Während der Dreharbeiten wurde aus der Beziehung zweier Geschwister eine enge Freundschaft zwischen den beiden jungen Schauspielern. "Für mich ist Justin inzwischen wie mein eigener Bruder", sagt Dakota Fanning. "Weil wir so lange zusammen waren – in New York, Virginia und Kalifornien. In diesem Sinne ist er wie mein wirklicher Bruder. Wir hatten viel Spaß zusammen.”
Für Chatwin war die junge Schauspielerin eine Inspiration: “Dakota Fanning ist ein wunderbares Kind", sagt er. "Sie hat einen klugen Kopf. Sie ist phänomenal. Ich weiß nicht, wo sie Schauspielen gelernt hat, aber ich lerne jeden Tag von ihr".
Die Australierin Miranda Otto war zu einem Kurzbesuch in Los Angeles, als ihr Agent anrief und ihr sagte, dass Steven Spielberg sie kennenlernen wolle. Miranda Otto hatte erst Angst, dass die Chance, mit Spielberg zu arbeiten, im falschen Moment gekommen sein könnte. "Ich musste ihm sagen: 'Ich weiß nicht, ob ich mitmachen kann, weil ich schwanger bin’", erinnert sie sich. Aber die Schwangerschaft funktionierte war kein Problem für Spielberg, der sie als Teil der Komplexität der Beziehung zwischen Ex-Ehemann und Ex-Ehefrau sah.
Kennedy erklärt: "Es ist nicht so, als ob sich diese zwei Menschen nicht leiden können; das tun sie. Sie haben noch viel Zuneigung füreinander und hängen beide sehr an ihren Kindern, aber die Beziehung hat nie wirklich funktioniert". Die Schwangerschaft der Schauspielerin arbeitete Spielberg noch mehr heraus, um den Wechsel ihres Charakters in ein neues Leben zu finalisieren."
"Es gibt diese zarte Kluft zwischen Ray und Mary Ann", sagt Spielberg, der das Paar als zwei Menschen sieht, die jung geheiratet haben und ihre verschiedenen sozialen Positionen nie überwinden konnten. "Er ist dieser Arbeitertyp, der Frachtcontainer auslädt und ein großes Herz hat. Er hat eine Aristokratin aus Connecticut geheiratet, die in ihrer Kindheit Pferde besessen hat – sie haben sich ineinander verliebt und hatten ein paar Kinder. Aber er ist ein sexy Typ – er ist immerhin Tom Cruise – und sie fand etwas in Ray, das sie trotz ihres anderen Lebensstils lieben konnte. Die beiden sind aber so verschieden aufgewachsen, dass sie nie wirklich einer Meinung sein konnten. Und ich fand diesen Kontrast toll."
Obwohl sie in der Geschichte nur kurz vorkommt, fungiert Miranda Ottos Charakter für einen großen Teil des Films wie eine Art Kompass. David Koepp erklärt: "Rays erster Impuls ist, die Kinder zu ihrer Mutter zu bringen. Er weiß, dass sie auf sie aufpassen kann und glaubt, dass er dazu nicht in der Lage ist."
Sowohl Spielberg als auch Cruise sind Fans der "Krieg der Welten"-Adaption von George Pal und Byron Haskin aus dem Jahre 1953. Der Regisseur bat die Stars dieses Films, Gene Barry und Ann Robinson, einen Gastauftritt in seiner eigenen Roman-Adaption zu übernehmen.
Schon zu Beginn seiner Karriere als Regisseur inszenierte Spielberg Barry in einer Science-Fiction-Episode der Fernsehserie “The Name of the Game”. "Ich fühle mich geehrt, dass man mich bittet, zurückzukommen", sagt Barry. "Wenn ich auf meine erste Performance im 'Krieg der Welten' zurückblicke – und das ist sehr lange her – war das zu seiner Zeit ein ganz besonderes Ereignis. Und nun, 53 Jahre später, feiere ich die Tatsache, dass Steven Spielberg 'Krieg der Welten' macht. Dass er mich gebeten hat, diesen Gastauftritt zu übernehmen, stellt einen großen Moment in meinem Leben dar."
"Zurückzukommen, und das mit dem größten Regisseur der Welt und dem populärsten Schauspieler der Welt bedeutet, dass die Einladung zur Mitarbeit für mich ein großer Coup war", sagt Ann Robinson.
"Diese zwei Schauspieler aus dem Film von 1953 zurückbringen zu können, war etwas ganz Besonderes für mich", kommentiert Spielberg. "Als ich damals Gene Barry arbeitete, war ich ein großer Fan von ihm. Meine zweite oder dritte Regiearbeit überhaupt war ‘The Name of the Game’, in dem er die Hauptrolle spielte. Und es war eine Science-Fiction-Episode, ganz untypisch für die Serie. Irgendwie denke ich dass Gene recht überrascht war, als ich ihn anrief und fragte, "Hey, kannst Du mit Ann Robinson zurückkommen und einen Gastauftritt machen?" In meiner Version von H.G. Wells Buch gibt es viele solcher Hommagen auf den ersten Film. Und er hat es gern getan – und Ann auch."
Ein Hauptcharakter im Film ist kein Teil von Rays Familie – sondern eine klare Bedrohung. An einem entsetzlichen Höhepunkt der Geschichte suchen Ray und seine Tochter während einer Schlacht zwischen Menschen und Außerirdischen Schutz in einem Bauernhaus. Während sich ein verheerender Krieg um sie herum abspielt, folgen Ray und seine Tochter einem Fremden in den Keller eines alten Hauses. Als klar wird, dass die Außerirdischen nicht die einzigen Wesen sind, vor denen man Angst haben muss, macht die Geschichte einen bemerkenswerten Stimmungswechsel mit, der die dramatischen Aspekte des Films deutlich steigert.
Der Fremde, der Vater und Tochter von dem Angriff der Außerirdischen weglotst, ist ein gebrochener Mann namens Ogilvy, gespielt von Oscargewinner Tim Robbins. “Ogilvy ist ein Mann, der seine gesamte Familie verloren hat, wie so viele andere Menschen auch", sagt Spielberg.
"Er hat sich im Keller seines Bauernhauses versteckt. Er hat einen Plan, aber dieser Plan ist verrückt. Man vergibt ihm fast für seine geistige Umnachtung, weil er so hat leiden müssen und nicht mehr klar denken kann, aber er wird gefährlicher für Ray und Rachel als die Außerirdischen."
„In der Mitte dieses Actionabenteuers haben wir dieses heftige psychologische Drama“, sagt Robbins. „Es ist nicht etwa eine aufgesetzte Psychose, sondern eine Psychose und eine Gefahr, die man vor dem Hintergrund der Geschehnisse durchaus nachvollziehen kann.“
„Ich denke, es ist sehr mutig von Steven, diese harte Konfrontation im Keller mit Ogilvy einzubeziehen“, sagt Kennedy. „In Verbindung mit einem Film wie diesem ist es äußerst mutig, aber genau das hebt diesen Film von vielen ähnlichen Filmen desselben Genres ab. Er wird durch seine Charaktere bestimmt und konzentriert sich sehr deutlich auf die Dynamik dieser Familie und die Dynamik des Überlebens.“
Schauspieler Tim Robbins war genau die Art von imposanter Figur, die die Filmemacher im Sinn hatten. „Tim Robbins war eine sehr, sehr frühe Wahl von uns“, sagt Kennedy. „Wir dachten, dass die Fülle seiner Schauspielerfahrung es ihm erlauben würde, sich auf der Leinwand für diese relativ kurze Zeit zu behaupten und nicht von der Größe und dem Rahmen des restlichen Films überwältigt zu werden.“
Ogilvy ist eines der vielen Grundelemente aus Wells’ Romans, die Fans des Buches auch im Film wieder finden werden. “Ogilvy ist ein bisschen wie ‚der Kurat’ in H.G. Wells’ Buch, mit dem der Protagonist sich einen sehr kleinen Raum teilen muss“, erklärt Spielberg. „Es ist ein unbequemer Abschnitt des Romans. Und ich wollte, dass daraus auch ein unbequemer Teil des Films wird.“
Die Geschichte bewegt sich von einer urbanen Kreuzung, an Highways und Flüssen entlang, mit Flüchtlingen, die in die weiten Landschaften strömen, bis hin in diesen kleinen, dunklen Keller. „Die Reise geht durch eine trostlose Landschaft, in der die Charaktere auf das Einfachste reduziert sind – sie folgen der Straße, folgen dem Fluss, nehmen die einfachsten Wege, um irgendwohin zu gelangen“, sagt Produktionsdesigner Rick Carter. „Und dann gelangt man plötzlich an einen Punkt, wo die Uhr fast zurückgedreht scheint, weil dort nichts anderes ist als ein großes Bauernhaus auf einem Hügel. Hinter dem Hügel tobt der Krieg zwischen den Besten, die wir zu bieten haben – unserer ganzen Armee, die sich mit den Außerirdischen anlegt – und dann haben wir da diesen kleinen, klaustrophobischen Raum. Und statt einfach nur Flüchtlinge zu sein, lassen sie sich auf etwas weitaus Schlimmeres ein.“
„Es ist eine Odyssee“, sagt Spielberg. „Es ist eine Reise, die aus dem Bauch heraus
kommt. Sie startet in New Jersey und endet in Boston; eine sehr kurze Distanz, wenn man überlegt, wie weit diese Außerirdischen gereist sein müssen. Und gleichzeitig ist es auch eine ewige Reise.“