Immer wieder begeistert uns das „Star Trek“ Phänomen durch die Anstrengungen der menschlichen Helden, die durch Einfallsreichtum, Engagement und Optimismus scheinbar unlösbare Probleme anpacken. Diese Aspekte lagen den Filmemachern besonders am Herzen. Erstaunlicherweise fanden die umfangreichen Dreharbeiten, die in Lichtjahre entfernten Galaxien angesiedelt sind, fast ausschließlich im kalifornischen Süden statt, und zwar durchaus nicht vorwiegend in Studiohallen, sondern an realen Locations. Das bedeutete zum Beispiel, dass die Crew eine Bierbrauerei in einen Maschinenraum verwandelte und den Parkplatz eines Baseballstadions in einen wüstenhaften Eisplaneten. Genauso hatte J. J. Abrams sich das vorgestellt, denn seine blühende Fantasie ist sein Markenzeichen.
„In STAR TREK passieren jede Menge Dinge, die unglaublich, fast unvorstellbar sind – gerade deshalb bemühe ich mich, sie so real wie möglich zu gestalten, und zwar emotional und optisch“, sagt er. „Ich wollte mich nicht ausschließlich auf Effekte mit der Greenscreen oder Computertricks verlassen. Die Kulissen sollten so weit wie möglich real gebaut werden. Voraussetzung dafür war ein kompliziertes Verfahren, wir mussten jedes Detail ausführlich diskutieren – vom Bildschirm auf dem Armaturenbrett eines Autos im 23. Jahrhundert bis zum Feuerstoß, den ein Schiff auf ein anderes abgibt.“
Wie ein Schiffskapitän umgab sich Abrams mit Leuten, denen er bereits vertraute: Kameramann Dan Mindel („MI: III“, 2006), die Cutterinnen Maryann Brandon und Mary Jo Markey („MI: III“ und „Alias“), Produktionsdesigner Scott Chambliss („MI: III“, „Alias“) sowie ein Newcomer im Team, Kostümdesigner Michael Kaplan („I Am Legend“ / I AM LEGEND, 2007; „Miami Vice“ / MIAMI VICE, 2006; „Mr. & Mrs. Smith“ / MR. & MRS. SMITH, 2005). Erneut in Abrams’ Team arbeitete nach „MI: III“ auch Roger Guyett von Industrial Light & Magic. Er war für die visuellen Effekte einiger der größten Abenteuerfilme der letzten Jahre verantwortlich, zum Beispiel für alle Teile von „Pirates of the Caribbean“ (FLUCH DER KARIBIK, 2003_2007), für „Star Wars: Episode III“ (STAR WARS: EPISODE III, 2005) und mehrere „Harry Potter“-Filme. Guyett übernahm auch die Regie des zweiten Drehteams.
Chernov fährt fort: „J. J. und ich waren uns darin einig, dass wir die kreativsten Leute zusammenholen, die verfügbar sind, und sie ihre Arbeit machen lassen. Wir fordertenn sie immer wieder auf, Neues auszuprobieren, Ideen zu entwickeln. So inspirierten sie sich am Set gegenseitig.“ Kameramann Dan Mindel sagt: „Das Tolle am STAR-TREK-Dreh war: Wir haben die Erfahrungen der vorigen Woche sofort in die vor uns liegenden Szenen eingebracht und das Niveau ständig verbessert.“
Nach langen Diskussionen einigte man sich schließlich darauf, STAR TREK im anamorphotischen Breitbildverfahren zu drehen. „Unser Film soll so ungeheuer riesig wirken wie der Weltraum selbst, und die Breitwand ermöglicht uns eine ausufernde Kinoatmosphäre, wie es sie in den Trek-Filmen bisher nicht gegeben hat. Ich bin der Überzeugung, dass Filme eine vollkommene Illusion schaffen sollten. Was wir hier machen, grenzt an Magie: Wir verwenden die Effekte sehr organisch, wir setzen analoge Bilder um, um einen High-Tech Weltraumfilm zu drehen“, sagt Mindel. Fans der früheren „Star Trek“-Filme dürfen also auf eine ganz neuartige Erfahrung gespannt sein.
„Dieser STAR TREK ist stark von J. J. geprägt“, sagt Mindel. „Unser Konzept besteht darin, dass der Zuschauer mit der Kamera identisch ist, und die Kamera steht niemals still, was das Gefühl einer ständigen Abenteueratmosphäre vermittelt – so als ob man sich Lichtjahre entfernt an Bord der Enterprise befindet.“