Nachdem Tom Cruise und Steven Spielberg sich entschlossen hatten, sich auf „Krieg der Welten“ zu konzentrieren, kam die Produktion mit halsbrecherischer Geschwindigkeit zustande. Produzentin Kathleen Kennedy erinnert sich an ein Gespräch, das sie zu Beginn mit Spielberg führte. „Steven sagte zu mir: ‚Okay, wir werden diesen Film machen, müssen ihn schnell vorbereiten und werden in drei Monaten anfangen zu drehen. Aber flipp bitte nicht aus, wenn du das Drehbuch liest. Denk einfach daran, dass der Film von drei Menschen handelt – das ist das Herz des Films. Gelegentlich rennen bloß 1000 Leute im Hintergrund rum.“
Im Herbst 2004 wurden eilig Produktionsteams an Ost und Westküste zusammengestellt, um den Drehstart vorzubereiten, Drehorte entlang der Ostküste zu suchen und Studiohallen und Setbauten fertig zu stellen, damit das Team bei seiner Rückkehr nach Los Angeles nach den Weihnachts- und Silvesterfeiertagen auf sie zurückgreifen konnte. „Wir hatten ein komplett arbeitendes Ostküsten-Produktionsteam mit vielen Crewmitgliedern von der Ostküste und simultan eine Crew an der Westküste, die alles für unsere Rückkehr vorbereitete“, erklärt Kennedy.
Die Vorproduktion nahm genau genommen halb soviel Zeit in Anspruch, wie es bei einem Film dieser Größe normalerweise der Fall ist. Spielberg bemerkt allerdings: „Dies war kein übereilter Intensivkurs für ‚Krieg der Welten’, sondern mein längster Produktionszeitraum in zwölf Jahren. Wir haben uns Zeit gelassen.“
“Es gibt gewisse Gründe, warum wir den Film so schnell machen konnten”, bemerkt Kameramann Janusz Kaminski, der schon seit langem mit Spielberg zusammenarbeitet. „Vor allem der, dass wir einen Regisseur hatten, der sehr selbstsicher ist, das Genre sehr genau kennt und weiß, wie man Filme macht.“
Alle sind sich einig, dass es nur wenige Regisseure gibt, die ausreichend Erfahrung und Vorstellungskraft haben, um ein Projekt von solcher Größe so schnell zusammenzustellen. „Es ist erschreckend, weil alles so schnell geht – aber auch sehr motivierend“, erklärt Kostümdesignerin Joanna Johnston. “Ich kenne niemanden, der so schnell arbeitet wie Steven. Er weiß ganz genau, was er will.” Spielbergs Klarheit, Entschlussfreudigkeit und Kommunikationsgabe mit seinem Team, unter ihnen viele Veteranen mehrerer Spielberg-Projekte, stellten sicher, dass das Projekt nach Drehplan ablaufen würde.
Die Effizienz der Crew während der Vorproduktion resultierte daraus, dass die Crewmitglieder ihren Regisseur und sich gegenseitig sehr gut kannten. „Ein Grossteil der Leute, die wichtige Fachbereiche leiten, arbeiten mit Spielberg schon 15 bis 20 Jahre zusammen – ich eingeschlossen“, sagt Kennedy.
Von dem versammelten Team hatten die meisten schon mit Spielberg gearbeitet – viele von ihnen an mehreren Projekten und schon seit Jahrzehnten: Produzentin Kathleen Kennedy (15 Filme), Produzent Colin Wilson (10 Filme), Kameramann Janusz Kaminski (9 Filme), Produktionsdesigner Rick Carter (6 Filme), Cutter Michael Kahn (19 Filme), Komponist John Williams (21 Filme), Senior Visual Effects Supervisor Dennis Muren (10 Filme), Kostümdesignerin Joanna Johnston (4 Filme), Stunt Koordinator Vic Armstrong (5 Filme), Set Decorator Anne Kuljian (3 Filme), Property Master Doug Harlocker (2 Filme) und Sound Mixer Ron Judkins (11 Filme).
“Dass wir unseren Drehplan einhalten konnten, liegt meiner Meinung nach zum großen Teil daran, dass wir diese Gruppe von Leuten zusammenbekommen haben”, sagt Produzent Colin Wilson, der für Spielberg erst als Cutter arbeitete und im Laufe der Jahre mehrere Filme für ihn produziert hat. „Ein Großteil der Schlüsselpersonen bei diesem Film haben so oft miteinander gearbeitet, dass sie untereinander eine eigene Sprache sprechen.“
Spielbergs einzigartige Fähigkeit, die Welt der Spezialeffekte zu verbinden mit dem, was die Kamera aufzeichnet, zeigte sich schon bei den ersten Vorbereitungen. Der Drehplan war so ausgelegt, dass Dennis Muren, Pablo Helman und ihr Team bei Industrial Light & Magic soviel Zeit wie möglich zur Verfügung hatten, um an den Szenen mit Spezialeffekten zu arbeiten. “Wir wussten dass wir eine ganze Menge an Effekten hatten, aber nur eine limitierte Zeit für die Postproduktion”, sagt Kennedy. „Also wussten wir, dass wir die großen Szenen, die am meisten Effekte benötigen würden, schnellstmöglich drehen mussten, damit ILM möglichst früh mit ihnen anfangen konnte. Als wir an die Ostküste kamen, begannen wir mit der Sequenz an der Kreuzung, da sie viel Interaktion mit einer Menschenmenge und Effekte erforderte.“
Produktionsdesigner Rick Carter erinnert sich an einen Anruf von Steven Spielberg in den Monaten, bevor die Produktion begann. „Ich setzte mich sofort ins Flugzeug und flog nach New Jersey, wo der Film spielen sollte“, fährt Carter fort. „Am ersten Tag sah ich mir einen Bereich von Newark an, an dem fünf Straßen aufeinander treffen. Es war ein toller Platz für unsere erste Begegnung mit den Außerirdischen.“
Drei Monate später kam das Produktionsteam für den offiziellen Drehstart zu der fünfzackigen Kreuzung in Ironbound, einer eng verbundenen Gemeinde in Newark, New Jersey – benannt nach den Eisenbahnlinien, die den Stadtteil von vier Seiten eingrenzen. Bevölkert mit portugiesischen und brasilianischen Restaurants, stellte sich der Dreh dort als Heimkehr für Tom Cruise heraus. „Ich habe zweimal in New Jersey gewohnt“, sagt der Schauspieler. „Hier ist es genauso, wie dort, wo ich aufwuchs.