Thriller,
Action,
Science Fiction
| Deutschland / Großbritannien / USA 2005
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| Über die Produktion 3
Dass Natalie Portman den gesamten Film über mit einem maskierten Partner spielen musste, war eine schwierige Aufgabe, aber Regisseur McTeigue machte sich keinerlei Sorgen, weil er wusste, dass sie durchaus in der Lage ist, auf den ausdruckslosen Partner emotional zu reagieren: "Mir war klar, dass sie mit der Maske umgehen kann - durch sie wirkt V viel lebendiger."
Die junge Schauspielerin Natalie Portman kann bereits eine äußerst beeindruckende Karriere vorweisen: die Episoden I, II und III der "Star Wars"-Saga, aber auch viel gepriesene Auftritte in Filmen wie "Closer" (Hautnah), "Garden State" (Garden State) und "Everyone Says I Love You" (Alle sagen: I Love You). Mit Portman hat McTeigue als Regieassistent bereits "Star Wars: Episode II - Attack of the Clones" (Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger) gedreht. Er weiß also aus erster Hand, wie unglaublich begabt sie ist und wie konzentriert sie arbeitet. "Sie ist ein absoluter Profi und sieht traumhaft aus", lobt der Regisseur. "Aber vor allem ihre Furchtlosigkeit und Intelligenz machen sie zur Idealbesetzung für die Rolle."
"Evey vertritt all die Menschen, denen V helfen möchte", sagt Silver. "Sie nimmt zwar an seinem Feldzug teil und will das englische Volk befreien, lehnt aber seine persönlichen Rachemotive ab. Natalie versteht sich als Schauspielerin derart auf subtile Nuancen, dass wir von vornherein wussten: Sie hat die seltene Fähigkeit, einen derartigen inneren Konflikt darzustellen."
Eveys Eltern haben es gewagt, sich gegen das Unterdrückungsregime, das ihr Land knechtet, aufzulehnen: Das haben sie mit dem Leben bezahlt und damit die kleine Evey zur Waisen gemacht. Eveys Eltern sind zu Aktivisten geworden, weil ihr Sohn aus politischen Gründen umgekommen ist, und in gewisser Weise war ihnen ihr politisches Engagement wichtiger als ihre Tochter. "Den Aktivismus hat sie bereits am eigenen Leib erlebt - ihre Eltern sind deswegen gestorben und haben sie allein zurückgelassen. Seitdem versucht sie also einfach nicht aufzufallen und auf Nummer Sicher zu gehen", sagt Portman. "Ihre Angst erhält sie am Leben."
... zumindest bis zu jenem Abend, an dem das Schicksal Evey mit V konfrontiert. Ab 23 Uhr gilt eine generelle Ausgangssperre - dann patrouillieren Undercover-Geheimpolizisten, die so genannten Fingermen, durch die Straßen, und sie erwischen Evey, die sich über das Kopfsteinpflaster zur Wohnung eines Freundes schleicht. Sie hat nur Pfefferspray, um sich zu wehren, und so wird sie zum Opfer der willkürlichen Rechtsauffassung der Beamten. Doch bevor die Begegnung in Brutalität ausarten kann, taucht ein geheimnisvoller Mann im Umhang auf - er bewahrt nicht nur ihre Menschenwürde, sondern rettet ihr auch das Leben. Ohne dass ihr das bewusst ist, beginnt Evey daraufhin politischer zu denken.
Als ihr Folter und Einzelhaft drohen, wird Eveys politisches Bewusstsein endlich voll und ganz geweckt. "In der Haft lernt sie mit ihren Ängsten umzugehen, und die Überwindung der Furcht macht sie praktisch unangreifbar", sagt Portman, die in Kauf nahm, sich den Kopf für eine Schlüsselszene im Film rasieren zu lassen, in der die Bewacher ihren Willen brutal brechen wollen.
Portman ließ sich vom Thema der Geschichte anregen - ihr gefiel Eveys Verwandlung von der anonymen Bürokraft zur mutigen, politisch motivierten Heldin. "Politik und Ideologie spielen im Drehbuch eine wesentliche Rolle", sagt sie. "Es geht um die Entscheidungen, die man bei der Entwicklung seines politischen Bewusstseins treffen muss, und um die Auswirkungen auf das Privatleben des Einzelnen."
Als Vorbereitung auf die Rolle schaute sie sich die Dokumentation "The Weather Underground" an: Darin geht es um eine radikale amerikanische Gruppe, die Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre eine Bombe im Capitol von Washington deponierte und Timothy Leary aus dem Gefängnis befreite. Sie las auch die Autobiografie des berühmten israelischen Premierministers Menachem Begin, der über seine Sowjethaft schreibt und berichtet, wie er später die Leitung der militanten Zionistengruppe Irgun übernahm, die in Palästina Terrorakte verübte, um die Briten aus dem Land zu vertreiben.
Informativ fand Portman auch Antonia Frasers Buch "Faith and Treason" über den "Gunpowder Plot" von 1605. "Da stand, wie der britische Hof die Katholiken drangsalierte, wie sie sich gewehrt haben, und dass all die Intrigen während der Regierungszeit von James I. Shakespeare zu ,Macbeth' inspirierten."
Chief Inspector Finch heftet sich als Detektiv auf Vs Spuren - er muss Vs Mordserie stoppen und ihn dingfest machen, bevor der seine Ankündigung in die Tat umsetzt und das Parlamentsgebäude am 5. November zerstört. Als Chefermittler in der geheimnisvollen Serie grausig-gleichartiger Morde an Prominenten will Finch zunächst nur den flüchtigen Terroristen und seine angebliche Komplizin Evey hinter Schloss und Riegel bringen.
Doch als Finch Vs Vergangenheit auf die Spur kommt, ist er schockiert von den Staatsgeheimnissen, die er dabei aufdeckt - er entwickelt Sympathien für den Täter. Und er beginnt sich zu fragen, wem er all die Jahre gedient hat, ohne je Fragen zu stellen. Plötzlich ist er durch die Ermittlungen mit der Wahrheit, mit der Realität konfrontiert. Statt weiterhin die staatlichen Unterdrückungsmechanismen zu akzeptieren, denkt er über Menschenrechte und den Freiheitsanspruch der Bürger nach. Der Schauspieler Stephen Rea übernimmt die Rolle des Finch und lässt die Zuschauer miterleben, wie der Detektiv allmählich Beweise dafür entdeckt, dass die britische Regierung für ungeheure Verbrechen verantwortlich ist. "Als der Jäger plötzlich ein großes Interesse an seiner Beute entwickelt, wird es richtig spannend", sagt Rea über Finch.
Rea hält die Themen der Story für zeitlos: "Was passiert, wenn die Regierung zu weit geht? Diese warnenden Fragen sind ja durchaus nicht neu: Welche Funktion hat die Regierung eigentlich? Worin besteht ihre Verantwortung gegenüber den Bürgern?"
"Andy und Larry machen interessante Sachen, wagen sich dabei aber auch aufs Glatteis", fährt Rea fort. "Es ist immer ein ehrgeiziges Projekt, ein Kunstwerk in ein anderes Medium zu übersetzen. Comic-Romane bestehen logischerweise aus statischen Einzelbildern, die man in ein bewegtes Bild verwandeln muss. Das ist schwierig und auch nicht ganz realistisch, aber ich erlebe das als höchst interessant. Ich habe gern mit diesem Stoff gearbeitet, der eine gewisse surreale Qualität entwickelt."
Rupert Graves spielt Finchs Leutnant Dominic, der als Juniorpartner ermittelt. "Ihm geht im Laufe des Films ein Licht auf", stellt Graves fest. "Seine Fantasie ist etwas beschränkt - er hat sich immer geduckt und an den Staat geglaubt, aber er und Finch begreifen langsam, dass ihre Regierung nicht so toll ist, wie sie bisher dachten."
Der Schurke an der Spitze des totalitären englischen Regimes ist Chancellor Sutler, gespielt von dem renommierten John Hurt, der bereits zweimal für den Oscar nominiert war - mit seinen gefeierten Leistungen in "Midnight Express" (12 Uhr nachts - Midnight Express) und "The Elephant Man" (Der Elefantenmensch). Sutler regiert mit harter Knute und sorgt durch massive Einschüchterung dafür, dass die Bürger kuschen - Geheimpolizei, ständige Überwachung und Androhung bevorstehender apokalyptischer Gefahren. Zensur, Propaganda und eingeschränkte Redefreiheit sind der Alltag, und die Ausmerzung von Minderheiten gehört zu den notwendigen Kollateralschäden. "Sutler steht für eine Gesellschaft, die überzeugt ist, dass sich das Land am besten durch eine faschistische Regierung beherrschen lässt", sagt Hurt. "Stell keine Fragen, lass einfach die Partei machen, und stell vor allem nie unsere Autorität infrage."
Hurt hat in Michael Radfords Film "1984" (1984) nach dem Roman von George Orwell den Winston Smith gespielt: Auch in dieser grausigen Geschichte beherrscht ein omnipräsenter faschistischer Führer eine totalitär regierte Gesellschaft. In "V wie Vendetta" sieht man Sutler mit Ausnahme einiger Schlüsselmomente nur auf einem erdrückend gewaltigen Monitor - er hält flammende Reden an sein Volk und ereifert sich bei digitalen Konferenzen in giftigen Auseinandersetzungen mit seinem Kabinett.
In einer komischen Szene wendet sich Hurt jedoch vom Bildschirm ab und spielt mit Stephen Fry die Parodie eines Comedy-Show-Sketches: Fry, in der Rolle des TV-Moderators Gordon Deitrich, begibt sich wagemutig in große Gefahr, indem er sich über den Regierungschef lustig macht.
Deitrich ist ein weltgewandter Fernsehmann, der im Dienste der Regierung eine tägliche Comedy-Show produziert. Und er ist Eveys enger Freund und Vertrauter. Außerdem hütet er seine eigenen Geheimnisse, von denen die Behörden nichts wissen dürfen: "Er zerreißt einfach das von der Zensur genehmigte Skript seiner Show und schreibt selbst eine ätzende Persiflage auf den Kanzler."
Im Film ist Fry fast ständig neben Portman zu sehen. "Natalie beeindruckt mich ungeheuer", sagt er. "Sie ist doch erst zwölfeinhalb Jahre alt, oder? Sie ist noch ein Embryo, bei dem die Zellteilung gerade erst eingesetzt hat, und schon spricht sie mehrere Fremdsprachen und behauptet sich als hervorragendes Naturtalent im Film. Sie hat Köpfchen und immer gute Laune. So etwas wie sie erlebt man nicht alle Tage. Sie wird sich in der Branche noch sehr lange an der Spitze halten."
Eine weitere Rolle im hochkarätigen Ensemble übernimmt Tim Pigott-Smith als Creedy, Chef der britischen Geheimpolizei und Vs letzter, gefährlichster Gegner. Scheinbar ist es Sutler, der dem Land die Daumenschrauben anzieht, doch die wahre Macht übt Creedy aus. Ben Miles spielt Dascomb, Sutlers Propagandachef, der clever reagiert, als V das Gerichtsgebäude Old Bailey in die Luft jagt: Auf dem staatseigenen Sender BTN ist sofort von einem "notwendig gewordenen Abriss" die Rede.
Der bereits zweimal mit dem Laurence Olivier Theatre Award ausgezeichnete Schauspieler Roger Allam spielt Prothero, den arroganten, scharfzüngigen Nachrichtenmoderator des Magazins "The Voice of London". Die äußerst beliebte Sendung wird von Millionen Zuschauern gesehen - sie hören zu, wie er schwadroniert, und trösten sich mit dem Slogan, den er jeweils als Abschluss trompetet: England siegt. "Er schwafelt über seine Überzeugungen und bildet so das Sprachrohr der Staatspropaganda", sagt Allam. "Er ist eine Art Evangelist des National-Faschismus."
John Standing zählt zu den angesehensten britischen Bühnen-, Film- und Fernsehdarstellern - hier übernimmt er die Rolle des Bischofs Lilliman. Die religiösen Überzeugungen prägen den Theologen allerdings nicht so sehr wie seine perversen sexuellen Neigungen, die ihm schließlich das Genick brechen. "Mir bringt der Lilliman richtig Spaß", berichtet Standing, "denn er stellt die gräßlichsten Sachen an und wirkt dabei fast komisch. Eine wunderbare Rolle."
Vs Leben (und letztlich auch Eveys) wird unabwendbar von einer Frau namens Valerie Page geprägt - obwohl beide sie überhaupt nicht kennen. Ihre Geschichte steht für das Schicksal Tausender, die durch die kaltschnäuzige Brutalität und Verfolgung der Behörden als unpassend eingestuft, gefoltert und getötet wurden - aber ihre Geschichte stellt auch einen Hoffnungsschimmer dar, an dem sich eine Revolution entzünden kann. Die Rolle der Valerie übernimmt Natasha Wightman, die unter anderem in Robert Altmans "Gosford Park" (Gosford Park) zu sehen war.
Die renommierte irische Schauspielerin Sinead Cusack spielt Delia Surridge, eine Untersuchungsrichterin mit grausiger Vergangenheit, die sie mit V verbindet. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal eine derart abstoßende Frau spielen würde", sagt die Tony-Kandidatin. "Ich hielt mich bisher immer für ziemlich sanft, nett und irisch! Stattdessen spiele ich diesmal eine schurkische Mörderin - also für mich ganz neues Terrain. Der Film ist die höchst interessante psychologische Studie einer Welt, die uns hoffentlich auf ewig erspart bleibt."