Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:08 Uhr
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  • FILMDETAILS | James Bond 007: Casino Royale
  • James Bond 007: Casino Royale

    Thriller, Action | Großbritannien / USA 2006
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      • | Die Spezialeffekte

      • Der Verantwortliche für die Spezialeffekte und Miniatureffekte, Chris Corbould, der mit CASINO ROYALE seinen elften Bond-Film drehte, begrüßte die Nachricht, dass die Produzenten diesmal beabsichtigten, einen eher realistischen Stil einzuschlagen und die digitalen Effekte einzuschränken.

        „Ich bin ein leidenschaftlicher Fan von Spezialeffekten und würde alles dafür geben, um etwas so real wie möglich zu gestalten“, sagt er. „Wenn es natürlich Sicherheitsrisiken und Budgetgrenzen gibt, dann kann ich mich allerdings einschränken und ziehe mich zurück. CGI-Effekte sind ein tolles Werkzeug und sie können sehr hilfreich sein, speziell dann, wenn sie sich perfekt in die Realität einfügen lassen und so eine gute schauspielerische Leistung zu ermöglichen. Aber wenn man einen Effekt in der Realität erzielen kann, dann ist das immer noch die beste Möglichkeit.“

        Die drei größten Herausforderungen für Chris Corbould bei dem Film fanden an vollkommen unterschiedlichen Locations statt: das sinkende venezianische Haus mit Szenen am Canal Grande in Venedig, im Paddock-Tank und in der 007-Halle in den Pinewood Studios, die Verfolgungsjagd auf dem Flughafen von Miami, in der Bond verhindern muss, dass Terroristen einen neuen Flugzeugprototyp in die Luft sprengen und Bonds Verfolgung von Mollaka auf einem Baustellengelände in Madagaskar.

        Als Erstes waren die Szenen auf dem Baustellen-Areal in Madagaskar an der Reihe, die auf dem Gelände eines verfallenen Hotels gedreht wurden. In der Szene springt Bond in einen 18-Tonnen-schweren Bagger und fährt mit rund 60 km/h auf das Gebäude zu. Er rammt einen Laster, zerstört eine Hütte und knallt dann in einen Betonsockel, auf dem Mollaka gerade entlang läuft als sich die Schaufel des Baggers in den Beton bohrt.

        „Wir bauten ein Modell und trugen zwei oder drei Lagen ab, so dass der Bagger auch ganz bestimmt den Beton und auch den Pfeiler darunter aushebeln konnte. Martin Campbell bevorzugte den direkten Weg, bei dem sich die Schaufel direkt in den Beton bohrt. Wir machten eine Reihe von Tests und während der Aufnahmen lief es sogar besser als erwartet. Der Beton zerbarst rund um die Baggerschaufel.“

        Auf dem Flughafen Dunsfold in Surrey verbrachten das erste und zweite Aufnahmeteam insgesamt zehn Wochen damit, die Sequenz zu filmen, in der Bond einen zweiten Terroristen durch das Gebäude des Flughafens von Miami bis hin zum Rollfeld verfolgt. „Bond verfolgt Carlos, der während der Hauptverkehrszeit am Boden einen Benzintanklaster über das Flughafengelände von Miami steuert“, erklärt Corbould. Bond springt auf den Tanker und Carlos versucht über waghalsige Manöver Bond abzuschütteln. Er rammt Busse, Polizeifahrzeuge und Gepäckwagen. Es ist ein Gemetzel! Ich habe in dem Film Licence To Kill (Lizenz zum Töten, 1989) schon Erfahrungen mit Tanklastern gemacht. Es sind wahre Biester, wenn sich die tonnenschweren Gefährte erstmal in Bewegung gesetzt haben. Und natürlich wollten wir etwas noch Spektakuläreres als beim letzten Mal inszenieren, also frisierten wir die Tanklastwagen, so dass wir Kollisionen mit höchster Geschwindigkeit erzeugen konnten.“
        Corbould beschreibt das riesige Set des sinkenden Hauses, das den Actionhöhepunkt von CASINO ROYALE bildet, als die größte Konstruktion, die er jemals für einen Bond-Film oder irgendeinen anderen Film gebaut hat. In der Szene folgt Bond Vesper und Gettler in ein venezianisches Haus, das gerade renoviert wird und dessen Restaurierung durch aufblasbare Ballons unterstützt wird. Während er ihnen folgt, werden die Ballons durch Schüsse zerstört, was dazu führt, dass die damit gehaltenen Wände einstürzen. Am Schluss versinkt das ganze Gebäude im Canal Grande.

        Man arbeitete in einem Tank in der 007-Halle in Pinewood und dazu baute die Produktion eine venezianische Piazza und das Innere eines dreistöckigen, baufälligen Hauses. „Die Vorrichtung war massiv: 90 Tonnen Elektronik und Hydraulik. Ich machte mir Sorgen, ob damit überhaupt eine schnelle Bewegung erzeugt werden kann, so dass es auch so aussieht, als ob das ganze Haus sinken würde. Die hydraulischen Ventile wurden von Computern gesteuert, da das System sich in sich zu viel bewegte – es bewegt sich nach oben und nach unten und wurde über zwei Achsen geschwenkt. Es hätte leicht passieren können, dass wir den Boden des Tanks oder das Dach beschädigen und daher benötigten wir eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen.“

        Gleichzeitig konnte man die komplette Vorrichtung knapp sechs Meter tief in das Wasser versenken und während man das tat, wurden natürlich große Wassermengen nach oben gedrückt, so dass Corbould die meiste Zeit in einem Tauchanzug verbrachte. „Ich schätze, dass ich etwa acht Stunden pro Tag im Wasser dieses Sets verbracht habe, von denen ich rund zwei Stunden unter Wasser war, um dort Probleme zu beheben. Wir hatten eine Unmenge an Kompressoren außerhalb der Tanks angebracht, die das Wasser nach oben drückten während das Haus in sich zusammenfiel, also musste alles immer funktionsbereit sein. Als die Dreharbeiten vorangingen und das Haus sank, fiel immer mehr Schutt, Trümmer und Dreck in das Wasser, so dass man mit der Zeit nichts mehr sehen konnte, was dazu führte, dass wir am Ende dazu übergingen, uns durch Tasten fortzubewegen.“

        Das Spezial-Effekte-Team erschuf zudem ein Außenmodell im Maßstab eins zu drei, um zu filmen, wie das Gebäude im venezianischen Kanal versinkt. Da dasselbe Computersystem die Hydraulik des Modells steuerte, konnten Corbould und seine Mitarbeiter die Bewegung im Inneren des Gebäudes exakt angleichen.

        „Wir haben ganz sicher etwas dazugelernt“, erinnert sich Corbould. „Es war die größte Vorrichtung dieser Art, die die Crew jemals zusammengebaut hat, und ein kompliziertes System war es auch. Ich erinnere mich noch an den Beginn der Arbeit als man uns sagte: „Es wird keine Tricks oder Effekte geben und dann präsentierten sie uns diese Idee. Aber letztendlich wird es das Publikum schätzen, wenn es sieht, wie jemand ein Risiko eingeht. Besser so, als dass es denkt, es sei sowieso nur ein visueller Effekt und deswegen bin ich mir sicher, dass sie den Mut und das Engagement zu schätzen wissen, dass durch einen realen Effekt eingebracht wird. Ich denke, dass Spezialeffekte mehr und mehr zurückkehren werden und die visuellen Effekte wieder verdrängt werden.“

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