Nach den Szenen in der Höhle zog die Produktion nördlich nach Lone Pine, Kalifornien, um den Überfall auf Tony Starks Convoy zu drehen. In der Sequenz musste Downey durch einen Explosionsteppich rennen, um seinen Entführern zu entwischen. Perfektes Timing und Präzision bei der Ausführung der Sequenz waren absolut notwendig und wurden von Stuntkoordinator Tommy Harper und Special-Effects-Koordinator Dan Sudek gewährleistet.
„Eine tolle Szene, die viel Spaß gebracht hat", sagt Harper, „allein schon deshalb, weil sie in "Movie Road" entstand, einem historischen Drehort vieler berühmter Western und anderer Filme. Außerdem haben wir sechs oder sieben Hummer in die Luft gejagt und völlig zerstört. Aber der entscheidende Teil der Sequenz ist, als Tony aus dem Wagen springt und schutzsuchend durch das Bombardement rennt, während wenige Meter von ihm entfernt überall etwas explodiert."
Downey erläutert: „Bei so einer Sequenz muss man blindes Vertrauen haben. Aber wenn man mit Leuten wie Tommy Harper und Dan Sudek zusammenarbeitet, die zu den allerbesten ihrer Zunft gehören, sagt man sich: ‚Das wird dir zwar alles um die Ohren fliegen, aber dir wird nichts dabei passieren’. Ich fühlte mich absolut sicher, war allerdings schockiert, wie nah mir die Explosionen kamen. Ich sage Ihnen was – beim Gedanken, dass einen knappen Meter hinter dir etwas explodieren wird, nimmst du ganz schön die Beine in die Hand."
„Robert war phantastisch und furchtlos in dieser Szene", sagt Produzent Feige. „So muss Action im Film aussehen. Wenn Robert durch das pausenlose Kreuzfeuer hetzt, ist die Spannung fast unerträglich."
Als die Produktion ein paar Kilometer südlich zu den Olancha Sand Dunes zog, mussten Cast und Crew zwei Tage lang bei Wind mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und nahezu 100 Kilometern pro Stunde ausharren, was fast die Produktion lahmgelegt hätte. Die ungünstigen Wetterverhältnisse entpuppten sich aber letztlich als Glücksfall für den Look des Films.
„Die Olancha Sand Dunes sind die Ausläufer eines ausgetrockneten Sees zwischen zwei Gebirgen", erklärt Favreau. „Am ersten Tag überraschten uns Winde von über 60 Stundenkilometern, als wir die Szene drehten, in der Robert durch die Wüste marschiert, kurz bevor ihn Rhodey rettet. Trotz der rauhen Verhältnisse funktionierte die Szene sehr gut. Am zweiten Tag jedoch, als wir drehen wollten, wie Raza und seine Männer die Reste der "Mark I"-Rüstung entdecken, waren die Winde dermaßen aggressiv, dass wir unser Equipment kaum benutzen konnten."
Der Regisseur erzählt weiter: „Wir waren drauf und dran, den Dreh abzubrechen. Doch die widrigen Umstände boten einfach großartige visuelle Möglichkeiten, die man künstlich niemals hätte herstellen können. Im Filmgeschäft muss man Gelegenheiten beim Schopf packen. Wir vermummten die Bösen mit Schutztüchern und -brillen und drehten weiter. Es sah aus wie ein Höllensturm – gespenstisch."
Trotz der miserablen Drehbedingungen war Downey dankbar, das zu erleben. „Ich werde nie vergessen, wie ich halb lebendig begraben in diesem gewaltigen Sandsturm lag", sagt er. „Ich konnte kaum aus dem IRON MAN- Helm gucken, aber ich fühlte tiefe Demut gegenüber der Naturgewalten und genoss das Privileg, mit diesen ganzen Großen der Filmindustrie arbeiten zu dürfen. Ich sagte mir: ‚Ein cooles Projekt, eine tolle Rüstung, eine klasse Crew, was für ein Hammer!‘"
Während das erste Produktionsteam von IRON MAN im Sandsturm lag, musste das Second-Unit-Team in den Bergen die Dreharbeiten einstellen, weil es überraschend schneite.
Second-Unit-Regisseur Phil Nelson erinnert sich: „Wir drehten gerade eine enorme Actionszene, in der IRON MAN mit seiner "Mark I"- Rüstung aus der Höhle flieht. Wir hatten ein paar Takes im Kasten, als es plötzlich bewölkte, Wind aufkam und die Temperatur um rund 18 Grad fiel. Wir warteten kurz ab, ob sich die Wolken wieder verziehen würden, und waren alle völlig perplex, als der Schnee einsetzte. Ziemlich surreal, das Ganze. In einem Moment herrschen 16 Grad und die Sonne scheint, im nächsten schneit's und wir müssen aufhören."
Trotz des Wetterumschwungs in Olancha blieb die Produktion im Drehplan und zog weiter Richtung Süden zur Edwards Air Force Base in Rosamond, Kalifornien.
Seit über 50 Jahren wird auf dem Gelände, auf dem sich auch das Air Force Flight Test Center befindet, mehr Fluggeschichte geschrieben, als irgendwo sonst auf der Welt. Die Base, die sich über eine Fläche von über 1200 Quadratkilometern erstreckt, liegt in der Mojave-Wüste direkt neben dem größten ausgetrockneten See Nordamerikas – Rogers Dry Lakebed. Auf der Base gilt das Motto des Air Force Flight Test Center: "Ad Inexplorata – Auf zum Unbekannten“.
Da das Militär im Drehbuch eine entscheidende Rolle spielte, war es notwendig, die Zustimmung des Verteidigungsministeriums (DOD) einzuholen. Produzent Feige erklärt, wie das geht: „Wenn das DOD einen Film befürwortet, heißt das, man darf viele coole Flugzeuge, Fahrzeuge und andere Militärgeräte nutzen. Um diese Bewilligung zu bekommen, legt man dem DOD das Drehbuch zur Überprüfung vor. Dort wird es gelesen und man bekommt es, ggf. mit Anmerkungen, zurück. Das Ziel des Ministeriums ist es, sicher zu stellen, dass das Militär in einem positiven Licht erscheint. Das mag bei Dramen zu künstlerischen Konflikten führen, aber wir waren froh über Rhodey, den tapferen, hochdekorierten Oberst der Air Force."
Air-Force-Hauptmann Christian Hodge wurde der Filmproduktion als Offizier des DOD unterstellt. „Wenn das Verteidigungsministerium einen Film unterstützt, ist das eine große Sache", erklärt Hodge. „Denn dadurch landet das Projekt auf einer ganz anderen Stufe. Man darf auf echten Militärstützpunkten drehen, in richtigen Flugzeugen und Fahrzeugen, und man kann auf Militärs als Statisten zurückgreifen. Außerdem stellt das Militär einen technischen Berater zur Verfügung, der dafür sorgt, dass der Film in dieser Hinsicht realistisch und akkurat wird."
Da Rhodey ein aktiver Oberst der Air Force ist, gehörte es zu Hodges' wichtigsten Aufgaben, Terrence Howard das richtige Verhalten eines hochrangigen Offiziers der US-Air-Force beizubringen. „Marvel Studios und Jon Favreau baten uns um Unterstützung, was Rhodey anging", erklärt Hodges. „Sie wollten sichergehen, dass der Dialog korrekt war und er sich richtig verhielt und aussah. Wir nahmen Terrence zur Recherche auf die Edwards Air Force Base und die Ellis Air Force Base mit. Dort übte er in einem F-22-Flugsimulator, absolvierte ein Kampftraining und flog in diversen Jets mit."
Für Terrence Howard war das US-Air-Force-Training eine große Herausforderung – aber auch so etwas wie eine Belohnung. „Das Training hat mir wirklich dabei geholfen, die Figur zu verstehen. Aber das Beste war natürlich, dass ich die Gelegenheit bekam zu fliegen", sagt Howard. „Ich verbrachte eine Woche in Flugsimulatoren, und dann durfte ich mit Air-Force-Piloten in einer F-15, F-16 und T-38 fliegen. Und damit meine ich nicht, dass ich nur dagesessen hätte. Das Einzige, woran man sich in diesen Jets festhalten kann, ist der Joystick, und der Pilot vorne schüttelt ihn hin und her, wenn er will, dass du übernimmst. Wir flogen mit über 600 Kilometern pro Stunde, und als ich zum ersten Mal die Kontrolle übernahm, war das eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde."
Zu den High-Tech-Flugzeugen, die man im Film sieht, gehören eine F-22 Raptor, eine Global Hawk und eine C-17 Frachtmaschine. Favreau erzählt über seine Erlebnisse auf der Edwards Air Force Base: „Der Stützpunkt ist das beste Studiogelände, das man sich nur vorstellen kann. Wir konnten aus den Vollen schöpfen. Von wo wir auch filmten, es sah immer absolut authentisch aus – Flugzeuge, Wüste, das trockene Flussbett, Hangars. Das hat der Glaubwürdigkeit des Films sehr gut getan."
„Ich erinnere mich noch daran, wie ich mir eine Einstellung ansah und zu einem der anderen Produzenten sagte: ‘Mein Gott, da ganz hinten ziehen sie eine F-16 durchs Bild‘", ergänzt Billingsley. „Normalerweise lässt man vielleicht ein Auto durchs Bild fahren oder einige Statisten durchlaufen, um die Szene aufzuwerten. Aber weil wir die Unterstützung des Verteidigungsministeriums hatten, waren es bei uns F-16s. Wir hatten auch echte Army- und Air-Force-Soldaten und Marines als Statisten, was großartig war, denn auch dadurch stieg die Glaubwürdigkeit des Films enorm. Christian Hodge war eine unschätzbare Hilfe, denn er hat dafür gesorgt, dass alles, was wir taten, mit den normalen Vorgängen auf einem Militärstützpunkt oder im Cockpit einer F-22 übereinstimmte."