte das Team einen ständigen Vorrat von fast einer Million Liter flüssiger Schokolade; etwa 145.000 Liter für den Wasserfall und 770.000 Liter für den Fluss, der 55 Meter lang und zwischen sieben und zwölf Meter breit ist. An seiner tiefsten Stelle ist er fast einen Meter tief.
Williams verrät zwar nicht das genaue Rezept, aber er berichtet von Experimenten mit einer Mischung aus Wasser und Diät-Zellulose. Hinzu kommen verschiedene Lebensmittelfarben für das richtige Aussehen und die Beschaffenheit. „Das Auge nimmt Farben anders wahr als das Filmmaterial“, erklärt er. „Wir haben also eine ganze Palette von Farbnuancen durchprobiert, bis wir die richtige gefunden hatten.“ Sobald die Mischung angerichtet war, wurde sie von einem örtlichen Labor regelmäßig gereinigt und täglich getestet, „um sicherzustellen, dass kein Sicherheitsrisiko bestand und sie tatsächlich genießbar blieb.“ Er scherzt nur halb, wenn er hinzufügt: „Wir mussten die Bakterien auf ein erträgliches Maß reduzieren. Sie entsprechen in etwa der Größenordnung, die man in einem Sandwich an Bord eines Flugzeugs findet.“
Für die Szene, in der Augustus Glupsch in den Schokoladenfluss purzelt und schließlich in ein Rohr gesaugt und in eine andere Abteilung der Fabrik gespült wird, musste sich der kleine Philip Wiegratz langsam aber sicher an das ungewohnte Gefühl gewöhnen, in geschmolzener Schokolade herumzuplanschen. „Zunächst übte Philip in einem kleinen Becken in der Werkstatt“, sagt Williams. „Dann testeten wir ihn in dem dick ausgepolsterten Kostüm, das er als Augustus trägt; der Auftrieb durfte nicht zu stark sein, sonst wäre er an der Oberfläche getrieben, aber das Kostüm durfte sich auch nicht vollsaugen, weil ihn dann das enorme Gewicht hinuntergezogen hätte. Sein größtes Problem war wahrscheinlich, dass das Zeug die Ohren verklebt und er kaum noch hören konnte.“
Als die Szene sich in Bereiche vorarbeitet, die eine Kamera unmöglich filmen kann, wird der reale Set durch eine Computerszenerie ersetzt: Der virtuelle Glupsch wird durch ein enges Rohr gequetscht und dann nach oben ausgespuckt. All das bewerkstelligte Nick Davis mit seinem Team – sie mussten sich ebenfalls mit der Farbe und Konsistenz auseinandersetzen, von der Nachahmung der „flüssigen Dynamik“ der Schokolade im Computer ganz zu schweigen.
Zusammenfassend sagt Davis: „Mit der Software kann man die physikalischen Anforderungen auseinanderdividieren. Man gibt die bekannten Parameter vor: Schmelzgeschwindigkeit, Tropfgeschwindigkeit, Gießgeschwindigkeit, Masse und Gewicht – das erleichtert die Arbeit ganz erheblich. Aber letztlich braucht man immer noch die menschliche, künstlerische Hand für den entscheidenden Touch: Man schaut sich das Bild an und meint: ,Hm, das ist zu schnell‘ oder ,Da glänzt es zu sehr.‘ “