„Ich wollte eine typisch amerikanische, unkonventionelle Geistergesichte schreiben“, meint Drehbuchautor Ehren Kruger, aus dessen Feder auch schon das US-Remake zu „Der Ring“ floss. „Die Südstaaten, besonders Louisiana, fand ich als Background dafür besonders geeignet, weil in diesem kulturellen Schmelztiegel gewisse Riten und Mythen noch bis heute lebendig geblieben sind. Meiner Meinung nach lag der Weg, um eine einzigartige Geistergeschichte zu erschaffen, darin, das Publikum im Zweifel zu lassen, ob es sich eigentlich wirklich um eine Horror-Story handelt oder eben nicht. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass in den meisten Menschen dieses klassische Gothic-Element schlummert: Wir wollen herausfinden, was sich hinter einer verbotenen Tür verbirgt. Sogar ich selbst war begierig darauf, festzustellen, was hinter der Tür auf dem Dachboden versteckt ist.“
„Der verbotene Schlüssel“, dieser übernatürlicher Thriller in einer modernen Umgebung, hat auch Regisseur Iain Softley angesprochen. „Zu meinen Lieblingsfilmen gehören u.a. einige Psycho-Thriller, wie z.B. „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, „Rosemaries Baby“ und „Angel Heart“. Bei diesem Drehbuch hier hatte ich das Gefühl, das es nach den gleichen Richtlinien funktioniert. Es war sowohl intelligent als auch thematisch anspruchsvoll, und außerdem wirklich spannend.“
Bei einem kurzen Blick auf Softleys Oeuvre, zu dem auch „K-Pax – Alles ist möglich“, eine vielschichtige Meditation über das Wesen der Realität selbst gehört, könnte man meinen, dass es hier kaum Gemeinsamkeiten gäbe. Bei näherer Betrachtung jedoch findet sich ein roter Faden, der sich durch sein Gesamtwerk zieht. Er erläutert dies: „Ich wollte diesen Film auf der Realität basieren lassen, ihn nicht überstilisieren oder ins Gothic-Genre pressen, sondern voll und ganz aus der Authentizität und dem Ambiente dieser Südstaaten-Region schöpfen. Was mich an solchen Filmen nicht zur Ruhe kommen lässt ist die Möglichkeit, dass diese Welten noch immer existieren können. Und das Publikum giert in der heutigen Welt danach, Angst zu verspüren.“
„Das Drehbuch hat mich auf wunderbare Weise gefesselt, es hat den Ort – New Orleans und den tiefen Süden – grandios zum Leben erweckt und auch eine tolle Stimmung erzeugt. Auch das Thema des Alterns, das vielen Menschen ziemliches Unbehagen bereitet, wird hier auf sehr interessante Weise behandelt. Der psychologische Horror hat mich schon immer fasziniert, denn er spricht unsere Wahrnehmung, unsere Vorstellungskraft an. Oft ist das, was sich in unserer Vorstellung abspielt, ja viel Furcht erregender als die Dinge, die gezeigt werden“, fügt Softley hinzu.
Produzent Daniel Bobker – der Krugers Drehbuch zu Softley und dann zu Universal gebracht hatte, wo schließlich die Produzenten Michael Shamberg und Stacey Sher mit an Bord kamen
– begann mit der Arbeit an „Der verbotene Schlüssel“, als er gerade die riesige Herausforderung gemeistert hatte, Terry Gilliams neuen Film „Die Gebrüder Grimm“ zu produzieren. Sein jüngstes Projekt sieht Bobker als „üppig atmosphärisch und Furcht erregend, genau wie die besten Horrorgeschichten. Man kann richtig fühlen, wie der Atem eines Geistes deinen Nacken streift – und Iain Softley ist der ideale Regisseur für einen solchen Stoff. Er ist ein Naturalist und kann während der Dreharbeiten eine wirklich große, fast beunruhigende Realitätsnähe erzeugen. Als Regisseur hat er einen herausragenden Blick für Details und Atmosphäre – und das alle vermag er mit Hochspannung und dem Gefühl des Grauens zu verweben. Außerdem hat Iain die Gabe, sowohl die Darstellungen als auch die Drehorte, Designs, Musik und Texturen mit der genauen Dosis dramatischer Spannung zu versehen.“
Die Filmemacher und Regisseur Softley – der bereits in verschiedenen Genres gearbeitet hat, angefangen bei Filmen wie „Die Flügel der Taube“, eine vierfach Oscar-nominierte Adaption eines Romans von Henry James, bis hin zu „K-Pax – Alles ist möglich“ – versammelten eine hochkarätige und preisgekrönte Schauspielertruppe, um die vielschichtigen Figuren zu verkörpern, die im Unheil verkündenden Plantagen-Herrenhaus leben.
Kate Hudson, die für ihre strahlende Darstellung der Penny Lane in „Almost Famous - Fast berühmt“ für einen Oscar nominiert wurde, spielt hier Caroline Ellis, eine Hospiz-Mitarbeiterin, die gerade in New Orleans angekommen ist und von Violet Devereaux als Pflegerin ihres gebrechlichen Ehemannes Ben engagiert wird. Hudson, die in fast jeder Szene zu sehen ist, wurde bereits im Anfangsstadium der Filmentwicklung für die Rolle der Caroline ausgewählt.
Regisseur Softley berichtet: „Kate war die Erste, an die wir für diese Rolle gedacht haben. Nachdem Daniel Bobker mir das Drehbuch vorgestellt hatte, ging es auch schnell zu Universal. Und als Kate es gelesen hatte, war sie sofort begeistert – und wurde engagiert. Aber dann traf uns der Schlag: Kate wurde schwanger. Wir waren natürlich gerne bereit, die Produktion für über ein Jahr auf Eis zu legen, bis sie wieder bereit war, vor der Kamera zu stehen. Es stellte sich als gute Entscheidung heraus, denn meiner Meinung nach hat ihr die Mutterschaft genau diese Reife und zusätzliche Lebenserfahrung verliehen, die auch der Filmfigur mehr Tiefe verleiht.“
Daniel Bobker meint: „Kate in der Hauptrolle zu haben war eine echte Inspirationsquelle. Sie war schon immer äußerst attraktiv als ‚Mädchen von Nebenan’ – und genau das wirkt in einem Horrorfilm noch spannender, lässt das Grauen hautnah zupacken. Und diese Geschichte bringt ihre Qualitäten auch wirklich zur Geltung, weit mehr als die fröhlichen Rollen, in denen sie zuvor zu sehen war. Wir alle empfanden sie als perfekt für die Figur der Caroline – und ihre Darstellungskunst hat die gesamte Produktion mit Energie aufgeladen.“
In „Der verbotene Schlüssel“ steht Kate in einer Rolle im Rampenlicht, in der wir sie so noch nicht gesehen haben. „Das ist nicht die unbekümmerte Kate Hudson“, meint Michael Sham-berg, der gemeinsam mit Stacey Sher für die Produktion verantwortlich ist. „Sie ist etwas gereift und auch düsterer. Kate verfügt über diese magische Begabung, dem Publikum zugänglich zu sein. Hier gerät sie in eine wahrhaft Furcht erregende Situation – und jemand wie Kate erzeugt großes Mitgefühlt bei den Zuschauern, was alles umso grauenerregender werden lässt.“
Kate Hudson selbst sagt über ihre Filmfigur: „Caroline ist ein ernstes Mädchen, die mich interessiert hat. Es war schön, nicht dauernd lächeln zu müssen. Sie ist eine neugierige, starke junge Frau, die im Laufe der Geschichte immer stärker isoliert wird. Es muss schon viel passieren, damit sie ihre Weltanschauung in Frage stellt. Und an dieser Geschichte ist absolut nichts Unglaubwürdiges – wodurch Caroline eben zu zweifeln beginnt. Genau diese Glaubwürdigkeit macht diese Story so verstörend.“
Hudson, die auch alle ihre Stunts selbst absolvierte, erzählt, wie sie die körperlichen Herausforderungen genossen hat: „Ich glaube, der Stunt-Koordinator war überrascht, festzustellen, dass meine Körperbeherrschung recht gut ist“, lacht die Schauspielerin. „Ich durfte Fensterscheiben einschlagen, zwei Stockwerke an einem Rankgerüst empor klettern und im strömenden Regen durch den Schlamm robben. Eines Tages habe ich mir meine Knie angeschaut, und die waren blau und grün – genau wie damals, als ich als Kind Fußball gespielt habe. An einem anderen Tag war ich über 15 Stunden hinweg pausenlos tropfnass. Es war einfach toll. Es gibt doch nichts Schöneres, als nach einem langen Arbeitstag mit den Narben der Schlacht nach Hause zu kommen. Es hat großen Spaß gemacht.“
Peter Sarsgaard, der für seine Rolle in „Shattered Glass“ eine Golden-Globe-Nominierung erhielt und für seine mitreißende Darstellung in „Boys Don’t Cry“ von der Kritik sehr gelobt wurde, spielt hier den liebenswerten Südstaaten-Immobilienanwalt Luke Marshall, der für die Devereaux’ arbeitet. „Man weiß nie genau, ob er naiv ist – oder eben nicht“, beschreibt der Schauspieler seine geheimnisvolle Filmfigur. „Er ist leicht überfordert in seinem Job, und im Verlauf der Geschichte wird das nur noch schlimmer. Er ist kein gläubiger Mensch – und erst als er beginnt, zu glauben, werden die Dinge wirklich grauenvoll.“
Die Schauspiellegenden Gena Rowlands und John Hurt, die bereits für den Oscar und Golden Globe nominiert wurden und Emmys gewonnen haben, spielen hier die Eheleute Violet und Ben Devereaux, ein enigmatisches Paar, dessen äußerer Anschein nicht gleich auf den unausgesprochenen und geheimnisvollen Subtext schließen lässt.
Bobker meint: „Die wirklichen Klassiker unter der Horrorfilmen sind diejenigen, in denen illustre Schauspieler auftreten, durch die eine Geschichte unmittelbar und realistisch wirkt, so dass die Zuschauer alles glauben. Wir hatten wirklich großes Glück, solche Meister ihres Faches wie Gena Rowlands und John Hurt in den Rollen der Deveraux’ zu haben, denn sie verleihen der Landschaft und Kultur von Louisiana auch noch außergewöhnliche Tiefe und ein authentisches Flair.“
Produzentin Stacey Sher sagt: „Die Arbeit mit so herausragenden Schauspieler vom Kaliber einer Gena Rowlands und eines John Hurt ist für uns alle wie ein Kurs im Schauspielseminar. Gena verkörpert ihre Rolle so überzeugend, dass es aussieht, als habe sie ihr ganzes Leben in diesem Haus verbracht. Und John, der im gesamten Film kaum einen Satz zu sprechen hat, erfüllt eine zentrale Rolle, ist der Dreh- und Angelpunkt des Geheimnisses des Hauses. Er vermag es, die Stimmung und die Atmosphäre des Films zu vermitteln, ohne ein einziges Wort sagen zu müssen. Wer kann sich besser ohne Wort mitteilen als John Hurt?“
Gena Rowlands spielt Violet, eine verblichene Südstaaten-Schönheit, die mit ihrem Ehemann in einer heruntergekommenen Plantagen-Villa im tiefsten Sumpf von Louisiana lebt. Schon bald wird deutlich, dass ihre Beziehung in Wahrheit nicht so ist, wie sie zu sein scheint.
Zu ihrer Rolle meint Gena Rowlands: „Ich spiele eine sehr eigenartige alte Lady, die alles tut, um Caroline, die von Kate Hudson gespielt wird, aus dem Gleichgewicht zu werfen. Violet verbringt einen Großteil ihrer Zeit im Garten, denn wie Violet selbst verwandelt sich der Gar-ten Jahr für Jahr. Damit kann ich mich identifizieren.“
Für die Rolle des Ben Devereaux, der die meiste Zeit an den Rollstuhl gefesselt ist, engagierte Softley den herausragenden britischen Schauspieler John Hurt. Bestens bekannt aus seiner Titelrolle in dem Film „Der Elefantenmensch“ erläutert Hurt, welche Elemente seines Erachtens einen guten Thriller ausmachen: „Jeder rote Faden in der Geschichte muss zu jeder Zeit nachvollziehbar sein – und am Ende sauber aufgerollt werden. Man kann die Details wohl etwas verschleiern, doch zum Schluss müssen sie offen liegen, damit die Geschichte funktioniert. Genau so ein Drehbuch hat Ehren Kruger hier geschaffen.“
Joy Bryant – die weibliche Hauptdarstellerin in Denzel Washingtons gefeiertem Regiedebüt „Antwone Fisher“ – spielt Jill, die beste Freunde von Caroline und auch die Stimme der Vernunft. Produzentin Sher sagt: „Joy verleiht ihrer Rolle etwas Quirliges; in mancher Hinsicht spricht sie auch für die Zuschauer, warnt Caroline, sagt: Geh’ nicht in diesen Raum hinein!“
Bryant meint: „Es gab viele Dinge, die dieses Projekt attraktiv gemacht haben. Die Besetzung, Iain und sein Team, die Story, die Location – es ist eine großartige Mischung aus genau der richtigen Portion von jedem Element. In dieser Hinsicht ist der Film genau wie New Orleans selbst. Dauernd ist etwas los, und überall wo man hinsieht, spielt sich gerade eine Geschichte ab. Wenn man sich dort aufhält, hat man gar nicht das Gefühl, in den USA zu sein – New Orleans ist definitiv ein ganz eigener Ort.“