Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:10 Uhr
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  • FILMDETAILS | James Bond 007: Casino Royale
  • James Bond 007: Casino Royale

    Thriller, Action | Großbritannien / USA 2006
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      • | Der Bond-Bösewicht

      • Der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen war überwältigt, eine der am interessantesten (und begehrtesten) Rollen der Kinogeschichte spielen zu dürfen – die des Bond-Bösewichts. „Mich interessieren Drehbücher, in denen die Rolle, die ich spiele, von Geheimnissen umgeben ist. Als mir dann die Rolle eines Mannes, der nicht einmal einen richtigen Namen hat, nämlich von Le Chiffre (die Ziffer, der Code), angeboten wurde, war das perfekt. Viele Schauspieler sagen, dass es viel interessanter sei, den Bösewicht als den Guten zu spielen, weil der Charakter voller Überraschungen steckt. Aber ich denke, wenn man einen Bösewicht spielt, versucht man auch immer mal wieder eine gute Seite an ihm zu zeigen und beim Guten wiederum auch dessen Schwächen, so dass es für das Publikum nicht eindimensional wird. Mein Lieblings-Bond-Bösewicht war Christopher Walken in A View To A Kill (James Bond 007: Im Angesicht des Todes, 1985). Er hatte das, was einen guten Bösewicht ausmacht: Es steckte gleichzeitig etwas Gutes und etwas Böses in ihm.“

        Mikkelsen beschloss ganz bewusst, Ian Flemings Roman nicht vor Drehbeginn von CASINO ROYALE zu lesen und zog es vor, seinen Charakter ausschließlich aus dem Drehbuch und nach Diskussionen mit Regisseur Martin Campbell zu entwickeln. Er ergänzt, dass Le Chiffre für ihn nicht der typische Bond-Bösewicht ist. Anstatt eines größenwahnsinnigen Verrückten, der versucht, die Welt zu übernehmen, ist Le Chiffre ein amoralisches kriminelles Genie mit einem unstillbaren Hunger nach harter Währung.

        „Er lebt in unserer Zeit und versucht, wie jeder andere auch, so viel Geld wie möglich zu machen“, sagt Mikkelsen. „Er ist clever und gewitzt und prahlt nicht mit seinen Erfolgen. Er macht sich nur selten die Hände schmutzig; aber er würde, wenn es nötig wäre. Er ist reich und erfolgreich, als wir ihn kennen lernen, aber Bond ist ihm auf den Fersen. Und wenn es hart auf hart kommt, zeigt er keinerlei Gefühle mehr – und wird eiskalt.“

        Um dafür zu sorgen, seine massiven Verluste an den Börsen auszugleichen, organisiert Le Chiffre ein Pokerspiel in Montenegro, in das man sich mit einem Einsatz von zehn Millionen Dollar einkaufen kann. Die Schauspieler bekamen Pokerunterricht und probten das Spiel, bevor die Dreharbeiten begannen, damit ihre Spieltechnik während der mehrtägigen Aufnahmen gekonnt wirkte. Produzent Michael G. Wilson, der sich selbst als „fanatischen“ Pokerspieler beschreibt, überwachte persönlich das Training. „Die meisten von uns konnten schon zuvor Poker spielen und zusätzlich zu den Vorbereitungen für das Pokerturnier spielten wir auch einfach nur so zum Spaß“, so Mikkelsen. „Meist haben wir tatsächlich zwischen den Aufnahmen auf den Fluren der Prager Studios in Barrandov gespielt.“

        Drei Wochen lang Karten vor der Kamera zu spielen, machte den Schauspielern so richtig Appetit auf Poker. Eines Abends gingen Mikkelsen und einige seiner Kollegen in das Casino von Prag – und trafen dort auf Wilson.

        Wie die meisten Spieler hat Le Chiffre eine Art unwillkürlichen Tick, der sich zeigt, wenn er über sein Pokerblatt nachdenkt“, erklärt Mikkelsen. „Er hat eine Narbe an seinem Auge, und die Vene fängt an zu pochen, sobald sich sein Herzschlag erhöht. Also drückt er gelegentlich mit seinem Finger gegen die Narbe, um das Pulsieren zu unterdrücken – doch Bond bemerkt es. Es muss so dezent wie möglich ablaufen, sonst würde er nicht so viele Pokerspiele gewinnen. Aber Le Chiffre schafft es dennoch, seine Schwäche zu seinem Vorteil zu nutzen.“

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