Die Charaktere von „Aeon Flux” leben in der ummauerten Stadt Bregna, beherrscht von den Diktatoren Trevor und Oren Goodchild. Die Vision der Filmemacher für Bregna war weit entfernt von den überbevölkerten, schmutzigen Zukunftswelten in anderen Filmen. Sie wollten vielmehr eine hypersterile Umgebung, die die finsteren Absichten seiner Herrscher widerspiegelt.
„Ich wollte eine organische Welt zeigen, die nicht so sehr von der Hardware beeinflusst ist”, so Regisseurin Karyn Kusama. “Ich wollte eine oberflächlich sonnige und schöne Welt, in der Aeon Geheimnisse und Spannungen entdeckt, umso tiefer man in die Geschichte vordringt.”
Als Kusama und ihr Produktionsdesigner Andrew McAlpine mit dem Design der Zukunftswelt begannen, betrachteten sie zunächst die Vergangenheit: „Um eine Welt 400 Jahre in der Zukunft zu verstehen, muss man 400 Jahre in die Vergangenheit blicken”, so McAlpine. „Man entdeckt, dass viele Dinge gleich geblieben sind – bestimmte Utensilien, Werkzeuge, Geschirr, Regale, Betten, Fenster – und von dort aus beginnt man mit dem Design.”
Bregna ist eine Stadt hinter Mauern, die ihre Bewohner vor der Natur beschützen. Die letzte Stadt der Erde, umzingelt von Urwuchs. Es ist eine kleine, beschützte Welt ohne jede Berührung mit der Außenwelt.
Die Filmemacher fanden das, wonach sie suchten – eine bestimmte Kombination aus Gestern und Morgen – in den Gebäuden und Gärten von Berlin und Potsdam. Der Bauhaus-Stil, den Walter Gropius zwischen 1919 und 1928 in seiner Bauhaus-Kunstschule populär machte, steht für das, was Kusama auf der Leinwand erreichen wollte.
Der Bauhaus-Gedanke, dass die Vereinigung von Kunst und Technologie durch die Schaffung einer neuen visuellen Umgebung auch eine neue soziale schaffen kann, liegt den Entscheidungen zugrunde, die Kusama für den Look der streng überwachten und völlig abgeschlossenen Stadt Bregna traf. Ein Staat, in dem normale Bürger unter ständiger Bewachung stehen und nichts ganz so ist, wie es scheint.
Mit seinen klaren, nicht unterbrochenen Linien und dem geometrischen Modernismus passte das Bauhaus-Design perfekt in den stilisierten, aber organischen Look von „Aeon Flux”. “Wir blicken auf die schönste Form des Designdenkens”, sagt McAlpine über das Bauhaus Museum, das als Una Fluxs Wohnung ausgesucht wurde. “Es ist das letzte Gebäude, das Gropius gebaut hat und wir haben mit einigen der reinsten Architektur arbeiten können, die man sich vorstellen kann. Es war ein einmaliges Erlebnis.”
Die Location Manager Christian Alexander Klempert und Matthias Braun durchkämmten die Gebäude und fanden eine fast surreale Kombination aus modernen und historischen Architekturmomenten.
“Es gab erstaunliche Plätze mit einer historischen Bandbreite vom 17. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre, die niemals zuvor gefilmt wurden”, sagt McAlpine und weist darauf hin, dass diese Plätze bis vor einiger Zeit hinter dem eisernen Vorhang der Mauer standen. „Wir hatten Zugang zu 400 Jahre alter Architektur und zu unglaublich modernen Entwürfen, die alle wunderschöne Kurven und geometrische Formen aufwiesen.” Die Drehorte, für die sich die Filmemacher entschieden, waren die Gärten und Gebäude im Potsdamer Schloss Sanssouci-Park, auf dem Buga-Gelände und am und im Berliner Maria Regina Martyrum.
Peter Chung, Schöpfer der Fernsehserie, hat das Gefühl, dass sich die Hingabe der Filmemacher ausgezahlt hat. „Ich war an verschiedenen Drehorten in Berlin. Alle mit der Textur und der Funktionalität wirklich bewohnter Orte”, so Chung. “Die Locations sehen sehr echt aus und fühlen sich sehr echt an, auch wenn sie anscheinend direkt aus der Animation stammen.”
Genau den gleichen Eindruck hinterließen die Drehorte auch bei Frances McDormand. “Karyn nutzte Berlins beeindruckende Architektur, um ein erstaunliches filmisches Umfeld zu erschaffen”, sagt McDormand. „Berlin war der perfekte Drehort.” Ein Drehort forderte die besondere Aufmerksamkeit der Filmemacher. Ein Großteil der Szenen in und außerhalb des Regierungskomplexes im Film wurde im Berliner Tierheim Falkenberg gedreht, dem futuristischen Anwesen des Tierschutzvereins für Berlin und Umgebung. Einige Crewmitglieder, die die Arbeit dort genossen haben und etwas zurückgeben wollten, organisierten einen Spendenaufruf für das Tierheim. Eine Gruppe von Sängern und Musikern traf sich an ihrem einzigen freien Tag und probte für ein Nachtkonzert im Berliner Hard Rock Cafe. Die ausverkaufte Show wurde vom Rest der Crew besucht und unterstützt. So kamen 3000 Dollar für das Tierheim zusammen.