Im spanischen Original heißen sie „Mortadelo y Filemón“. In Deutschland wurden sie zunächst als „Flip und Flap“ in Umlauf gebracht, dann aber als „Clever & Smart“ richtig bekannt. Clever ist der ernstere der beiden Geheimagenten, sein verrückter Kollege Smart verkleidet sich auf absurdeste Weise als Schmetterling, Regenwurm, Hocker oder Elefant und verursacht ständig neue Missgeschicke.
Erfunden hat sie der Spanier Francisco Ibáñez 1958 für das Wochenmagazin Pulgarcito, und ihre Laufbahn begannen sie als Detektive, wobei sie schon damals in die verrücktesten und absurdesten Situationen gerieten. Im spanischen Original treten sie dann in die Geheimorganisation TIA ein - natürlich eine Anspielung auf die CIA, wobei aber „tía“ das spanische Wort für „Tante“ ist, was zu weiteren gewollten Missverständnissen führt. Ironischerweise gab es in den sechziger Jahren eine sehr beliebte Fernsehserie mit der Geheimorganisation U.N.C.L.E., die auch in Deutschland erfolgreich lief. Von dem TIA jedenfalls kann man mit Fug und Recht behaupten, dass ihre Mittel ebenso beschränkt sind wie ihre Mitarbeiter.
Trotzdem stürzen sich Clever & Smart jedes Mal mit Feuereifer auf ihre „Fälle“, wobei die Fortbewegungsmittel, die sie dazu benutzen, so außergewöhnlich sind, wie es dem niedrigen Budget der Organisation eben entspricht: eine Straßenbahn, ein Tretauto, ein Flugzeug, das nicht fliegen will, ein ramponierter Heißluftballon, usw.
Seit 1972 sind sie auch in Deutschland mit ihren Gag-Abenteuern immer hautnah am Zeitgeschehen; völlig neu geschrieben, mit eigener Legende und aktuellen Spitzenpointen erscheinen sie im ConPart-Verlag (ehemals Condor Verlag) sechs Mal im Jahr als Erstveröffentlichung. Seit 2001 werden Nachdrucke früherer Alben als „Classic Hit“ unter neuem Titel in die Serie der Erstauflagen integriert. Alle acht Wochen erscheinen auch die „Clever & Smart“-Taschenbücher; außerdem gibt es verschiedene Sammelalben, die unter den Bezeichnungen „Extra Clever & Smart“, „Super Clever & Smart“ und „Clever & Smart Jumbo-Spass“ erscheinen. Anfang der 80er Jahre veröffentlichte der Condor Verlag monatlich auch eine Reihe von Rätselmagazinen unter dem Namen „Rate fix mit Clever & Smart“; neben Kreuzworträtseln und Basteltipps enthielten die Hefte auch kurze Comicgeschichten von „Clever und Smart“.
Das Clever & Smart-Album Nr. 116, „Er ist fies und klein – und sooo gemein!“, sorgte für einigen Wirbel bei der Bundesregierung. Die Story: Der neue Vize-Direktor der TIA, der eine unübersehbare Ähnlichkeit mit einem gewissen Adolf H. hat, regiert im Büro von Mister L mit eiserner Hand. Leidtragende der neuen Befehlsgewalt sind vor allem ausländische und andersgläubige Angestellte der TIA, die nun unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Hier nun ein Auszug aus einer öffentlichen Stellungnahme des Condor Verlags, die in Heft Nr. 119 abgedruckt wurde: „... Stellt euch vor, da ruft uns doch ein Herr Ministerialdirektor aus Bonn an und beschwert sich über das Titelbild. Rassistisch sei das, sagt er. Ja, hat er denn nicht den Inhalt angeguckt? Oder wenigstens das, was auf dem Cover stand: „Clever & Smart stoppen den Tyrannen...“.
Ja, Satire ist manchmal eben ein bisschen schwer zu verstehen. „Clever & Smart“ aber verstehen und lieben viele: Mehr als 50 Millionen Comic-Alben und Taschenbücher wurden bisher verkauft.