Thriller,
Action,
Science Fiction
| Deutschland / Großbritannien / USA 2005
WERBUNG
| Über die Produktion 1
Regisseur James McTeigue sieht "V wie Vendetta" vor allem als Polit-Thriller mit einer sehr düsteren und vielschichtigen Hauptfigur. "Einerseits setzt V sich für andere ein - er ist überzeugt, einen sozialen Umbruch auslösen zu können. Andererseits hegt er mörderische Rachegefühle gegen alle, die ihm persönlich Unrecht getan haben."
Bei der Vorbereitung zu "V wie Vendetta" ließ sich McTeigue bei einer ganzen Reihe von Filmen anregen, vor allem von "La battaglia di Algeri" (Schlacht um Algier, 1965), einer sehr realistischen Darstellung des algerischen Aufstands gegen die Franzosen in den Jahren 1954 bis 1962. Wie Stanley Kubricks "A Clockwork Orange" (Uhrwerk Orange), George Orwells "1984" (1984), Ray Bradburys "Fahrenheit 451" (Fahrenheit 451) oder Lindsay Andersons "If..." (If...) warnt auch "V wie Vendetta" vor den Gefahren der Korruption, Bevormundung, Manipulation und Unterdrückung, behandelt allerdings auch die Risiken des Extremismus - ob nun eine Regierung die Macht missbraucht oder ein Einzelner das Gesetz in die eigene Hand nimmt.
",V wie Vendetta' ist ein vielschichtiger Film", sagt Produzent Joel Silver, der in seiner langen und eindrucksvollen Filmkarriere die innovative "Matrix"-Trilogie und wegweisende Action-Filme wie die "Lethal Weapon"-Serie, "Die Hard" (Stirb langsam) und "Predator" (Predator) produziert hat. "Der Zuschauer kann sich für die dynamische Action begeistern, aber auch tiefer in die Probleme und Themen einsteigen, die der Film aufwirft: Die Verantwortung des Einzelnen für jene Macht, die das Volk der Regierung anvertraut, und auch die Mittel, die man einsetzen darf oder muss, um einen Tyrannen zu stürzen. Viele faszinierende Fragen werden gestellt - allerdings gibt es keine einfachen Antworten darauf."
Der Film stützt sich auf den Comic-Roman "V for Vendetta" (V wie Vendetta): Er erschien erstmals 1981 in dem unabhängigen monatlichen Comic-Magazin Warrior, das schnell eine Kultgemeinde um sich scharte. Die Blattmacher Alan Moore und David Lloyd brachten 26 Ausgaben heraus, bis das Magazin eingestellt wurde - deshalb erfuhren die Fans nie den Schluss der Geschichte. Erst nach fünfjähriger Pause vollendeten Moore und Lloyd "V wie Vendetta" im Jahr 1989 unter dem Dach von DC - in diesem Verlag erschien die gesamte Geschichte als Comic-Roman.
"V wie Vendetta" spielt in der nahen Zukunft - das heutige London ist noch sehr gut zu erkennen. Die Autoren Moore und Lloyd ließen sich von ihrer damaligen Gegenwart inspirieren. "Was wir von Margaret Thatchers ultra-konservativer Regierung hielten, setzten wir in den faschistischen britischen Polizeistaat um, der ,Vendetta' beherrscht", erklärt Lloyd. "Vs Hauptmotiv: Er will dieses System stürzen."
Moores und Lloyds Comic-Serie setzt sich mit vielen politischen Thesen und ethischen Fragen auseinander, die nach wie vor hochaktuell sind. "Die wesentliche Aussage des Originals ist, dass jeder Mensch ein Recht auf Individualität hat: Er hat das Recht - und die Pflicht - sich gegen den Zwang zum Konformismus zu wehren", kommentiert Lloyd. "V leistet Widerstand, indem er Regierungsinstitutionen direkt angreift und Regime-Befürworter ermordet. Es geht in der Story also nicht nur um den Kampf gegen einen bösen Tyrannen, sondern auch um Terrorismus: Kann man Terror in bestimmten Situationen als notwendig rechtfertigen? Dieser Frage müssen wir uns stellen, wenn wir das Problem in unserer realen Welt jemals lösen wollen."
Die berühmten Autoren/Regisseure Andy und Larry Wachowski, die die revolutionäre "Matrix"-Trilogie konzipierten, schätzten Moores und Lloyds Comic-Roman. Schon Mitte der 1990er-Jahre, bevor sie sich der Herkules-Aufgabe der "Matrix"-Trilogie widmeten, schrieben sie ein Drehbuch zu "V wie Vendetta". Während sie an der Endfertigung von Teil 2 und 3 von "Matrix" arbeiteten, nahmen sich die Wachowskis das "Vendetta"-Skript nochmals vor und zeigten es ihrem Regieassistenten James McTeigue, der sie bei allen drei "Matrix"-Filmen unterstützt hatte. Der im Werbebereich bereits erfahrene Regisseur McTeigue suchte damals das passende Sujet für sein Spielfilmdebüt.
"Wir arbeiteten an der Endfassung von ,Revolutions', als Andy und Larry mir den Comic-Roman ,V wie Vendetta' zu lesen gaben", erinnert sich McTeigue. Er begeisterte sich sofort für das Thema des Romans und fand genau wie die Wachowskis, dass er auch in der heutigen Zeit nichts von seiner politischen Brisanz verloren hat. "Wir merkten, dass der Roman das heutige politische Klima sehr präzise vorausgeahnt hat. Er macht deutlich, was passiert, wenn die Gesellschaft von der Regierung beherrscht wird, statt dass die Regierung als Sprachrohr des Volks dient. Ich halte es für durchaus nicht weit hergeholt, wenn ich behaupte, dass so etwas tatsächlich passieren kann, wenn die Regierenden nicht mehr auf das Volk hören."
Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Wachowskis gerade in der Schlussphase ihrer zehn Jahre währenden "Matrix"-Odyssee - sie waren einfach nicht in der Lage, sofort wieder eine neue Regieaufgabe zu übernehmen. Dazu McTeigue: "Wenn man zehn Jahre in ein Projekt investiert, ist das in jedem Fall eine Menge Zeit, denn das Filmemachen laugt uns völlig aus. Natürlich wollten Andy und Larry den Film eigentlich sofort machen, aber diesmal waren sie mit dem Rücksitz zufrieden."
Also boten die Wachowskis und Produzent Joel Silver ihrem langjährigen Kollegen McTeigue an, "V wie Vendetta" zu inszenieren. Dabei kann er auf viele wichtige Mitarbeiter der Wachowskis zählen: Produzent Grant Hill, Produktionsdesigner Owen Paterson, auf den für die visuellen Effekte verantwortlichen Dan Glass und Stunt Coordinator Chad Stahelski. Die Brüder selbst waren als Autoren und Produzenten an Bord.
Die Wachowskis nahmen sich ihre ursprüngliche Drehbuchfassung noch einmal vor und überarbeiteten sie. McTeigue erinnert sich: "Ihre erste Fassung war eine sehr gute Adaption, allerdings haben sie den Comic-Roman praktisch Bild für Bild nacherzählt. Wir wollten die Story jedoch weiter in die Zukunft verlegen, so dass sich die Rückblenden auf die 1990er-Jahre beziehen und die Filmhandlung etwa ins Jahr 2020 projiziert wird."
Weitere wichtige Änderungen: Moores und Lloyds Handlung wurde stromlinienförmig gestrafft, Evey bekommt eine andere Vorgeschichte, sie ist jetzt älter als im Original. "Der Comic-Roman hat eine sehr verzweigte Handlung mit vielen Figuren", berichtet McTeigue. "Einige dieser Figuren mussten wir zusammenfassen oder streichen, wobei wir allerdings sorgfältig darauf achteten, die Themen und das stimmige Konzept des Romans nicht zu verändern."
Die Bearbeitung für das Kino wurde erheblich dadurch erleichtert, dass Lloyd und Moore ihren Roman bereits sehr filmisch konzipiert hatten: Die traditionellen "Gedankenblasen" wichen Bildunterschriften, und statt großspuriger Layouts beschränkten sie sich auf rechteckige Comic-Strip-Bildfolgen. Lloyd bezeichnet die Drehbuchfassung der Wachowskis als werkgetreue Umsetzung des Originals. "Ich habe ,Vendetta' nie ausschließlich als Comic gesehen", erinnert er sich. "Ich merkte sofort, dass die Story sich gut in andere Medien umsetzen lässt. Mir geht es bei meiner Arbeit immer nur darum, den wesentlichen Gehalt, die Schlüsselelemente zu bewahren, damit die ursprüngliche Aussage erhalten bleibt."