Donnerstag | 31. Mai 2012 | 10:46 Uhr
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    Abenteuer, Komödie, Fantasy | Großbritannien / USA 2005
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      • | Die Umpa Lumpas

      • Die Animation der Umpa Lumpas setzte die intensive Teamarbeit aller Effekte-Experten der Filmcrew voraus, angefangen mit einem einzelnen Mann, dem Umpa-Lumpa-Prototyp: Deep Roy.

        Ob fünf, sechs oder 20 Umpa Lumpas in einer Einstellung auftreten – sie werden alle von Roy gespielt. Jeden spielte er in einer separaten Einstellung und mit etwas versetzten Einsätzen auf der Motion-Capture-Bühne, wobei seine Mimik und seine Körperbewegungen vom Computer aufgezeichnet wurden. Wenn die Szene eine Tanznummer zeigt, in dem die Umpa Lumpas gemeinsam das Schicksal der ungezogenen Kinder besingen, so erforderte sie eine monatelang präzise ausgearbeitete Choreografie zur Musik von Komponist Danny Elfman.

        Dadurch konnte Roy jeden der Tänzer in der Gruppe individuell spielen, wobei er die Gesten und die Mimik jedes Tänzers ein wenig variierte. So entstand durch die Kombination der Bilder letztlich ein komplettes Tanzensemble.

        „Ich habe mir gesagt, dass ich einfach 19 Wiederholungen spielen muss“, sagt Roy, der sich auf seine Rollen mit täglichen Pilates-Übungen und Tanzstunden vorbereitete. „Am schwierigsten war, die Positionen der verschiedenen Darstellungen auseinanderzuhalten, ich musste im Kopf mitzählen, im richtigen Moment den Kopf drehen und in die richtige Richtung schauen. Das ging nur mit intensiven Proben.“

        „Das war extrem aufwändig, vor allem durch die ungeheure Menge der Einstellungen“, sagt Chas Jarrett, der in der Moving Picture Company für die visuellen Effekte verantwortlich ist. Die Firma ist eine von mehreren, die dem Produktionsteam zuarbeiteten und fast 500 Umpa-Lumpa-Einstellungen lieferten. „Die Umpas sehen sich zwar sehr ähnlich, aber wir haben die einzelnen Gesichter in jedem Fall etwas verändert. Die Frisuren unterscheiden sich, und auch die Darstellung variiert von einer Figur zur anderen.“

        Jarrett beschreibt den Vorteil des relativ neuen Facial-Capture-Verfahrens (Aufnahme der Mimik) im Vergleich zur üblichen Animation: „Wir können auch feine Nuancen im Bereich der Augen und der Mundstellung einfangen, die Kieferbewegungen, die Hautspannung im Bereich der Nasenlöcher, wenn er spricht. Solche Details fallen den Animatoren am schwersten. Doch bei diesem Verfahren bekommen wir sie umsonst, durch Deeps Darstellung.“

        Als ob dieses Verfahren nicht schon kompliziert genug wäre! Zu allem Überfluss sind die Umpa Lumpas auch nur ganze 75 Zentimeter groß, so dass Deep Roy virtuell entsprechend verkleinert werden muss. Das wäre überhaupt kein Problem, wenn er in seinen Szenen allein aufträte. Aber die Umpa Lumpas sind praktisch in allen Einstellungen zusammen mit den menschlichen Filmhelden zu sehen.

        Alex McDowell versucht das Problem zu demonstrieren, den Größenmaßstab jederzeit im Griff zu behalten, und spult spontan eine Memo-Liste ab, die sich fast wie ein Abbott-und- Costello-Sketch anhört: „Wir müssen unsere Sets in zwei verschiedenen Maßstäben bauen. Immer müssen wir bedenken, dass die Umpa Lumpas 75 Zentimeter groß sind. Werkzeuge, Armaturen, Wege und die Gebäudestruktur müssen sich der Umpa-Größe anpassen. Oft ist Deep Roy im Bild, der tatsächlich natürlich doppelt so groß ist. Also gibt es einerseits den Umpa-Maßstab, andererseits den Deep-Roy-Maßstab. Der Umpa-Maßstab entspricht manchmal dem menschlichen Maßstab, mit winzigen Requisiten, die im menschlichen Maßstab winzig bleiben, aber im Deep-Roy-Maßstab größer wirken. Manchmal sitzt Deep auf einem menschlichen Stuhl, der entsprechend doppelt so groß gebaut werden muss, damit Deep so aussieht, als ob er halb so groß wie die Menschen ist; manchmal bewegt sich Deep in der Umpa-Umgebung, und in diesem Fall bauen wir einen Set für Deeps Größe sowie einen nur halb so großen Set für Willy Wonka, damit der in der Umpa-Umgebung riesig wirkt. Es ist schon schwierig, auch nur die Begrifflichkeiten für dieses Vorgehen sauber auseinander zu halten.“

        Aus diesem Grund engagierte das Filmteam den Animatronik- und Masken-Experten Neal Scanlan vom Neal Scanlan Studio, der mit „Babe“ (Ein Schweinchen namens Babe) den Oscar gewann. Scanlan sollte helfen, in bestimmten Szenen den richtigen Maßstab zu markieren und den Schauspielern ein Gegenüber zu geben, auf das sie reagieren konnten.

        „Wir hatten den Ehrgeiz, einen fotorealistischen Umpa Lumpa zu schaffen“, sagt Scanlan.

        Mit seinem Team stellte er fünf umfassend mit Motoren ausgestattete Puppen her – für jeden Saal der Fabrik einen. Dabei verwendete man Abgüsse von einem Originalmodell. Die Puppen sind mit bemalter Silikonhaut überzogen, haben eingepflanzte Haare und glänzende Glasaugen. Ihre Glasfaserschädel werden von Motoren gesteuert, mit denen sie realistische Mimik und Augenbewegungen ausführen. Über Leitungen lassen sich Rumpf, Kopf, Hals und Gliedmaßen fernsteuern.

        Diese Puppen wirkten derart lebensecht, dass sogar Roy selbst verblüfft war, als er sie zum ersten Mal sah. „Ich war wirklich überrascht“, erinnert sich der Schauspieler. „Sie können reden, ihre Augen und Lippen bewegen. Sofort dachte ich: Bin ich jetzt also überflüssig? Wenn sie die Puppen einsetzen, können sie mich ja feuern.“

        Weitere 15 Puppen entstanden mit ebenso perfektem Äußeren und ebenso beweglich, allerdings ohne das mechanische Innenleben. Die Illusion, dass sie sich bewegten, wurde durch die Anbindung an sich bewegende Requisiten erreicht, zum Beispiel durch die motorgetriebenen Ruder des Zuckerboots.

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