Captain Nero wird von dem Australier Eric Bana gespielt, der vor Kurzem begeisterte Kritiken für seine Darstellung des israelischen Killers in Steven Spielbergs „Munich“ (MÜNCHEN, 2005) erhielt.
Von Anfang an merkte Abrams, dass Bana dem Nero Nuancen verleiht, die weit über den üblichen rachsüchtigen Bösewicht hinausgehen. „Eric bot uns ein unglaubliches Spektrum, das die Figur sehr viel interessanter und wirklich bedrohlich macht“, sagt Abrams. Eigentlich hatte Bana sich gerade eine Auszeit gegönnt, als Abrams ihn ansprach. Aber dieser Rolle konnte er nicht widerstehen: „Ich bestätigte J. J., dass das Skript von Anfang bis Ende derart spannend ist und Nero einen so wunderbar irren und unterhaltsamen Schurken abgibt, dass ich einfach nicht nein sagen konnte.“
Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen musste sich Bana bei seiner Rollengestaltungnicht an einem bestimmten Vorbild orientieren, aber er informierte sich intensiv über die romulanische Kultur, in der großer Wert auf Gerissenheit, Leidenschaft, Ehre, Technologie und Aggression gelegt wird. Dadurch begann er Neros Psyche zu begreifen: „Er kann eine fast Zen-artige Geduld aufbringen. Denn er hat das Konzept verinnerlicht, dass die Rache besonders süß ist, wenn man sie kaltblütig ausführt.“
Neros erstmaliges Auftreten reizte ihn ebenfalls: „Es war sehr spannend, eine Figur zu spielen, die niemand kennt – so bekomme ich die Gelegenheit, etwas Neues, Andersartiges in eine Story einzubringen, die bereits eine so umfangreichen Hintergrund hat.“
Über Neros unverwechselbares Aussehen, für das Bana täglich etwa vier Stunden beim Maskenbildner und in der Kostümabteilung verbrachte, sagt Bana: „Mir gefiel es auf Anhieb. Bizarr zwar, aber ich finde es auch sehr schön. Ich hatte die Rolle nicht mal ein Woche gespielt, da kam mir mein Aussehen schon völlig alltäglich vor, während normale Menschen mir seltsam erschienen!“ Unwiderstehlich fand Bana auch Neros Schiff, die Narada, einen schnittigen, düsteren, fast skelettartigen Kriegsvogel. „Das ist ein echtes Schurkenschiff“, berichtet Bana. „Als ich das Set betrat, traute ich meinen Augen nicht. Ich begeistere mich für Mechanik, und hier sind all die Drähte und Leitungen offen zu sehen, die gesamte Struktur wird deutlich – ein ganz verblüffendes Design.“
Doch am meisten beeindruckt zeigt sich Bana von seinen Schauspielkollegen. Vor allem freute er sich auf die Auseinandersetzungen mit Chris Pine als dem entschlossenen Kirk: „Ich habe schon mit etlichen Kollegen Kampfszenen gedreht, aber Chris ist ganz besonders zäh und schnell – ein ganz harter Bursche, der unserer Begegnung epische Dimensionen verleiht. Unsere Kämpfe waren extrem spannend – hoffentlich empfinden das die Zuschauer genauso.“
Zwischen den Darstellern entwickelte sich eine spürbare Chemie, wie Abrams feststellte: „Ich hätte gar keine bessere Besetzung zusammenbekommen können. Sie übernahmen Rollen, die bereits von anderen Schauspielern geprägt sind, und eigneten sie sich an, mit Humor, Gefühl und Realismus. Trotzdem kommen sie uns bereits traumhaft bekannt vor.“