Im Vergleich zum eleganten, vorwärts gerichteten Look der Enterprise ist kein frappierenderer Kontrast denkbar als der gewaltige, düstere und bedrohliche romulanische Erztransporter Narada. Das STAR-TREK-Team freute sich darauf, ein bisher noch nicht bekanntes Schiff völlig neu zu entwerfen, vor allem weil es so unvorstellbar gigantisch (etliche Kilometer lang und hoch) und ungewöhnlich ist wie die Narada.
„Für die Narada gab es keine Vorbilder“, kommentiert Chambliss. „Hier haben wir die Gelegenheit, auf die Kultur der Romulaner einzugehen, die ursprünglich mit den Vulkaniern verwandt sind, sich aber von ihren Emotionen leiten lassen – so entstand eine völlig andere Gesellschaft. Romulaner sind reizbar und gewalttätig, und daher hatte ich die Vorstellung, dass ihr Schiff einem lebendigen, pulsierenden Organismus gleichen soll.“
Bei der Gestaltung des skelettartigen, exponierten Innenlebens der Narada ließ sich Chambliss vom spanischen Architekten Gaudí beeinflussen, der gern die innere Struktur seiner Gebäude sichtbar nach außen kehrte. „Die Grundidee war, all die Kabel und Rohre zu zeigen, die wie Sehnen, Bänder und Nerven des Schiffs aussehen“, kommentiert er. „So wird man in eine geheimnisvolle, düstere Welt hineingezogen.“ Nachdem das Konzept für die ausufernde Konstruktion des Schiffs feststand, musste sich Chambliss auch etwas einfallen lassen, um die praktisch unvorstellbaren Proportionen des Schiffs in einer der größten Paramount-Studiohallen unterzubringen.
Über die kreative Lösung des Teams sagt er: „Wir bauten Module der Narada, die wir je nach Wunsch anders zusammensetzen konnten, um neue Räume zu schaffen. J. J. gefiel dieses Konzept auf Anhieb, und so gelang es uns, fünf oder sechs verschiedene Bereiche der Narada in einer einzigen Halle zu filmen.“
Die Szenen auf der Narada gehörten zu den spannendsten Aufgaben für Dan Mindels Kamerateam. „Scott dachte sich diesen kreativen Geniestreich aus, ein nur aus beweglichen Modulen bestehendes Set zu bauen“, sagt Mindel. „Wir konnten uns nicht vorstellen, wie das funktionieren sollte, bis wir es mit eigenen Augen sahen – es war verblüffend einfach und wirkt völlig anders als die Enterprise: unheimlich, unheilvoll, unfassbar und auf ganz eigene Art sehr überzeugend.“
Die größten Schiffsbauaufträge des Designteams waren die Narada, die Enterprise und die Kelvin, aber auch kleinere Schiffe mussten entworfen werden, vor allem eine überarbeitete Version des berühmten Sternenflotten-Shuttles und Spocks sogenanntes „Quallen“-Schiff, das teilweise einem Teilchenbeschleuniger nachempfunden ist und in Form und Bewegung mit keinem anderen Raumschiff vergleichbar ist.
„Jedes Schiff wurde von einem anderen Ausstatter entworfen“, erklärt Chambliss. „Dennis Bradford übernahm die Enterprise und die Kelvin; Gary Kosko verantwortete alles, was mit Vulkan zu tun hat, und Curt Beech kümmerte sich um die Shuttles. Koordiniert wurde das Ganze vom leitenden Ausstatter Keith P. Cunningham, der alles am Laufen hielt. Gemeinsam mit unserer unglaublich talentierten Innenrequisiteurin Karen Manthey steuerte dieses Team wesentliche Elemente zum Look des Films bei.“