Einer der markantesten und originellsten Aspekte von JAGDFIEBER ist die Art und Weise, mit der der Film die Kunst klassischer 2D-Animation in die technologischen Fortschritte und Errungenschaften integriert, die heute dank 3D möglich sind. „Wir haben eine Software erfunden, die diesen Film total einzigartig macht“, bemerkt Produzentin Murdocca.
Die Filmemacher wollten, dass der Look des Films den Merkmalen von 2D-Zeichnungen Tribut zollt – den graphischen Linien, Schatten und der Tiefe von Flächen, zum Beispiel. Aber sie versuchten diese Qualität in ein neues Medium zu übersetzen. „Die größte Herausforderung hinsichtlich des Gesamt-Looks des Films lag darin, mit mehr als den Prinzipien traditioneller 2D-Animation zu arbeiten“, sagt Sean P. Mullen, der leitende Trickfilmzeichner. „Bei diesem Film waren wir in der Lage, viele der grundlegenden Animationsprinzipien
zu nutzen, die mit CG früher kaum zu machen waren.“
Sobald die Story voranging, begannen die Regisseure damit, das visuelle Vokabular festzulegen, das sie verwenden wollten. „Eines meiner Lieblingsbücher ist Eyvind Earles Buch über Weihnachtskarten“, so Culton. „Jede Karte hatte diesen alten, handschriftlichen Look, mit Schnee und Bäumen und Holzscheiten und kleinen verzerrten Kirchen. Und jede Karte hatte eine starke Farbpalette.“ Earle, der bekannte Hintergrund-zeichner von Disney, war für das Styling, den Hintergrund und die Farben der klassischen Filme Sleeping Beauty (Dornröschen, 1959), Lady and the Tramp (Susi und Strolch, 1955) und Fantasia (Fantasia, 1940) verantwortlich. Culton schlug vor, dass die Künstler von JAGDFIEBER Earles markanten Stil als Ausgangspunkt für die Kreation von Timberline benutzen sollten und dass die weite Landschaft des Waldes und die Bäume den optischen Hintergrund für den Film liefern sollten.
Es waren die Grundprinzipien von Earles Komposition – die Silhouetten und der graphische Stil der Elemente – die das JAGDFIEBER-Team aus seiner Arbeit herauszufiltern versuchten. „Eyvind Earles Architektur hat eine auf bestimmte Weise geformtes Design, etwas ,Wackeliges’. Alles ist leicht verzerrt und asymmetrisch, wodurch es leicht skurril wird“, erklärt Art Director Andy Harkness. „Seine Bäume sind wunderschön designt. Die Zweige haben eine gute Balance aus positiven und negativen Zwischenräumen.”
Die Regisseure arbeiteten mit der Crew an der Entwicklung einer festen, graphischen Sprache, Farbpaletten und einem Animationsstil für den Film.
Aber um 2D-Einflüsse in einer 3D-Welt einzusetzen, mussten ein paar neue „Brücken“ gefunden werden, die beide nahtlos verbinden. „Unsere Figuren und Hintergründe haben starke Formen, und das war die Herausforderung bei 3D“, erklärt Culton. „Wir brauchten eine bestimmte Software für die Hintergründe und für die Figuren.“
Die neue Software wurde bei Imageworks kreiert und erlaubte den Regisseuren, den Look und die Stimmung traditioneller Animation auf die 3D-Figuren zu übertragen. „Die Software half uns nicht nur, den graphischen Look zu erreichen, den wir anstrebten, damit unsere Figuren starke Silhouetten bekamen“, so Allers, „sondern sie ermöglichte uns auch ein stärkeres Zusammendrücken und Ausdehnen. Ältere
CG-Figuren wirken eher wie Puppen, weil die Zeichner keine flexible Software hatten. Bei Trickfilmen muss man immer übertreiben, um die Figuren reell wirken zu lassen. Ich freue mich darüber, diesen Spaß, dieses Zippen, diesen Unwahrscheinlichkeits-Faktor jetzt in 3D zu sehen.“
Das Imageworks-Team von Visual Effects Supervisor Ikeler erhielt die Aufgabe, die innovative Software zu programmieren und die richtige Balance zwischen 3D-Realität und dem steifen, graphischen Stil der 2D-Vorlage des Projekts zu finden. „Unsere anfänglich matten Gemälde wären für einen 2D-Film geeignet gewesen“, sagt er. „Und die einfachen Querschnitte der Geometrie liefen gegen alles, was ich kannte. Wenn du unsere Zeichnungen mit einer flachen Farbe füllen würdest, würde es fast wie 2D aussehen. Also fügten wir mit Textur, Licht und Schatten dieses Gefühl von 3D hinzu, das das Publikum so liebt.”
Ko-Regisseur Stacchi ergänzt: „Der Trick lag darin, einen wunderschönen, künstlichen Wald zu erschaffen, ohne dieses Gefühl zu verlieren, dass wir uns in einem ,echten’