Wenn man einen Film mit einer Vorgeschichte wie „DOOM“ machen will, braucht man einen Regisseur, der in der Lage ist, gleichzeitig ein gehaltvolles Drama und ein visuelles Erlebnis mit der nervenaufreibenden Anspannung des Spiels zu schaffen. Lorenzo di Bonaventura arbeitete bereits bei den Martial-Art-Filmen „Romeo Must Die“, „Exit Wounds – Die Copkiller“ und „Born 2 Die“ mit Andrzej Bartkowiak zusammen. Er hatte gleich das Gefühl, dass Bartkowiaks Vorstellung, wie man „DOOM“ verfilmen könnte, genau richtig war und wusste, dass der Regisseur eine überzeugende, schnelle und kooperative Arbeitsweise hat, was für ein Unternehmen dieser Art absolut wichtig war.
„Bevor er als Regisseur anfing, war Andrzej einer der meist gefragten Kameramänner der Branche“, sagt di Bonaventura. „Ich wusste, dass er dem Film zu einer ungeheuren Wirkungskraft und Größe verhelfen könnte.“
Die Autoren David Callaham und Wesley Strick wurden damit beauftragt, ein Drehbuch zu schreiben, das für sich allein bestehen und gleichzeitig das unverwechselbare Erlebnis des Spiels wiedergeben könnte. „Die Filmsituation ist sehr ähnlich, nur komplizierter als im Spiel. Dennoch sind Film- und Spielwelt fast identisch“, bemerkt Wells. „Wir übernahmen wichtige Kult-Elemente aus dem Spiel, die man aber nicht gespielt haben musste, um den Film zu verstehen und sich gruseln zu können.“
Einer der herausragenden Schauspieler in „DOOM“ ist Dwayne „The Rock“ Johnson, der selbst ein großer Fan des Spiels ist. Er erinnert sich: „Es hat alles verändert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Videospiele konnte man als ‚Ego-Shooter’ aus der Ich-Perspektive spielen. Man glaubt, sich selbst durch diese unglaubliche Welt zu bewegen und Monster zu erledigen.“
Obwohl er eigentlich für die Heldenrolle des Films vorgesehen war, wollte Johnson unbedingt Sarge, den Antihelden, spielen. Ein kompromissloser Marine-Sergeant, dessen Gehorsamkeit sich zwischen aufgezwungener Moral und purer Bösartigkeit bewegt. „Der Film geht aufs Ganze“, so Johnson weiter. „Wir zeigen diese Welt und erzählen diese Geschichte, ohne uns zu rechtfertigen.“
„Jeder von uns war total begeistert, als er hörte, dass Dwayne unbedingt Sarge verkörpern wollte”, sagt di Bonaventura. „Dwayne hat ein unglaubliches Talent. Wenn er durch die Tür kommt, beherrscht er sofort den ganzen Raum. Das ist gut, wenn man eine Einheit kommandieren soll.“
Für die Rolle des Marine-Soldaten Reaper, der im eigentlichen Mittelpunkt des Abenteuers steht, brauchten die Filmemacher jemanden, dem man den knallharten und nonstop metzelnden Krieger einerseits abnehmen würde, andererseits müsste er der Rolle eine Vielschichtigkeit und emotionale Tiefe verleihen. Karl Urban, der durch seine Darstellung des Eomer aus der ‚Herr der Ringe’-Trilogie berühmt wurde, ist ebenfalls ein Fan des Spiels. „Die Möglichkeit, meine eigene 3-D-Version zu besitzen und selbst darin zu spielen…nichts leichter als das“, grinst Urban. „Das Drehbuch war sehr solide und hatte phantastische dreidimensionale Charaktere, die sich im Verlauf des Films weiterentwickeln. Vor allem war es aber die getreue Umsetzung des Spiels, die mir gefiel. Der Film rechtfertigt sich nicht. Er ist düster und sehr heftig.“
Sarges Spezialeinheit setzt sich aus einem vielseitigen Ensemble amerikanischer und britischer Schauspieler zusammen, von denen viele eine klassische Schauspielausbildung haben: DeObia Oparei als Destroyer, Ben Daniels als Goat, Raz Adoti als Duke, Richard Brake als Portman, Yao Chin als Mac und Al Weaver als The Kid. Rosamund Pike als brillante Wissenschaftlerin Dr. Sam Grimm und Dexter Fletcher als gelähmter Nachrichtenoffizier Pinky runden die Besetzung ab.
Wie Johnson und Urban kannten auch die meisten anderen Schauspieler das Videospiel „DOOM“. „Es ist ein gewaltiges Spiel mit einer ebenso gewaltigen Anzahl an Fans“, bemerkt Adoti. „Dem will man gerecht werden.“ Daniels spielt „DOOM“ bereits, seit es das erste Mal auf den Markt kam. „Als ich das Drehbuch las, wusste ich, dass die Autoren selber Spieler sind“, meint er. „Nur jemand, der selbst spielt, hätte eine ‚Ego-Shooter’-Szene in die Kinofassung eingebaut.“ Für die Spezialisten der visuellen Effekte war die bahnbrechende ‚Ego-Shooter’-Szene aus Reapers Perspektive eine große Herausforderung. Es ist eine radikale Such- und Zerstörungsmission, in der Reaper es mit vielen Kreaturen aufnimmt, die bisher in keinem der „DOOM“-Spiele aufgetaucht sind.
Die Filmemacher wollten den Zuschauern den gleichen Nervenkitzel bieten, den man auch bei der „DOOM“-Spielserie hat. Militärische Tarnanzüge, Waffen fest umklammert in der Hand – die Zuschauer werden fast selbst zu den Marines im Film. Die ‚Ego-Shooter’-Perspekive ist für einen Spieler das absolute Nonplusultra“, meint di Bonaventura. „Die Möglichkeit, den Realitätseindruck des Zuschauers zu fördern, ist ein wahnsinnig aufregendes Konzept. Ich glaube, dass diese Szene ebenso Nicht-Spielern vermitteln kann, warum Spielfans davon so fasziniert sind.“
„Man ist plötzlich mitten in der Handlung“, sagt Adoti. „Es packt dich beim Kragen und zieht dich hinein. Man kann nicht einfach bequem im Sessel sitzen und Popcorn essen. Auf einmal ist man mittendrin und alles ist sehr real.“