FILMDETAILS | Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Action,
Abenteuer
| USA 2008
WERBUNG
| Produktion: New Mexiko, New Heaven und ein neuer I
Passiert ist es auf der Ghost Ranch, nördlich von Santa Fe in New Mexico: Indiana Jones kam zurück. So wie es bei seinen Filmen Tradition ist, ließ Steven Spielberg Champagnerflaschen öffnen und brachte einen Toast aus, bevor die ersten Bilder zu „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” gedreht wurden. „Es war so, als würden wir am Ende des letzten Films weitermachen”, sagt Produzent Frank Marshall. „Alles war genau wie damals. Die Beziehungen, die kreative Atmosphäre am Drehort, der gegenseitige Respekt – all diese Elemente waren wieder da.” „Es gab nicht eine Person auf dem Set, die nicht überzeugt war, einen magischen Moment mitzuerleben”, sagt Co-Produzent Denis L. Stewart. „Alle waren so glücklich, dass sie wieder zusammenkommen durften, um einen Film zu machen. Das hat den ganzen Tag lang angehalten und uns durch einen schwierigen Drehplan begleitet.”
Der erste Teil des Drehs spielte sich vor der atemberaubenden und einsamen Wüstenkulisse von New Mexico ab. Von der Ghost Ranch reiste das Team 300 Meilen südwestlich nach Deming. Dort befinden sich die Hangars eines alten Armeestützpunkts aus dem Zweiten Weltkrieg – und mit ein wenig Ausstattung, einigen Armeejeeps und ein paar Sowjetsoldaten lieferten sie den perfektenHintergrund für die Eröffnungssequenz des Films.
Von New Mexico ging es dann nach Osten zum Haus von Professor Jones und ans Marshall College. Dazu Marshall: „Eine der Schwierigkeiten bei diesem Film war die Tatsache, dass wir die Schauplätze, die wir in den ersten drei Filmen etabliert hatten, nun duplizieren mußten.“ Die Aufnahmen im Hörsaal aus „Jäger des verlorenen Schatzes” war in London entstanden und die Außenaufnahmen an der University of the Pacific im kalifornischen Norden. Für „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” mussten die Filmemacher beide Drehorte nachbauen. Die Lösung fand sich laut Marshall an einer berühmten Universität in New Haven/Connecticut.
Die Filmemacher waren begeistert von der einzigartigen Atmosphäre die das Marshall College an der Yale University entfaltet. „Das Ambiente entspricht vollkommen jener Epoche, die Hörsäle sind großartig und die Zusammenarbeit mit der Universität und der Stadt entwickelte sich prächtig”, sagt Marshall. Vom Hörsaal bis zur Motorradjagd durch die Flure, über die Höfe und durch die Stadt boten Yale und New Haven den perfekten Hintergrund für Professor Jones, Dekan Stanforth und Mutts ersten Auftritt.
Fast vergaßen die Produzenten des Films, dass Indys Arbeitsplatz einen sehr bekannten Namen hat: „Als ich nach New Haven kam, sah ich überall „Marshall’. Da wurde mir erst richtig klar, dass wir damals bei ‚Jäger des verlorenen Schatzes’ diesen unglaublich originellen Namen Marshall College gewählt hatten“, witzelt Frank Marshall. Einige der kompliziertesten und schwierigsten Sequenzen der Geschichte spielen im dichten Dschungel des peruanischen Regenwalds. „Iquitos wird auch das ,Tor zum Amazonas’ genannt”, sagt Drehbuchautor David Koepp. “Das ist die letzte Stadt, bevor man in den wirklichen Dschungel kommt: die Grenze, an der Wildnis und Zivilisation aufeinander treffen – der perfekte Ort für ein Indiana- Jones-Abenteuer.”
In einer kleinen Stadt am Rand des Dschungels finden Indy und Mutt wichtige Hinweise, die sie den Geheimnissen des mysteriösen Kristallschädels näher bringen. Während die Außenaufnahmen der Stadt auf dem Universal- Studiogelände gedreht wurden, wo Produktionsdesigner Guy Hendrix Dyas eine staubige peruanische Straße aus dem Boden stampfte, war der Dschungel selbst schwerer zu finden. Die Filmemacher suchten weiträumig nach einem geeigneten Drehort für den urzeitlichen Wald. „Man findet kaum noch unberührten Dschungel”, erklärt Co-Produzent Stewart. “Wir suchten in Mexico, Guatemala, Südamerika und auf Puerto Rico.” Schließlich fand die Produktion das, was sie suchten, gar nicht so weit von der Heimat entfernt. „Wir suchten überall nach einem angemessenen Drehort und kamen schließlich darauf, uns auch auf Hawaii umzusehen.“ Die Crew fand ihren Dschungel in der südöstlichen Ecke der großen Hawaii- Insel. Auf einem privaten Grundstück und unter dem dichten Baumdach drehten die Filmemacher etliche Wochen lang die schwierigsten Sequenzen des Films, einschließlich eines Schwertkampfs auf fahrenden Autos. „Hawaii war die perfekte Kulissen für einige der kompliziertesten Szenen”, sagt Marshall. „Es geht um jede Menge Action und viele Stunts mit den Schauspielern – also benötigten wir ein Ambiente, in dem wirungestört arbeiten konnten.”
Von Hawaii reiste die Crew zurück in den kalifornischen Süden, wo der Dreh auf praktisch alle Studiogelände verteilt wurde – auf Dutzenden der gewaltigsten Sets, die Dyas und sein Team je gebaut haben. Indiana Jones’ Haus entstand in Halle 29 der berühmten Universal Studios. „Dieses Set ist ein Ausdruck der privaten Seite unseres Helden“, sagt Dyas. Der Produktionsdesigner und sein Team gaben sich jede erdenkliche Mühe, um Indiana Jones’ Haus anhand der Vorlagen aus den früheren Filmen nachzubauen. „Wir haben versucht, den Stil von Dr. Jones’ Haus aus den 30ern beizubehalten, aber wir vergessen auch nicht, dass wir uns nun im Jahr 1957 befinden. Zusammen mit den Ausstatter Larry Dias versuchte Dyas ein Haus zu bauen, das zwar Indys persönlichen Stil und seine Interessen spiegelt, uns aber auch zeigt, dass seit dem letzten Film viel Zeit vergangen ist. „Wir haben sein Wohnzimmer und seinen Bürobereich mit wunderschönen und interessanten archäologischen Artefakten gefüllt, Objekte, die Indy in all den Jahren auf seinen anderen Abenteuern in aller Welt gesammelt hat.”
Dyas’ Team baute außerdem mehrere Außensets in den Universal Studios, zum Beispiel die gefährliche Stadt, in der Indy und Mutt auf der ersten Etappe ihrer Reise landen, und ein massives, nahezu 25 Meter hohe Gebäude, das als Teil eines Tempels ist am Schluss des Films eine große Rolle spielt. Eine „verschwindende” Steintreppe, die um einen zehn Meter hohen Zylinder herumgebaut wurde, entstand in einer Studiohalle am anderen Ende von Los Angeles in den ehemaligen MGM Studios, die heute Sony Studios heißen. Die Aufgabe, funktionierende Stufen zu bauen, die in der Mauer verschwinden, als unsere Helden die Treppe auf ihrer hektischen Jagd benutzen wollen, fiel Spezialeffekte-Koordinator Dan Sudick zu. (Im Gegensatz zu den visuellen Effekten, die Industrial Light & Magic verantwortet, bezieht sich der Ausdruck „Spezialeffekte” immer auf real gefilmte Effekte, die am Drehort kreiert werden.) Sudick hatte schon bei Spielbergs „Krieg der Welten” die Spezialeffekte geleitet, und der Regisseur war so begeistert von seiner Arbeit, dass er ihn für diesen Film wieder engagierte. „Ich kam zum Drehort und habe seit Joe Alves’ Set für „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ im Hangar in Mobile/Alabama noch nie etwas so Überwältigendes erlebt”, erinnert sich Spielberg.
Die Universal-Halle 27 enthielt beherbergte weiteren Teil des Produktions- Puzzles: einen peruanischen Friedhof. In dieser riesigen, mehrstöckigen Kulisse konnten die Darsteller zwischen staubigen Ruinen und alten Artefakten unter den Augen der Wächter des Friedhofs und seiner Geheimnisse herumkriechen. Auf der Flucht vor einer grauenerregenden Meuter gelangen Indy und Mutt in den tiefsten Teil der Grube, der wiederum 30 Kilometer entfernt in Downey eingerichtet wurde.
In den Downey Studios entstanden eine Reihe von Sets in einem massiven Hangar, der mit seinen 55.000 Quadratmetern einst der Entwicklung des Space Shuttle und der Apollo-Raumschiffe diente. In Downey drehte man etliche entscheidende Sequenzen zu „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” – zum Beispiel in einem Labyrinth von Höhlentunneln und in einem experimentellen Militärbunker, der zu einer weiteren Location in New Mexico gehörte. Auf dem Gelände der Paramount Studios wurde ein Diner-Restaurant im Stil der 50er-Jahre errichtet, das von Edward Hoppers berühmtem Gemälde „Nighthawks“ inspiriert ist und zu den Szenen passte, die man in Connecticut gedreht hatte.
Von allen Drehorten sticht einer für die Fans der Indiana-Jones-Filme ganz besonders hervor: das riesige Lagerhaus. Vor 27 Jahren war es mithilfe von detaillierten Hintergrundzeichnungen und vielen Kameratricks entstanden – für „Königreich des Kristallschädels” wollte Spielberg seinem damaligen „Matte Painting“ allerdings echtes Leben einhauchen. „Ich erinnere mich noch daran, wie ich als Kind die letzte Szene von ,Jäger des verlorenen Schatzes‘ sah und mich fragte, wie sie das nur gemacht haben“, sagt Dyas. „Ich konnte natürlich nicht ahnen, dass ich eines Tages ganz ernsthaft mit Steven Spielberg und George Lucas darüber diskutieren würde. Es war wirklich aufregend, die Stimmung dieser Szene aus dem allerersten Indiana-Jones-Film nachzuempfinden.“
Auf dem Gelände der Warner Bros. Studios mietete die Produktion den die gewaltige Studiohalle 16, um dort einige der komplizierteren Sets für den Showdown des Films zu bauen. „Guy übernahm eine sehr schwere Aufgabe, weil wir all diese Sets real gebaut haben wollten“, sagt Marshall. „Er musste Sets errichten, die uralt aussehen, eine Geschichte hatten, furchterregend wirken – und sie dabei auf Studios überall in und um Los Angeles verteilen. Wir konnten den Film nicht auf einem einzigen Studiogelände drehen, so wie wir es mit den ersten drei Filmen in London gemacht hatten – also habe ich zum ersten Mal in meiner Karriere einen Film in fünf verschiedenen Studios gedreht, was möglicherweise ein Rekord ist.“
Trotz der der großen Entfernungen zwischen den Sets empfand Spielberg doch einen gewissen Nervenkitzel, wenn er auf Dylas’ Sets herumspazierte: „Immer wieder betrat ich einen Drehort und sagte mir: Ich bin auf dem Set eines Indiana- Jones-Films. Gibt es ein größeres Glück, als noch einen weiteren inszenieren zu dürfen?!“