Nach Beendigung der Dreharbeiten auf der Edwards Air Force Base, kehrte die Produktion zu Playa Vista Stages zurück, wo Produktionsdesigner Riva spektakuläre Sets gebaut hatte, die Tony Starks Luxus-Leben wiedergaben. Als nächstes standen Dreharbeiten in Tonys Werkstatt auf dem Plan, die gleichzeitig als Garage für seine edel-exotische Autosammlung dient und in der er die IRON MAN-Rüstungen erfindet und testet.
„In dieser Werkstatt ist Tony ganz für sich", erklärt Favreau. „Dort nehmen Tonys Einfälle und seine Erfindungen ihren Anfang. Natürlich hat er ein Büro bei Stark Industries, aber in der Werkstatt vollbringt er seine eigentlichen Leistungen – meist gegen 4 Uhr morgens."
„Jon wusste genau, wie er Tony Starks Garage haben wollte", sagt Riva. „Sie sollte, anders als in den Comics, nicht nach High-Tech aussehen. Filme wie dieser führen meist an einen Ort, der mit allen Schikanen ausgestattet und computergesteuert ist. Aber wir entschieden uns, dass es richtig nach Garage aussehen sollte, wo man sich die Hände noch schmutzig macht. Eine französische Presse – nein, das ist keine Kaffeemaschine – alle Arten von Pressen, metallverarbeitenden Maschinen aus den 1950ern, Schmiede- und Schweißgeräte, Plasma-Schneider - ein kleiner Abenteuerspielplatz eben. Später schlich sich dann noch ein bisschen High-Tech-Zeug dazwischen, weil sich einige der Produzenten ohne ihr "Spielzeug" sehr einsam fühlten. Aber insgesamt verströmt der Ort ein richtiges Hot-Rod-Garagen-Feeling."
„Das Prachtstück der Garage gehört Jon, ein Ford Roadster Vintage-Modell. Er dient als der Wagen, an dem der junge Tony mit seinem damals noch lebenden Vater gebastelt hat. Unmittelbar bevor wir mit der Konstruktion des Sets begannen, fand ich es zu konventionell, so dass ich in letzter Minute diese große, gebogene Achse in diese eine gigantische Außenwand integriert habe, von der aus man über das Meer sehen kann. Das bildet einen hübschen weichen Kontrast zu dem ganzen testosteronhaltigen Zeug in der Werkstatt."
„Die Werkstatt war für mich immer der wichtigste Drehhort", sagt Favreau. „Tony ist ein echter Bastler und Schrauber und die Werkstatt zeigt, dass er gerne mit den Händen arbeitet. Mich faszinieren Menschen, die Autos bauen können. Ich liebe Reality-Shows über Autoherstellung. So konnte ich mein Hobby einbringen und gleichzeitig glaubwürdig vermitteln, dass Tony wirklich in der Lage ist in Gefangenschaft die "Mark I" zu bauen. Michael Riva hat bei der Werkstatt mit diesem Mix aus High-Tech und Low-Tech tolle Arbeit geleistet, die jedem Autoschrauber Freudentränen in die Augen treibt."
In der Werkstatt stehen eine ganze Reihe klassischer und moderner Autos und Motorräder, darunter Tony Starks bevorzugter 2008er Audi A8, ein Saline Super-Car, ein 1967 Shelby Cobra, ein Tesla Elektroauto und ein 1932er Ford Flathead Roadster, der Regisseur Jon Favreau gehört.
„Ich hielt es für cool, meinen 1932er Ford in dem Film unterzubringen und Tony ständig daran herumbasteln zu lassen", lacht Favreau. „Doch dann kam die Szene, in der er am Motor arbeitet, den die Crew dafür komplett auseinandernahm. Überall lagen Teile herum und ich dachte nur: ‚Warum habe ich das gemacht? Den werden sie nie wieder korrekt zusammenkriegen’."
In der Werkstatt entwickelt Tony Stark auch die "Mark III"-Rüstung. „Wir wollten IRON MAN Realismus verleihen, indem wir zeigen, wie aus Einzelteilen nach und nach diese High-Tech-Rüstung entsteht", erklärt Feige. „Dafür benutzt er dieselben Technologien wie bei der "Mark I". Der erste Schritt sind die Stiefel mit ihrem Schubantrieb, der es Tony ermöglicht zu fliegen. Stan Winston und sein Team konstruierten dafür ein cooles Grundgerüst der Stiefel, um zu vermitteln, wie es unter der Rüstung aussehen könnte."
In einer Szene sollte Downey mit den Stiefeln durch die Werkstatt fliegen. „Ich habe schon als Schauspieler und als Regisseur mit Drähten gearbeitet, und selbst wenn man sie per Computer unsichtbar machte, wirkten die Bewegungen auf mich unecht und wenig überzeugend", sagt Favreau. „Ich war also sehr skeptisch, was diese Szenen anging."
Stuntkoordinator Tommy Harper musste also eine alternative Lösung finden. Er brachte die Firma Zero G an Bord, der es gelang, eine hochtechnisierte Vorrichtung zu bauen, mit der sich die herkömmliche Arbeit mit Drähten umgehen ließ. „Es durfte auf keinen Fall so aussehen, als würden die Schauspieler an Drähten hochgezogen", erklärt Harper. „Wir dachten uns ein völlig neues System aus, mit einem so genannten "endlosen" Draht, der durch zwei Rollen an einer Stange über Roberts Kopf lief. Von dort führte er über zwei weitere Rollen an seiner Hüfte in zwei Plattformen unter seinen Füßen. Durch diese Verbindung konnte er sich unabhängig bewegen, und wenn die Füße abhoben, sah es tatsächlich aus, als käme der Antrieb aus seinen Füßen und nicht aus Hüfte oder Rücken."
Der Stuntman weiter: „Das Problem dabei ist, dass die Beine und der Oberkörper extrem beansprucht werden, da man sich für sechs oder sieben Minuten so steif wie möglich halten muss. Das ist verdammt schwer, aber Robert hat die entsprechenden Muskeln hart trainiert. Wenn erst einmal das Visual-Effects-Team die Schubkräfte aus seinen Händen und Füßen eingefügt haben, wird es wirklich so aussehen, als könnte er fliegen."
„Ich trainierte ein paar Stunden mit dieser Halterung für die Sequenz und es klappte ausgezeichnet", sagt Downey. „Ich betreibe viel Kampfsport, was mir sehr geholfen hat, meinen Körper in der erforderlichen Art und Weise zu kontrollieren. Am Schwierigsten war es, immer im Hinterkopf zu behalten, dass der Antrieb ja aus meinen Händen und Füßen kommt. Jedesmal, wenn ich mich in eine bestimmte Richtung lenkte, musste ich die Hände und Füße entsprechend bewegen, damit es wirklich so aussah, als würde Tony durch den Antrieb herumfliegen können."
Produzent Feige war beeindruckt, wie gekonnt Downey die Drahthalterung beherrschte. „Die Szene ist lustig, denn am Anfang muss Tony üben, mit dem Hand- und Fußantrieb zurecht zu kommen. Doch dann, als er die Technik beherrscht, sehen seine Bewegungen und Flüge elegant und heldenhaft aus – das ist die Geburtstunde von IRON MAN!"
Die elegante, rot-goldene Hight-Tech-Rüstung "Mark III" ist das Markenzeichen des IRON MAN und wurde von Stan Winston Studios, Phil Saunders und Adi Granov gemeinsam gestaltet und gebaut.
„Die "Mark III"-Rüstung ist wie eine eigenständige Figur", sagt Favreau. „Tony Stark wird ein anderer, sobald er sie anlegt und macht Dinge, von denen er vorher nicht einmal zu träumen wagte. Die Rüstung verleiht ihm die Persönlichkeit eines Helden."
Illustrator Phil Saunders erinnert sich an die Initialzündung für die "Mark III"-Rüstung: „Jon schickte mir eine Skizze, mit der er Adi Granov beauftragt hatte, die sich stark an dem Design der Rüstung aus der "The Extremist"-Serie der Comics orientierte", sagt Saunders. „Adis Design war schon klasse, aber den anderen schwebte etwas Wuchtigeres vor. Mit welchen Ideen ich auch kam, Adi perfektionierte sie, denn er versteht es, die Formen zum Fließen zu bringen und wie in den Comics aussehen zu lassen."
Saunders ergänzt: „Als das Grunddesign feststand, zeichnete ich die klassischen Ansichten der Rüstung – von oben, von der Seite, von vorn und von hinten – die wir an Stan Winston Studios zu Eddie Yang schickten. Er fertigte anhand der Vorlagen ein 3-D-Modell an. Anschließend verfeinerten Adi und ich mit Eddie die Oberflächen, Proportionen und Details des Modells."
„Phil Saunders und Adi Granov haben bei den Proportionen der "Mark III" tolle Arbeit geleistet", sagt Executive Producer D'Esposito. „In der Comic-Industrie gibt es den Begriff der "heroischen“ Proportionen, das bedeutet, sie sind acht bis zehnmal größer als die der menschlichen Gestalt. Das sieht in einem Comic super aus, aber in einem Film sähe es grotesk aus, wie ein Alien. Jon war der Look der Rüstung sehr wichtig. Wenn Tony Stark sie anlegt, trägt er nicht nur ein mächtiges Outfit, er verwandelt sich in diesen Superhelden."
Nach dem Design der “Mark III”, begann Shane Mahan bei Stan Winston Studios mit der Fertigung. „Wir mussten sie zum Leben erwecken und funktional gestalten”, sagt Mahan. „Das Schwierige dabei war, dass Tony noch nicht besetzt war, aber die Konzeptionszeichnungen des IRON MAN eine ganz bestimmte Statur vorgaben. Wir verbrachten Wochen damit, ein computeranimiertes 3-D-Modell herzustellen. Das konnten wir verändern und damit Bewegungsstudien durchführen, bevor überhaupt irgendwelche Teile hergestellt wurden. So konnten wir im Vorfeld bereits erkennen, was funktionieren würde und was nicht, und das dann entsprechend anpassen.”
Konzeptionsdesigner Saunders über den Entwicklungsprozess: „Das Aufregende an einem Projekt wie diesem ist, wie alles langsam zum Leben erweckt wird”, sagt er. „Bei Stan Winston Studios begann der Bauprozess auf Basis des 3-D-Modells. Dafür benutzten sie eine Methode, die “polygonales Modellieren” genannt wird. Dabei beginnt man mit einer vielschichtigen Oberfläche, die durch den Arbeitsprozess immer glatter und exakter wird. Als sie mit dem Ausfräsen begannen, war jede einzelne Oberfläche dann absolut perfekt.”
Mahan fasst die Herstellung der “Mark III”-Rüstung noch einmal zusammen: „Der Design-Prozess ist reine Konzeptionskunst, die in ein mathematisch genaues Computermodell umgewandelt wird. Aus einer Nachbildung im Originalmaßstab 1:1 entsteht ein Prototyp, dessen Teile verfeinert, geformt und gegossen werden. Die so entstandenen Gussteile werden in die Rüstungskonstruktion eingebaut.”
Mahan fährt fort: „Die Rüstungen bestehen aus vielen verschiedenen Materialien, wie leichtgewichtige Expoxide und Urethane und viel Chrom an der Oberfläche, die mit Metall unterlegt war, damit die Rüstungen stark genug waren, um viermonatige Dreharbeiten zu überstehen, und leicht genug, um mit ihnen herumzulaufen.”
Danach ging es für Mahan und sein Team bei Stan Winston Studios darum, dass Robert Downey Jr. und die Stuntleute in die Rüstung passen und damit agieren konnten.
„Die Krönung unserer Arbeit war, als Robert und die Stuntleute in die “Mark III” passten, denn das Design entsprach teilweise unmenschlichen Proportionen”, sagt Mahan. „Wir waren quasi gezwungen, die Rüstung Schritt für Schritt, Anschlussstück für Anschlussstück, Maß für Maß umzuarbeiten, da wir Roberts Körpermaße noch gar nicht hatten. Das digitale Modell der Rüstung war zu 95 % fertig, bevor Robert für die Rolle feststand. Nach dem Computermodell entstand der Prototyp. Die Einzelteile mussten wir an Roberts Körper anpassen. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, denn die Rüstungen sehen sehr athletisch aus.”
Die “Mark III”-Rüstung war die Gemeinschaftsleistung vieler talentierter Designer, Techniker, Künstler und Filmemacher. „So was wie die “Mark III” hat man zuvor nur in Comics gesehen”, sagt Executive Producer D’Esposito. „Es ist die zum Leben erweckte Persönlichkeit des Comics, und das verdanken wir Marvel, Jon Favreau, Stan Winston Studios und den ganzen Mitarbeitern des Produktionsteams, die geholfen haben, die Iron-Man-Rüstung zu entwickeln, zu gestalten und zu bauen.”
„Shane Mahan arbeitet gern im Verborgenen, deshalb war es ein magischer Moment, als die fertige Rüstung präsentiert wurde”, sagt Billingsley. „Als ich sie zum ersten Mal sah und berührte, war ich aufgeregt und verängstigt zugleich, denn ich hoffte, dass wir bei den Recherchen keine Fehler gemacht hatten und sie ihre Kosten wert war."
Die Ängste erwiesen sich als völlig unbegründet, als Robert Downey Jr. am Set zum ersten Mal in die “Mark III” stieg. „Es war, als würde man ein Kind im Spielzeugparadies beobachten”, sagt Feige. „Er sah fantastisch aus und war begeistert wie ein kleiner Junge. Dann stand er plötzlich auf und man sah, wie der Held in ihm zum Vorschein kam. “Die erste halbe Stunde in der Iron-Man-Rüstung fühlte ich mich wie im coolsten Halloween-Kostüm aller Zeiten”, grinst Downey. „Du steigst in das Ding, schielst in den Spiegel und denkst: ‚Das ist es!‘”
Es dauerte jeweils rund 30-40 Minuten, bis Mahan und seine zwei Assistenten Downey die Rüstung angelegt hatten. Während der Dreharbeiten modifizierten Mahan und sein Team die Rüstung und bauten zusätzlich eine Stunt-Rüstung aus Gummi, um Downey die Arbeit mit der sperrigen und schwerfälligen Rüstung zu erleichtern.
„Das Tolle an der Stunt-Rüstung war, dass sie genauso wendig und beweglich war wie die computeranimierte Rüstung”, sagt Stuntkoordinator Harper. „Das Schwierige war, dass sie bei Close-Ups störte. Die Rüstung, die wir dafür benutzten war schwer und schränkte stark ein, weshalb es ziemlich unangenehm war, sie über einen längeren Zeitraum zu tragen. Deshalb gab es ein Rotationsprinzip für die Darsteller.”
„Als es beim Dreh ans Eingemachte ging, merkte ich, dass ich die Ganzkörperrüstung zwar die ganze Zeit tragen, aber dann nicht gleichzeitig effektiv spielen konnte”, sagt Downey. „Irgendwann sind die Batterien halt mal leer, deshalb trug ich nur die halbe Rüstung oder einer der Stuntleute sprang für mich ins Getümmel, wenn es nicht notwendig war, dass ich selbst in der Rüstung steckte."
„Robert war ausschlaggebend dafür, dass es mit der Rüstung so gut funktionierte, weil er mich und die anderen von der Rüstungs-Crew instruierte, wodurch wir seine Performance verbessern konnten”, erklärt Mahan. „Mit Freuden nahmen wir einen Unterschenkel ab, um seine Bewegungsfreiheit zu vergrößern, weil es am Ende nur darauf ankommt: die Performance. Wir taten alles, was wir konnten, um es ihm einfacher zu machen.”
Downey wollte so viele Stunts wie möglich selbst ausführen. „Robert wollte immer mehr machen und wir mussten ihn zügeln”, lacht Harper. „Eines Nachts rissen wir ihn so kräftig hoch, dass seine Füße über den Kopf flogen. Er landete ziemlich unsanft auf dem Boden, stand auf und deutete an: ‚Macht mit mir, was ihr wollt’. Meine Aufgabe bestand mehr oder weniger darin, ihm zu sagen, was er machen kann und was er lieber bleiben lassen sollte.”
Wenn Downey nicht gerade in der massiven Ganzkörperrüstung spielte, trug er nur Einzelteile, um sich während der Actionszenen besser bewegen zu können. Anschließend war es die Aufgabe von Visual Effects Supervisor John Nelson zusammen mit Industrial, Light & Magic (ILM), die für die meisten Spezialeffekte des Films verantwortlich waren, und Stan Winston Studios Downeys Teilrüstung mit der computeranimierten IRON- MAN- Rüstung zu vermischen.
„Jon Favreau ist es am liebsten, wenn die Spezialeffekte möglichst unauffällig sind und die Geschichte unterstützen”, sagt John Nelson. „Wir sprachen viel darüber, dass wir betonen wollten, was diese Rüstung wirklich kann. Die Effekte sollten dabei nicht zum Selbstzweck verkommen. In Jons Büro hing ein Schild auf dem “Glaubwürdigkeit” stand. Das war unsere Richtschnur bei den visuellen Effekten.”
„Ich mag es, wenn sich visuelle und praktische Effekte die Waage halten und das Publikum gar nicht merkt, wo die Einen beginnen und die Anderen enden”, sagt Favreau. „Manchmal heißt das eben auch, dass man in einer Szene die reale Rüstung sieht und dann zu einer Szene schneidet, in der sie komplett computeranimiert (CGI) ist. Dadurch bemühen sich die Verantwortlichen, die echte Rüstung so beweglich wie möglich zu gestalten, so dass man CGIs dahinter vermuten könnte. Umgekehrt geben die CGI-Leute alles, weil sie an der realen Rüstung gemessen werden."
Für Shane Mahan und sein Team bedeutete es, dass sie eine Rüstung bauen mussten, die sich mit der CGI-Version verblenden ließ.
„Es war schwierig, die echten mit den Computeraufnahmen zu vermischen, gegenzuschneiden und zu kombinieren", sagt er. „Mit der echten Rüstung allein hätten wir den Film nicht hinbekommen. Deshalb erfanden wir für Robert eine Kombination, die aus dem Brustpanzer, dem Helm und den Armteilen sowie einem Motion-Capture-Bewegungsmarken-Anzug bestand. Das hat toll funktioniert und ILM ermöglichte, die Lücken zwischen den echten Rüstungsteilen zu füllen."
Visual Effects Supervisor Nelson übertrug die Mehrzahl der Spezialeffekte an die, die die Unterhaltungsindustrie seit 1975 mit Visual Effects versorgen. Spielfilmen, Werbespots, Trailern, Musikvideos und Special-Events kam ILMs Kunstfertigkeit zugute, egal ob es sich dabei um Modellbau, Matte-Painting, CGIs, digitale Animation, uva. handelte. Von ihnen stammt der Großteil bahnbrechender Software zur digitalen Bildbearbeitung, die von anderen Firmen und Software-Herstellern übernommen wurde. 14 ihrer Filme wurden mit dem Oscar® in der Kategorie "Best Visual Effects" und mit 17 weiteren Technik-Oscars® ausgezeichnet.
„Früher habe ich CGI-Effekte gemieden wo es ging, da ich oft das Gefühl hatte, sie reißen einen aus der Filmrealität", sagt Favreau. „Aber bei IRON MAN waren sie unerlässlich."
Er ergänzt: „ILM hat wieder einmal bewiesen, dass sie auf dem Gebiet der CGI-Animation die Größten sind. Nach ihren bahnbrechenden Leistungen bei Pirates of the Carribean (Fluch der Karibik, 2003) und den Technologien, die sie für Transformers (Transformers, 2007) entwickelt haben, war es klar, dass es ihnen perfekt gelingen würde, die digitalen Effekte mit den realen Effekten zu verschmelzen."
Zu ILM stießen außerdem die Effektfirmen The Orphanage und The Embassy. „Wir wollten für jede Sequenz die absolut passendsten Mitarbeiter finden", sagt Nelson. „Die Technik entwickelt sich immer weiter, weshalb Jon Favreau IRON MAN so gestalten konnte, wie er wollte. Das Problem bei gigantischen Effekt-Spektakeln ist ihre Glaubwürdigkeit. Wir wollten so viele Szenen wie möglich auf herkömmliche Art drehen und nur auf die unterschiedlichsten CGIs zurückgreifen, wenn es unvermeidlich war. Wir dachten, je vielfältiger die Techniken, desto stärker der Film. Wir haben alles gegeben, damit die Zuschauer sagen: ‚Wow, diese Rüstung ist cool’."
„John Nelson gewann einen Oscar® für Gladiator (Gladiator, 2000) und er hat meine Erwartungen mehr als erfüllt", sagt Favreau. „Ich wollte keine Effekte, die die Realität außer Acht ließen. Wenn IRON MAN flog, sollte er denselben Schwerkräften und Aerodynamiken ausgesetzt sein wie ein richtiges Flugzeug. Wir sahen uns dafür eine Menge Referenzmaterial an."
Auch an IRON MANs Gegner, "Iron Monger", haben Stan Winston Studios, John Nelson und ILM zusammengearbeitet.
„In der Marvel-Geschichte gibt es nicht nur großartige Helden, sondern auch herrliche Bösewichte", sagt Executive Producer Billingsley. „Hinter jedem Marvel-Filmbösewicht steckt dabei potentiell jemand, dessen Motivation man durchaus nachvollziehen kann. Doch die Durchsetzung ihrer Ziele ist abgrundtief böse und deshalb müssen sie gestoppt werden."
„Ein großartiger Schurke erfordert zweierlei", sagt Produzent Avi Arad. „Erstens muss es irgendeine Verbindung zwischen Held und Schurke geben. Zweitens muss ein Schurke absolut gnadenlos sein und darf vor nichts zurückschrecken, um zu gewinnen. In den IRON MAN-Comics gibt es viele Schurken, wir haben uns für "Iron Monger" entschieden, weil er beide Voraussetzungen erfüllte."
Stan Winston Studios bauten den massiven Metallkoloss. „“Iron Monger“ ist über drei Meter groß und etwa 360 Kilogramm schwer", sagt Shane Mahan. „Ein Tragbügel half uns dabei, den großen Torso in Action zu bringen."
Mahan weiter: „Bis zu fünf Operatoren waren notwendig, um "Iron Monger" zu bedienen, wenn er beide Arme bewegen sollte. Die Arme konnten jedoch auch aufgesteckt und von Puppenspielern bewegt werden. Der "Iron Monger" war keine hydraulische Figur, so dass sie in erster Linie durch Muskelkraft, den Tragbügel und die Stuntleute zum Leben erweckt wurde."
„Mir gefiel es ungemein, wie die "Monger"-Rüstung sich in der "Mark I"-Rüstung wiederfindet", sagt Favreau. „Er wirkt gleichzeitig wie eine Maschine und ein Mensch. Dabei hat es mir sehr geholfen, dass wir ihn wirklich gebaut haben. Denn als ich vor ihm stand, wurde mir seine ganze Größe erst bewusst. Er hat ein tolles Design und bot den ILM-Animatoren die Möglichkeit, ihr Können zu zeigen."
Auch Gwyneth Paltrow war von "Iron Monger" fasziniert. „Ich konnte gar nicht glauben, wie riesig er war", lacht sie. „Ich finde Spezialeffekte großartig – sie sind gleichzeitig eine Kunst und eine Wissenschaft."
Zwei Units arbeiteten gleichzeitig an IRON MAN und Favreau erinnert sich, was es für ihn bedeutete, ein neues Comic-Franchise ins Kino zu bringen: „Meine größte Herausforderung war, dass ich den Überblick behalten musste. An einem Film wie diesem arbeitet die erste Unit mit den Schauspielern, dann gibt es noch eine zweite, und eine Effekt-Unit, ein weiteres kleines Drehteam und eines für die Luftaufnahmen – alle werkeln vor sich hin. Und ich war der Dirigent dieses großen Orchesters. Dabei kommt es vor allem darauf an, alle zur selben Zeit in dieselbe Richtung zu lenken, damit schließlich eine einheitliche Vision entsteht."
Downey war von Favreaus Präsenz schwer beeindruckt. „Jon war die treibende Kraft hinter IRON MAN", erzählt er. „Er hat sämtliche Bereiche der Produktion beeinflusst. IRON MAN ist mindestens zur Hälfte allein sein Verdienst. Er ist wie ein Fels in der Brandung. Ich habe noch niemanden auf einem so stressigen Posten so entspannt bleiben sehen. Er ist freundlich und in sich ruhend."
Paltrow stimmt zu. „Jon ist ein Schauspieler-Regisseur, der einen sehr ermutigte und am Set sehr einfühlsam war. Egal, welche Probleme es gab, er blieb gelassen, weshalb ich ihn als Regisseur, und mehr noch, als Mensch, bewundere."
Billingsley sieht Favreaus Stärke darin, Drehbedingungen zu schaffen, bei denen alle gern an einem Strang ziehen. „Die Crew und die Techniker am Set waren alle sehr erfahrene und preisgekrönte Filmschaffende. Da wäre es ein Fehler gewesen, sie in ihrer Kreativität zu sehr einzuschränken. Jon war offen für alle Ideen und der beste Einfall wurde dann übernommen. Außerdem ist Jon selbst ein erfahrener Schauspieler und weiß deshalb, wie man mit Darstellern umgehen muss. Entwickelt sich eine Szene prächtig, vergleicht Jon sie gern mit einem Pitcher beim Baseball, der einen No-Hitter wirft – man redet nicht drüber und mischt sich nicht ein. Man lässt die Darsteller einfach machen und führt sie allenfalls ganz sanft. Jon hat aus allen Beteiligten ihr Bestes herausgeholt."
Die Darsteller abschließend über die Dreharbeiten: „Ich hatte eine tolle Zeit und denke, das Publikum wird den Film lieben", sagt Jeff Bridges. „Er hat aufregende Actionszenen, regt zum Nachdenken an und wirft interessante philosophische Fragen auf."
„IRON MAN ist unglaublich unterhaltsam und wird mit seiner ganzen Action und Spannung die Zuschauer umhauen", ergänzt Paltrow. „Dazu kommt noch, dass der Film ausgezeichnet geschrieben ist und über viele hervorragende Zutaten verfügt – ich meine, Robert Downey Jr. als IRON MAN, wie genial ist das denn? Ich würde mir den Film sofort ansehen."
„Ich bin total verknallt in diesen Film und so stolz auf alle, die daran mitgearbeitet haben", sagt Downey. „IRON MAN hat einfach alles – eine tolle Geschichte, eine großartige Besetzung und eine der besten Crews, mit der ich je gearbeitet habe."
Die Dreharbeiten endeten im Caesars Palace in Las Vegas, Nevada. Alle hatten das Gefühl, an einer außerordentlichen kreativen Gesamtleistung beteiligt gewesen zu sein. „Wir haben die beste Crew zusammengestellt, viele waren schon bei anderen Marvel-Filmen dabei", sagt Produzent Feige. „Die Schauspieler gehören zu den Besten ihrer Zunft. Und wenn das Marvel-Logo auf der Leinwand erscheint, beginnt eine unglaubliche Achterbahnfahrt. IRON MAN ist ein Action-Abenteuer, in dem die Zuschauer die Geburtsstunde eines neuen Superhelden und Marvel-Franchise erleben können."
„Das Endergebnis übertrifft meine kühnsten Erwartungen", schließt Favreau. „Eine frische Vision, die dem Genre trotzdem treu bleibt. Wir haben einen starken Film gemacht, der das große Publikum und die Genre-Fans, die mit den Comics aufgewachsen sind, gleichermaßen zufriedenstellen wird."