Die Geschichte von MAMMA MIA! begann in den 80er Jahren, als Produzentin Judy Craymer mit Benny Anderson und Björn Ulvaeus als ausführende Produzenten an ihrem ersten Vor-ABBA-Projekt, „Chess“, zusammenarbeiteten. Sie war sofort von ihnen hingerissen. „Immerhin waren sie diejenigen, die „Dancing Queen“, einer der größten Popsongs aller Zeiten, geschrieben hatten“, erklärt Craymer. Inspiriert von der Darstellungskraft ihrer Songs, überlegte sie sehr ernsthaft, ein Musical zu kreieren, das bereits bestehende ABBA-Songs beinhalten, aber in einem völlig neuen Umfeld erscheinen sollten.
Ein Song im Besonderen, „The Winner Takes It All“ (im Film von Meryl Streep gesungen), erwies sich als Auslöser. Im Original betitelt als „The Story of My Life“, ABBAs größter Durchbruch-Song, nimmt den Hörer mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Obwohl sie wussten, dass das Musical kein Tribut an die ABBA-Musik oder die Story über die Band sein sollte, waren Andersson und Ulvaeus anfänglich dagegen. So begann eine intensive Überzeugungsarbeit für Craymer, die Songs von ABBA für dieses Musical herzugeben. 1995 wurde ihre Hartnäckigkeit belohnt. Sie stimmten zu, unter der Voraussetzung, dass Craymer eine wirklich starke Geschichte liefern sollte, die von den Songs getragen werden könnte … und einen Drehbuchautoren, der dies auf den Punkt bringen könnte. 1997, Jahre später nach Craymers erstem Kontakt mit den Männern, die hinter ABBA stehen, traf sie die Dramatikerin Catherine Johnson, von der sie glaubte, dass sie das Talent und die Sensibilität für diese Aufgabe hätte.
Craymer unterrichtete Johnson über das Projekt und bat sie zu berücksichtigen, dass die ABBA-Songs in zwei verschiedene Gruppen einzuteilen sind: die etwas jüngeren, spielerischen und arglosen Songs wie „Honey, Honey“ und „Dancing Queen“ sowie die reiferen, besinnlicheren und emotionalen Songs wie „The Winner Takes It All“ und „Knowing Me, Knowing You“. Craymer glaubte daran, dass die Songs eine Geschichte erzählen könnten, die Generationen umfassen würde.
Außerdem war Craymer davon überzeugt, dass Hochzeit und Urlaub die Themen seien, die Ulvaeus Texte widerspiegeln würden. Sie erinnert sich: „Ich sagte zu Catherine, du musst die Songs vergessen. Es ist nur dein Basismaterial, die Story muss auch ohne die Songs laufen. Und das genau erreichte sie.“
Für Johnson begann die Arbeit damit, dass sie die Texte der Songs von A-Z las, um einen Rahmen für die Story allein zu entwickeln, um dann die Songs auszusuchen, die die Geschichte logisch fortführen würden. Außerdem musste sie darauf achten, dass das Tempo der Songs auch auf die Geschichte abgestimmt sein musste. Das war nicht unbedingt eine leichte Aufgabe.
Das Resultat war schließlich eine warmherzige und erbauliche Story über zwei Generationen von Frauen, über junge Liebe und Liebe, die über Jahre Bestand hat. Und nicht zu vergessen, über Freundschaft, die Entdeckung des Anderen und die Erfüllung von Wünschen. Johnson und Craymer waren davon überzeugt, dass die Geschichte eine universelle Spannbreite hat, die jedes Alter anspricht, nicht Geschlechter spezifisch ist alle Grenzen überwindet. Genau so, wie es die zeitlose Musik und die Texte von ABBA vorgibt.
Mit einem vorläufigen Drehbuch begab sich Craymer auf die Suche nach einem Regisseur. Sie überzeugte die anerkannte Theater- und Opernregisseurin Phyllida Lloyd ziemlich schnell, bei diesem Projekt dabei zu sein.
Björn Ulvaeus arbeitete sehr eng mit Lloyd, Craymer und Johnson zusammen und gab sofort sein Feedback nach jedem neuen Manuskriptentwurf.
Ulvaeus erinnert sich: „Es wurde einiges geändert, Songs wurden mit aufgenommen und wieder herausgenommen. Mittlerweile kannte Catherine jeden Text und war mit den hunderten von Songs sehr vertraut. Die Grundregel besagte, dass keiner der Songs verändert werden durfte. Umso erstaunlicher ist es, das es trotzdem gelang, eine Geschichte daraus zu stricken.“
Benny Andersson wartete, bis das Ergebnis zum ersten Mal zu sehen war und war ziemlich gerührt, wie gut es gelungen war. „Ich glaube, es ist die größte Überraschung für Leute, die sich dies ansehen und denken, sie wissen, was sie erwartet. Dann kommen sie heraus und sind überrascht, dass es doch ganz anders ist“,sagt er. „Die Songs sind gut, aber in der intelligenten und witzigen Art, die alten Text zu nutzen, um die Geschichte voranzutreiben, ist einfach großartig. Ich bin Catherine Johnsons größter Fan!“
Die erste Show fand am 6. April 1999 im Prince Edward Theatre in London statt, was ein gutes Omen war, da ABBA zum gleichen Datum im Jahr 1976 den Eurovision Song Contest gewann. Die Bühnenproduktion wurde vom Publikum stürmisch angenommen. „Mamma Mia!“ wurde dann im November 2000 im Orpheum Theatre in San Francisco, USA, aufgeführt. Im Oktober 2001 gab das Musical sein Broadwaydebüt. Der Vorverkauf brachte mehr als 27 Millionen Dollar ein, was zu den höchsten Vorverkaufsergebnissen in der Theatergeschichte wurde. 2002 wurde die Show mit fünf Tony-Nominierungen ausgezeichnet.
Im Februar 2003 wurde „Mamma Mia!“ dann im Mandala Bay Theatre in Las Vegas aufgeführt und hatte im Juni 2005 seine 1.000ste Aufführung und wurde damit zu einer der am längsten laufenden Broadway-Show in Las Vegas.
Die Story ist nun Theatergeschichte. „Mamma Mia!“ wurde zum globalen Unterhaltungsphänomen. Es gab 20 Produktionen von „Mamma Mia!“ und neun davon spielen zur Zeit pro Woche mehr als 8 Millionen Dollar ein. Mehr als 30 Millionen Leute haben weltweit die Show gesehen. Jeden Abend sehen „Mamma Mia!“ mehr als 17.000 Zuschauer in aller Welt. Bislang spielten die Shows mehr als 2 Billionen Dollar an den Theaterkassen ein. Seit der ersten Produktion in London war die Show in 170 Städten auf der ganzen Welt zu sehen.
Die Erklärung dieses Phänomens fasst Craymer wie folgt zusammen: „Egal, in welchem Land sich die Zuschauer befinden, gleich welchen Alters sie sind – sie sehen sich in gewisser Weise selbst. Die Songs haben eine magische und vollkommen zeitlose Qualität.“
Schon kurz nachdem die Show in London uraufgeführt wurde, gab es verschiedene Companies, die Interesse an der Verfilmung von „Mamma Mia!“ zum Ausdruck brachten. Schließlich wurden Tom Hanks und Gary Goetzmans Firma, Playtone, und Littlestar`s, Judy Craymers Firma, Produktionspartner für den Film. Hanks erinnert sich daran, als er die Show zum ersten Mal sah: „In der zwölften Minute stand ich auf und sang mit.“
Aber Craymer fand keine Eile, das Musical in eine romantische Musical-Komödie für die Leinwand umzuarbeiten. „Mamma Mia!“ bot sich einfach an, ein Film zu werden“, sagt sie, „aber erst musste ich die Shows soweit bringen, dass es sich auch wirklich lohnte, einen Film daraus zu machen.“ Es gab noch viel zu tun, „Mamma Mia!“ international auf die Bühnen zu bringen und damit war das Team rund um die Uhr beschäftigt.
2003, nachdem „Mamma Mia!“ in Europa, Amerika, Australien und Asien, auf den Bühnen gespielt wurde, fand es Craymer dann an der Zeit, sich Gedanken um die Filmadaption zu machen. Sie kontaktierte erneut Gary Goetzman bei Playtone und fragte ihn, ob noch Interesse an der Verfilmung bestünde. Glücklicherweise war es so – und der Deal war perfekt.
Produzent Goetzman gibt zu: „Der wichtigste Faktor für die Filmadaption war es, den Ton, die Energie und den Geist, wie es die Bühnenproduktion ausdrückte, beizubehalten. Wir wussten, wenn uns dies gelänge, könnten wir einen großartigen Film machen“. Er fährt fort: „Unser Job würde es sein, ihre Ideen einfach für die Leinwand zu übersetzen, und das gelang nahtlos.“
Von Anfang glaubte er daran, dass der Film den gleichen enormen Spaß und die Freude wie das Bühnenstück ausdrücken könne. Goetzman sagt: „Im Film kann man sich intensiver mit den Charakteren befassen, und es besteht die Möglichkeit, die Zuschauer mehr auf das zu lenken, was man ihnen zeigen will. Man kann die brillanten Elemente des Stückes hervorheben, die die Zuschauer seit vielen Jahren lieben.“
Lloyd und Johnson waren durchaus bereit, diese Herausforderung anzunehmen. Lloyd sagt: „Mamma Mia!“ war immer schon ein Film. Die Geschichte spielt auf einer magischen Insel. In vieler Hinsicht war es unbedingt nötig, sie von der Bühne auf die Leinwand zu bringen. Es war nur ein kleiner Sprung.“
Johnson sagt: „Es war für mich eine Gelegenheit, den emotionalen Kern der Geschichte zu erkunden. Wenn auf der Bühne eine Tanznummer stattfand, konnte ich einfach schreiben `Tanznummer`, das war`s. Für den Film musste ich eigentlich den ganze Szene beschreiben, was in ihr passierte, um die Erzählung weiterzuführen. So wurde die Arbeit doppelt so viel zu dem, was ich vorher tat.“
Ihren Musical-Film in den Pinewood Studios in London auf der großen 007-Bühne und an den Originalschauplätzen zu drehen, war eine Art Befreiungsschlag. „Ich war fest entschlossen, die Kamerasprache jedem Song verschieden anzupassen“, sagt Lloyd, „sodass es irgendwie unterschiedlich auf die Zuschauer wirkt, je nachdem, was gerade passiert. Ich wollte intensiver in die einzelnen Szenen eindringen, denn im Theater war ich da immer außen vor. Ich begab mich immer in die Mitte des Geschehens, wie zum Beispiel bei „Voulez-Vous“, wo ich die Szene von Sophies Sicht der Dinge aus filmte.“
Für Produzentin Craymer war es eine interessante Perspektive, sie Skalierung der Show, visuell wie auch thematisch, mit der Hilfe der beiden Männer, die hinter ABBA stehen, einzubringen. „Die Einbindung von Benny und Björn war äußerst wichtig“, sagt Craymer. „Mit ihnen Hand in Hand zu arbeiten, wie sie die Musik bearbeiteten und die Songs mit den Darstellern aufnahmen, war eine ungeheuer spannende Erfahrung für uns alle.“
„Es hat einfach wahnsinnigen Spaß gemacht, vor allem die Zusammenarbeit mit den Darstellern, die so unglaublich gut vorbereitet waren. Es war eine vollkommen neue Erfahrung“, sagt Andersson.
Sein beruflicher Partner Ulvaeus sagt: „Wir hatten wirklich unheimlich viel Spaß. Die Schauspieler lieferten genau das ab, was für den Film nötig war. Es war einfach wundervoll.“
Für Craymer und Goetzman war es von Anfang an klar, dass sie dem Filmprojekt nur zustimmen würden, wenn die Kerngruppe, die für den Erfolg des Bühnenmusicals verantwortlich war, auch bei der Filmversion dabei sein würden.
So brachten alle ihren Enthusiasmus und das richtige Verständnis für den „Mamma Mia!“-Faktor ein – Kameramann Haris Zambarloukos, Produktionsdesignerin Maria Djurkovic, Kostümdesignerin Ann Roth sowie Make-up-Designerin tina Earnshaw. Lloyd sagt: „Wir wollten immer Leute um uns haben, mit denen wir auch unseren Urlaub verbringen würde. Wenn du derart unter Druck und Stress arbeitest, musst du Leute um dich haben, die du auch magst.“
Nachdem das Team hinter der Kamera feststand, machten sich die Filmemacher auf die Suche nach der richtigen Besetzung. Craymer sagte immer, dass die eigentlichen Stars der Show die Songs waren, aber nachdem sie in die Runde schaute, musste sie zugeben, dass sie ihre Worte lieber vergessen sollte.
Für die Hauptrolle der Donna war die unvergleichliche Oscargewinnerin Meryl Streep, bekannt für ihre dramatischen und vielseitigen Rollen in zahlreichen Filmen, vorgesehen. „Mamma Mia!“ ist Streeps erster vollständiger Musicalfilm, zuvor konnte sie ihr musikalisches Talent bereits in „Grüße aus Hollywood“ und „Last Radio Show“ bereits unter Beweis stellen.
Craymer sagt zu dieser Entscheidung: „Wir waren uns immer einig, dass Meryl Streep diese Rolle spielen sollte. Umso erfreulicher war es, dass sie dem Angebot sofort zustimmte. Wir wussten, dass sie die Show am Broadway vor einigen Jahren gesehen hatte, da sie einen wundervollen Brief an die Besetzung geschrieben hatte, um ihnen zu sagen, wie sehr sie die Show liebte und am liebsten auf die Bühne gegangen wäre, um zu fühlen, wie es ist, ein Teil von „Mamma Mia!“ zu sein. Wie Schulmädchen hoben wir diesen Brief auf.“
„Wir träumten davon, Meryl zu fragen, ob sie Donna spielen würde“, sagt Regisseurin Lloyd. „Wir wussten, dass sie schon gesungen hatte und wir wussten, dass sie gerne in Musical machen würde. Sei brachte alles mit, was dafür vonnöten ist. Sie gehört zu den einzigartigen Schauspielerinnen, die weiß, worüber die Welt lachen und weinen kann. Und genau das brauchte „Mamma Mia!“ – und mit ihr hatten wir es“.
Streep hatte in der Tat in New York die Show gesehen und erinnert sich: „Es war einfach wahre Freude“. Sie war von der Rolle wegen der Menschlichkeit, des Geistes und natürlich wegen der Musik angetan. „Die Songs sind einfach zeitlos“, sagt Streep. „Sie lassen dich nicht mehr los. Als es daran ging, sie alle zu lernen, merkte ich, dass ich jeden einzelnen kannte. Sie haben einfach Biss und großartige Melodien.“
Außerdem war es für sie ein Thema, da „Mamma Mia!“ von Frauen kreiert wurde und dies bedeutete eine Herausforderung, diese körperliche Rolle anzunehmen und auch durchzuhalten. Neben vielen weiteren körperlichen Einsätzen musste sie auf einem Dach balancieren, während sie „Mamma Mia“ sang oder auch einige Stunts bei „Dancing Queen“ durchführen musste, indem sie ein Treppengeländer herunter rutschte, zur Anlegestelle lief und in das Meer sprang.
Streep lacht: „Man sagte mir, dass ich einen Ziegenstall erklimmen sollte, während ich „Mamma Mia“ sang. Ich dachte, oje, wie hoch kann ein Ziegenstall wohl sein? Der Ziegenstall entpuppte sich als Mauervorsprung. Es war schon fast ein Spider Man-Stunt, aber ich kam ganz schnell in Form. Es war in der ersten Woche und ich dachte `Wow, ich sollte besser jeden Abend meine sportlichen Übungen durchziehen.“
Die (un)willkommenen Väter waren mit Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgard besetzt. Lloyd sagt: „Wir hatten drei Männer mit unglaublicher Warmherzigkeit und Humor und einem wesentlichen Verständnis für „Mamma Mia!“ und den Dingen, die dafür notwendig sind.“
Pierce Brosnan war sehr aufgeregt, als man ihm die Rolle anbot, obwohl er erst einmal ziemliche Angst hatte bei dem Gedanken, singen und tanzen zu müssen. Brosnan sagt: „Bei der Idee bekam ich schiere Panik. Ich glaube, ich war noch niemals zuvor so nervös bei einem Job. Aber am Ende habe ich mich dieser Erfahrung hingegeben und hatte dabei eine großartige Zeit. Es ist schon ziemlich erheiternd, zu singen und die Gefühle auf diese Art und Weise auszudrücken“. Er ist sich darüber im Klaren, dass am Ende die Nerven halfen: „Angst führt dich manchmal zu großartigen Leistungen. Diese Monate während des Drehs haben sich auf jeden Fall ausgezahlt.“
„Mamma Mia!“ hat diese hinterlistige Magie“, sagt Colin Firth, der die Rolle des Harry Bright verkörpert. „Es erwischt jeden“. Firth erklärt die verschiedenen Elemente des Projektes wie folgt: „Da entsteht eine gewisse Zärtlichkeit bei dem Gedanken an diese drei grauhaarigen, mittelalterlichen Männer, die plötzlich herausfinden, dass es mehr in ihrem Leben gibt, als sie dachten. Das größte Vergnügen bei diesem Film war die Zusammenarbeit mit dieser Besetzung. Es kamen immer wieder neue Inspirationen auf, da wir alle Spaß miteinander hatten.“
Über die Regisseurin sagt er „Phyllida versteht es auf eine tolle Art und Weise, Dinge zu fordern, die dann eigentlich als unwichtig erscheinen, sei es beim Text oder einen bestimmten Betrachtungswinkel, der den Moment noch interessanter macht. Das ist wundervolles rationelles und präzises Filmemachen.“
Komplett wurde das Trio durch Stellan Skarsgard, der vollkommen eingeschüchtert von einer bestimmten Herausforderung, die ein Musicalfilm ausmacht, war: nämlich das Tanzen. Skarsgard erklärt: „Tanzen ist etwas, das ich seit 30 Jahren nicht mehr gemacht habe. Es machte mir dann aber enormen Spaß. Diese Erfahrung war total befreiend. Man muss einfach nur Freude daran haben und dann klappt es auch.“
Was ihm am meisten gefiel, war die Tatsache, dass die Männer in dieser Geschichte eigentlich nur Nebenrollen sind, die sonst eigentlich immer von Frauen übernommen werden. Er lacht: „Im Grunde genommen interessiert keinen, was wir denken und fühlen. Wir sind die Bimbos im Film!“
Julie Walters, die beliebte britische Bühnen- und Filmschauspielerin sowie die mit dem Tony ausgezeichnete Darstellerin Christine Baranski verkörpern die beiden Freundinnen Donnas, mit denen sie in ihren jungen Jahren die Band Donna and The Dynamos gegründet hatte.
Walters akzeptierte das Angebot für den Film ohne großes Zögern. „Ich kann nicht oft genug wiederholen, wie sehr ich diese Show geliebt habe“, sagt sie. „Sie hat diese gewisse Ironie und den Witz“. Obwohl Walters schon Erfahrung im Singen hatte, machte ihr auch das Tanzen ein wenig Angst. „Zuhause übte ich wie verrückt“, lacht sie. Christine Baranski erklärt, warum sie unbedingt bei der Filmversion von „Mamma Mia!“ dabei sein wollte: „Das Entscheidende an dieser Geschichte ist das Thema der tiefen Freundschaft. Die Herausforderung und auch die große Freude waren für mich, wie auch für Meryl und Julie, die altgediente und feste Freundschaft dieser drei Frauen auszudrücken. Es war so einfach, denn beim Besetzen des Films gaben sich die Filmemacher die allergrößte Mühe, den „Mamma Mia!“-Geist zu erhalten, welcher sich durch Offenheit und eine großartige Mischung von Spaß und Abenteuer darstellt.“
Baranski hatte bereits Erfahrungen im Singen und Tanzen, sei es auf der Bühne oder im Film. Doch sagt sie: „Man denkt, ABBA-Songs zu singen ist eine leichte Aufgabe – weil sie so einprägsam sind – aber das ist doch viel komplizierter als man denkt. Sie verlangen einen bestimmten Stil. Benny und Björn sind hervorragende Musiker und ihre Harmonien und Rhythmen sind komplex. Sie wissen genau, was sie wollen.“
Die Filmemacher hatten sehr bestimmte Ideen, was die Besetzung der Rollen von Sophie und Dominic anging. In Amanda Seyfried und Dominic Cooper fanden sie die Verkörperung der jungen Liebenden. Craymer erklärt: „Sophie zu finden, war eine enorme Herausforderung. Sie musste einerseits verschmitzt, aber gleichzeitig unschuldig wirken. Sie musste lustig sein und sollte wirklich gut singen können. Amanda war für uns die ideale Sophie.“
Sie konnte bereits Erfahrungen im Singen und Tanzen vorweisen, doch für sie ging ein Traum in Erfüllung. Der Vorsprechprozess war sehr intensiv. Aber ihre erstaunliche Sangeskunst überzeugte. Lloyd erinnert sich an die Vorsprechtermine: „Amanda versprüht diese gewinnende Wärme und eine fast kindhafte Jugendlichkeit. Außerdem hat sie eine natürliche fabelhafte Stimme, was dazu führte, dass Benny und Björn sie fragten, zusätzlich Songs zu singen, die sie im Film nicht sang. Sie betrat den Raum, und von der ersten Note an wusste jeder, `das ist sie!“.
Während der Zeit des Vorsprechens sah Seyfried die Show in Las Vegas und war total begeistert. „Es war fantastisch“, erinnert sie sich. Wie viele andere auch, war sie von der zeitlosen Qualität der ABBA-Songs überzeugt und genoss die Möglichkeit, hier mitspielen zu können. Außerdem war sie von der Tatsache, neben der großen Meryl Streep zu spielen, voller Freude angetan. „Sie ist unglaublich. Obwohl sie weiß, wie man auf ihre Präsenz reagiert, machte sie es mir leicht, mich wohl zu fühlen. Ich habe sehr viel von ihr gelernt.“
An der Seite von Seyfried steht der junge britische Schauspieler Dominic Cooper, der ihren Verlobten darstellt. Bei den Screentests konnte man sofort die gute Chemie, die zwischen beiden vorhanden war, feststellen. Craymer sagt: „Dominic ist sehr charmant. Er kann singen und die Mädels lieben ihn. Er war perfekt für die Rolle des Sky.!
„Es ist eine unglaubliche Besetzung und es war ein aufregendes Projekt, dabei sein zu können“, erinnert sich Cooper. „Der Spaß begann schon beim Vorsprechen“, sagt er, „und es hat sich fortgesetzt. Es ist eine spannende Sache, zu singen. Ich bewundere Sänger, weil man sich hier nicht hinter kleinen raffinierten Schauspieltricks verstecken kann. Jeder kleineste Fehler wird sofort aufgedeckt.“
Genau so wie bei der Bühnenproduktion von „Mamma Mia!“ war das positive Feeling der Darsteller und Leuten hinter der Kamera ein wichtiger Baustein. Craymer fasst zusammen: „Für mich als Produzentin war es immer sehr wichtig, dass jeder des Teams eine gute Zeit hatte. Und das überträgt sich dann auch auf die Zuschauer“.
Zur weiteren Besetzung gehörten Schauspieler wie Philip Michael und Chris Jarvis als Skys beste Freunde, Pepper und Eddie; Rachel McDowall und Ashley Lilley als Sophies Schulfreundinnen und jetzige Brautjungfern Lisa und Ali sowie der unvermeidliche griechische Chor.
Der Sprung von der Bühne auf die Leinwand war schon eine Herausforderung allein, aber bedingt durch Anderssons Wunsch, dass jeder Darsteller seine Rolle mit seiner eigenen Singstimme darstellen sollte, machte die Sache nicht leichter. Musical-Regisseur Martin Lowe, der 1999 das „Mamma Mia!“-Team ergänzte, sagt: „Dies setzte die Latte ziemlich hoch. Durch meine Arbeit an der Bühne weiß ich, was den Darstellern abverlangt wurde, die Lieder zu singen. Die Songs verlangen einen großen Anspruch von Kunst und Stil“.
Lowe war bei den Vorsprechterminen dabei. „Letztendlich war ich dabei, um Bennys Musik zu betreuen“, sagt er, „mehr nicht. Ich wollte niemanden kompromittieren.“ Während des Besetzungsprozesses arbeitete Lowe in Stockholm mit Andersson und der Original ABBA-Bühnenproduktion von „Mamma Mia!“ dabei war und als Backgroundstimmen für die großen Ensemble-Nummern wie „Voulez-vous“ und „Gimme! Gimme! Gimme!“ diente.
Sein Job am Film begann in dem Moment, als die Besetzung feststand. Er arbeitete mit den Darstellern und gab ihnen die Vertrautheit, bevor sie dann ins Studio gingen, um ihre Songs, die sie im Film singen, aufzunehmen. Um hier die beste Performance sicherzustellen, verlangte Lloyd verschiedene Aufnahmeoptionen: die Darsteller nahmen ihre Songs im Studio auf und mussten dann lippensynchron zu ihrer eigenen Performance live am Set nach einem Track singen.
Der ausführende Produzent Mark Huffman erklärt diesen Prozess: „Die Tradition in Musicals ist, dass die Lieder vorher aufgenommen werden und dann beim Dreh nur noch gemimt werden. Aber da wir solche wundervollen Darsteller in diesem Film hatten, haben wir ihnen die Möglichkeit gegeben, live zu singen. Wir ließen die Option offen, und haben es deshalb auf zwei verschiedene Wege versucht. Wir hatten eine Menge an Playback in den großen Tanznummern, aber bei den mehr persönlichen Songs wurde live gesungen.“
Die Besetzung war von dieser Wahl sehr angetan. Streep sagt: „Die Zusammenarbeit mit Benny und Björn bei den Aufnahmen der Songs war sehr interessant, da ich vorher genau wusste, wie mein darzustellender Charakter und die Stimme war. Als wir dann den Film drehten und live sangen, klang die Stimme, die ich sang, totatl verschieden zu der, die ich über Kopfhörer hörte. Die Stimme entwickelte sich und es war großartig, die Option zu haben, es auch live zu tun, da die Energie und die Physikalität des Darstellens diktiert, wie der Song dann wirklich klingt, was ich nicht wusste, als wir ihn zum ersten Mal aufnahmen.“
Firth stimmt zu: „Es ist wirklich taff, einen Song zu interpretieren, bevor du deine Rolle festlegst. Ein Song in einem Musical ist keine körperlose Angelegenheit. Es ist Teil der Erzählung und die Performance muss auf die Rolle passen. Man muss die Performance dem Song anpassen – oder den Song der Performance.“
Brosnan sagt: „Martin flößte mir ein großes Selbstvertrauen ein. Er kam aus Kalifornien, wir saßen einen Tag in meinem Büro und wir begannen, die Songs herunter zuschreiben. Die nächsten Monate hörte ich sie mir Tag für Tag an, während ich die Kinder in die Schule fuhr“, fährt er fort. „Als es dann zu den Aufnahmen kam, betrat ich die Studios und da waren Benny und Björn und Phyllida und Judy …. und es war Showtime. Zu meiner Singerei sagten sie nur `Großartig`. Sie mochten, was ich tat und es war plötzlich sehr einfach. Ich war ja nicht alleine, denn ich hatte Stellan und Colin an meiner Seite, die genau so ängstlich waren.“
„Ich glaube, am meisten stolz bin ich auf Dominic“, sagt Lowe über den jungen Darsteller, der zugibt, dass er Momente der Panik hatte, bevor er seinen Musical-Regisseur traf. „Er arbeitete so hart. Wir gingen buchstäblich bei jedem Song Textzeile für Textzeile durch und ich zeigte ihm, wie ein Popsänger zu singen.“
Landsmann Stellan Skarsgaard machte es ebenso Spaß, mit den Männern hinter ABBA zu arbeiten. Über Ulvaeus und Andersson sagt er: „Sie sind so gelassen und so schwedisch. Diese beiden Schweden standen vor mir, waren so nett und aufmunternd und ließen mich einfach singen.“
Amanda Seyfried hatte ebenso Lowe, Ulvaeus, Andersson und Lloyd um sich, als sie ihre Songs aufnahm, aber trotzdem fühlte sie sich frei. „Es war so aufregend und unwirklich, mit ihnen zu arbeiten. Sie haben mir kaum etwas vorgeschrieben“, sagt sie. „Ich hatte den Ton und den Sound, die sie liebten und so ließen sie mir völlige Freiheit.“
Lowe gibt zu bedenken, dass viele der Songs, die Seyfried im Film singt, ziemlich knifflig sind, wie zum Beispiel die komplizierte Formulierung in Teilen von „I Have a Dream“. Die Zeile „I believe in angels“ fällt in eine Pause und in eine verzwickte Stelle im Song“, gibt er zu bedenken. „Beim Vorsprechtermin bekamen das viele der Frauen und Mädchen nicht hin. Gottseidank fanden wir dann Amanda, die kam und es gleich konnte. Als sie den Vorsprechraum verließ, sagten der Kamera Operator und der für den Sound zuständige Mitarbeiter wie aus einem Mund `das ist Sophie`. Und das hörte man von ihnen nicht jeden Tag.“
Regisseurin Lloyd fügt hinzu: „Amanda gibt dir sofort ein Gefühl von Sympathie und Beschützerinstinkt. Sie ist einfach liebenswert und das ist das Entscheidende für die Rolle als Sophie.“
Es war ein sehr anstrengender Prozess für alle Darsteller und die Filmemacher zogen den Hut vor ihrer Arbeit. „ABBA-Musik ist komplex“, sagt Rita Wilson. „Die Songs sind schwer zu interpretieren, sehr melodisch und sie haben großartige Harmonien. Man wird nicht müde, sie zu hören. Sie erlauben jegliche Darstellungsweise, albern, süß, jung und verrückt, so wie sie dafür geschaffen sind.“
Von Anfang an war „Mamma Mia!“-Choreograph Anthony Van Laast neugierig darauf, die Adaption von der Bühne auf die Leinwand zu bringen. „Die Herausforderung für mich, sei es auf der Bühne oder im Film, war es, die Choreographie erzählerisch und Rollen bezogen zu gestalten, sodass es improvisiert und spontan wirkt“, sagt er. „In Wirklichkeit ist es sehr strukturiert und entwickelt.“
In einem sehr frühen Stadium der Vorproduktion verbrachte Van Laast einige Zeit mit den Proben mit Lloyd und ihrer Tanzgruppe, um die Arbeit für den Film vorzubereiten: welche Nummern würden passen, wie viele Tänzer würden benötigt werden, wo sollten die Kameras platziert sein etc. etc. Van Lasst behielt einige der Original-Bewegungen des Musicals bei, aber im Großen und Ganzen choreographierte er für den Film neu.
Um diese Überleitung nahtlos zu bewerkstelligen, entschied sich Van Laast, ein Großteil der Original-Tänzer und Statisten von der Bühnenshow zu rekrutieren. Das würde eine Menge Zeit sparen und die Filmschauspieler konnten sich einiges an Schritten bei ihnen absehen.
Zusammen mit Associate Choreographer Nichola Treherne und Assistent Tim Stanley, die einige Jahre auch an der Bühnenshow mitwirkten, unterrichteten sie die Schauspieler einige Wochen vor Drehbeginn und führten das auch während des Drehs jeden Morgen durch.
Obwohl Baranski einige Jahre Erfahrungen in Musicals und Musical-Filmen sammeln konnte, war sie nach eigener Aussage ein wenig nervös und nahm ein wenig extra Tanz- und Bewegungsunterricht, um sich auf den Film vorzubereiten. „Man ist immer ein wenig nervös, wenn man tanzen und singen muss“, sagt sie, „sogar wenn man es schon öfters gemacht hat, denn es ist ein sehr anspruchsvolles Genre. Du musst den richtigen Rhythmus haben, deine Beine immer im rechten Moment bewegen, dich zur richtigen Zeit drehen und dabei noch singen. Als ich hörte, dass ich diesen Job bekomme, begann ich sofort, Privatunterricht in Pilates und Jazztanz zu nehmen. Als ich dann nach London ging, fand ich sofort „heraus, wo ich Ballett- und Jazztanzunterricht nehmen konnte.
Streep lacht: „Ich habe das eigentlich auch gemacht, um meine 20-jährigen Kinder in Verlegenheit zu bringen. Bei den Tanzszenen werden sie sich schämen. Wahrscheinlich werden sie nach Alaska oder sonstwo auswandern. Alleine wegen der Overalls, die ich trage….“.
Walters fährt fort: „Ich muss ja nur ein kleines bisschen tanzen, aber es ist der großartigste Tanz, den ich je gemacht habe. Ich hätte noch wochenlang weiterdrehen können mit diesen wahnsinnigen männlichen Tänzern. Ich hatte diesen traumhaften Tanzpartner Philip, der mich herum wirbelte und natürlich der Tanz mit Stellan war einfach wahnsinnig lustig.“
Nach einigen Wochen der Musik- und Songaufnahmen folgten sechs Wochen für die Kostümproben, Makeup-Tests und Tanzproben. Die „Mamma Mia!“-Dreharbeiten begannen im Juni 2007 auf der neu renovierten 007-Bühne in den Pinewood Studios. Das aufwändig erstellte Set von Produktionsdesignerin Maria Djurkovic gab den Filmemachern die Möglichkeit, die Arbeit, die Craymer, Lloyd und Johnson in ihrer Bühnenproduktion bereits begonnen hatten, fortzuführen.
Djurkovic verließ sich bei ihrer Arbeit auf das Drehbuch und nicht zwangsläufig nicht auf die Show. „Für die Bühne kreiert man mehr aus der Fantasie“, erklärt sie. „Beim Film ist es wichtig, eine gewisse Dramatik beizubehalten. Sie musste ich darauf achten, dass es glaubwürdig wirkt.“
So war es eine gewaltige Herausforderung, ein Mini-Dorf zu bauen, immer im Kopf behaltend, dass es jeglichen Aspekt einer griechischen Insel stand halten musste. Aber sie löste dieses Problem bravourös. Sie sagt: „Der Trick dabei ist, dass es fröhlich aussehen muss, denn es ist ja ein Musical. Der spirituelle Moment ist glücklich, fröhlich und leicht frivol. Aber zur gleichen Zeit müssen die Zuschauer daran glauben, was passiert.“
Produzent Goetzman fügt hinzu: „Ein wichtiger Teil der Adaption von Bühne zum Film ist das Design. Maria machte einen tollen Job und ich glaube, dass die Leute ihren Spaß daran haben werden.“
Der Trip nach Griechenland, um die Original-Locations zu finden, half enorm, den Stil und das Design von Donnas Villa zu kreieren. Lloyd und Djurkovic fanden in dem Ressort ein passendes Gebäude. Mit Hilfe von einer Reihe von Designer, Zimmerleuten, Verputzern und Malern fand Djurkovic die richtigen Farben, Stoffe und anderen Utensilien.
Nach neun Wochen Dreh in den Pinewood-Studios zog die Unit nach Griechenland, wo sie fünf Tage auf der Insel Skiathos drehte. Danach ging es für zwei Wochen nach Skopelos und schließlich fünf Tage nach Damouhari. All diese Locations wurden nach einer intensiven Suche auf 21 griechischen Inseln ausgesucht, bevor das Projekt grünes Licht bekam.
Unterstützt wurden die Dreharbeiten von einer enthusiastischen lokalen Crew, die die große Anzahl an Equipment, die Lauen des Wetters, das Drehen auf dem Meer, eine Wespenplage und die Unterbringung von 210 Leuten auf den kleinen Inseln bewerkstelligen musste.
Die Regisseurin, die die Landschaft durch eine Rucksack-Tour im Alter von 17 Jahren, kannte, war mit den Herausforderungen, die die Dreharbeiten mit sich bringen würden, vertraut. Obwohl die die Inseln als Paradies sieht, sagt sie: „Du musst bestens vorbereitet sein, deine wohl vorbereiteten Pläne umwerfen zu müssen. Wir verliebten uns in einige der Locations lange Zeit bevor wir drehten. Dann plötzlich musst du feststellen, dass dein kleiner Strand von der Brandung teilweise weggespült wurde. Du musst auf alles vorbereitet sein.“
Eine der umwerfendsten wundervollen Locations ist der alten Hafen von Skathos, wo Sam, Bill und Harry sich zum ersten Mal treffen, um auf die fiktive Insel Kalokairi zu gelangen und Rosie und Tanya die Fähre betreten. Skiathos, die kleinste der Sporaden-Inselgruppe, befindet sich im Nordwesten der Ägäis. Obwohl die kleinste, ist sie aber auch die am besten entwickelte Insel dieser Gruppe und hat eine Menge an feinen Sandstränden und damit für einige Szenen, die auf dem Festland spielen, geeignet. Ein Berg auf der östlichen Seite der Insel gibt einen wundervollen Blick auf den St. Nikolaos-Kirchturm der kleinen Kirche von Aghios Nikolaos frei, der Ort, an dem Sophie ihre Einladungen zur Hochzeit an Sam, Bill und Harry abschickt.
Auf der robusten und üppig bewachsenen Insel Skopelos wurden die meisten Szenen in Griechenland gedreht. Am Kastani-Strand mit seinem blaugrünen Wasser, wurde die Szene gefilmt, in der Tanya mit dem Song „Does Your Mother Know“ einen jungen Verehrer betanzt und wo Sophie und Sky „Lay All Your Love on Me“ singen und außerdem Donna und die drei mutmaßlichen Väter Sophie und Sky mit „I Have a Dream“ verabschieden.
Eine gebirgige Halbinsel in der Nähe des felsigen Glysteri Strands (auf Skopelos) diente als Hochzeitsort für Sophie. Auf einem Kliff auf der Höhe dieser Insel singen Sophie, Bill, Harry und Sam Teile aus „Our Last Summer“, bevor sie von den Felsen ins klare Wasser springen.
Die Nummer „Dancing Queen“ fängt in Donnas Schlafzimmer an, wird im Innenhof (beides in Pinewood gedreht) fortgeführt und endet außerhalb von Donnas Villa oberhalb des Glysteri-Strandes. Die Szene führt in das Dorf, durch einen Olivenhain, die Stufen zum Hafen herunter und am Anlegesteg entlang. Diese Szenen wurden in der kleinen romantischen Ortschaft von Damouhari in der Gegend von Mouresi an der Ostküste Pelion auf dem Festland gedreht.
Die Hochzeitsgesellschaft erreicht die Spitze der felsigen Halbinsel (ungefähr eine Stunde von Skopelos entfernt), wo Donna mit „The Winner Takes It All“ Sam ansingt. Skys und Sophies Hochzeitskapelle (in Pinewood entworfen) war auf einer 100 Meter hohen Felsformation mit einem Blick auf das Meer gesetzt. Es war handgefertigt auf dem Gelände des Klosters von Agios Ionnis Prodromos, in der Nähe der Stadt Glossa. Von der Originalkapelle sagt man, dass 105 in Stein gehauene Treppen zum Eingang führten. Die nachgebaute Kapelle war mit Lichtern vom Anfang des Weges bis zum Eingang bestückt.
Goetzman sagt zum Dreh einer romantischen Musical-Komödie an diesen üppigen Locations: „Du kannst beim Dreh nichts dazu tun, außer dich zu bewegen und mit den Füßen zu den Songs stampfen. Normalerweise verhält sich die Besetzung, die gerade nicht in der Szene ist sowie die Kameraleute äußerst ruhig und ehrfürchtig – aber hier rockte jeder, jeder hatte Spaß“.
Um den richtigen Look zu komplettieren, heuerten die Filmemacher die mit einem Oscar ausgezeichnete Kostümdesignerin Ann Roth.
Genau so wie die Produktionsdesignerin war Roth mit der Herausforderung konfrontiert, den richtigen Look für jeden einzelnen Charakter zu kreieren, der nicht nur phantasievoll sondern auch realistisch wirken musste. Obwohl sie die Bühnenshow gesehen hatte, forderten die Filmemacher, dass sie nicht einfach die Kostüme von Mark Thompson übernehmen, sondern nur als Basis nutzen sollte. Sie erhielt das Wesentliche vom Bühnenmusical, doch gab den Kostümen einen realistischen Anspruch.
Die Designer skizzierten ihre Ideen für die Kostüme und schickten sie zu Phyllida Lloyd, die sie durchaus mochte. Ein Großteil von Roths Vorbereitungen wurden in New York erledigt und einiges wurde kreiert nach Kleidern, die sie an obskuren Plätzen erworben hatte. „Da gibt es einen Anzug im Film, den ich in der 138. Straße in der Dominikanischen Republik gekauft habe. Ich liebe es, an merkwürdigen und unkonventionellen Orten Kleider zu kaufen. Ich bestelle niemals über das Telefon, ich muss losgehen und es entdecken.“
Roth befasste sich eingehend mit dem Background jeden Charakters (wie ihre Wohnung aussehen und wieviel sie verdienen würden) und kam dann mit den Kostümen, die bis ins kleineste Detail kreiert waren. Zum Beispiel stellte sie sich vor, wie die drei möglichen Väter ihre last minute-Einladung nach Griechenland erhielten. Gemäß ihrem Lebensstil kleidete Roth sie ein.
Für Meryl Streeps Charakter, die Hand anlegen muss, um ihre Villa, die als kleines Hotel dient, in Schuss zu halten, fand Roth, dass Kleider nicht deren erste Priorität sind. Die Designerin erklärt: „Ich glaube, Donna sagt zu einer Freundin, die in Athen lebt: `Meine Tochter heiratet nächsten Monat. Ich brauche ein Kleid, das aber nicht aussehen darf, als ob ich eine alte Dame wäre.` Die Freundin kommt mit einem Boot und hat zwei Kleider dabei und Donna entscheidet sich für eines davon.“ Da sind die Momente, wenn die Kostüme etwas auffälliger sind, zum Beispiel wenn Donna and The Dynaos „Super Trouper“ singen. Roth dachte daran, wenn die Gruppe auftrat auf einer Faschingsveranstaltung und sie wilde Kostüme trugen. „Sie stellten Kostüme vor“, erklärt sie. „Ich recherchierte bei den Gruppen der 70er Jahre, einschließlich ABBA. Das waren noch Kostüme! Im Supermarkt wird so etwas nicht getragen.“
Nach 14 Wochen kehrten sie zurück in die Pinewood-Studios, um die Endtitel-Sequenz zu drehen. Die Hauptcharaktere traten mit „Waterloo“ und „Dancing Queen auf.
Streep reflektiert, warum die Geschichte um „Mamma Mia!“ für viele Menschen so nachhaltig wirkt: „Es geht um Fehler, die man in der Vergangenheit gemacht hat und die man bereut. Es geht um deine Träume, deine Hoffnungen, dein Glück – so wie dein Leben verläuft.“
Brosnan kommentiert die Popularität der Songs und die zeitlosen Texte, die die Band für Generationen geschrieben hat: „Jeder hat seinen Lieblingsson. Jeder hat einmal ABBA gehört, jeder tanzt zu ABBA-Musik. Letztendlich lieben die Menschen die Songs und sie haben einen Platz in ihren Herzen.“
Die letzten Worte gehen an die Frauen, die ihre Träume umgesetzt haben. Über ihre Hoffnungen für dieses Projekt, Produzentin Craymer, Drehbuchautorin Johnson und Regisseurin Lloyd sagen folgendes...
Craymer sagt: „Wir haben ABBA in eine neue Umgebung verpflanzt. Die universellen Texte können jeden von uns ansprechen.“
Drehbuchautorin Johnson vermutet: „Obwohl die Charaktere sich nicht verändert haben, haben wir sie jetzt besser kennengelernt. Die Songs und das Spektakel um „Mamma Mia!“ erscheinen jetzt noch viel größer. Wir befinden uns auf dieser griechischen Insel und leben das Leben, das die Menschen dort leben.“
Regisseurin Lloyd schließt ab: „Die Story ist das absolute Märchen. Es berührt die Zuschauer wirklich und handelt von Identität, über verlorene Eltern und verlorene Kinder. Es ist eine epische Geschichte.“
Now I really know. My, my, I could never let you go.