Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:28 Uhr
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  • Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen

    Komödie | USA 2009
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      • | Über die Produktion

      • Connor Mead kann man sich überall vorstellen – aber bestimmt nicht auf einer Hochzeitsfeier. Genauer gesagt: Seine eigene Hochzeit wäre ein Widerspruch in sich – selbst die blühendste Fantasie muss sie ins Reich des Unmöglichen verbannen. Denn da er bekanntlich ein ausgesprochener Ehemuffel ist, erwartet man ihn nicht mal auf den Hochzeiten seiner Freunde. Doch diesmal handelt es sich um eine Ausnahme: Sein eigener Bruder heiratet. Und nur für Paulie ist Connor bereit, sein Luxusleben in New York City kurzfristig zu unterbrechen, um in seine Heimat Newport/Rhode Island zu reisen, wo die Trauung auf dem prächtigen Anwesen ihres verstorbenen Onkels Wayne ausgerichtet wird.

        Naturgemäß sieht Connor den Feierlichkeiten mit sehr gemischten Gefühlen entgegen, aber er sagt sich: „Dieses eine Wochenende werde ich wohl überstehen.“ Nicht eingeplant ist allerdings die unverhoffte Begegnung mit seiner Ex-Freundin Jenny Perotti (JENNIFER GARNER).

        „Connor tritt üblicherweise sehr selbstsicher, charmant und witzig auf – er provoziert gern und dominiert jede Situation. Er will die anderen nicht beleidigen, er will einfach nur seinen Spaß haben. Aber letztlich weiß er gar nicht mehr, was er eigentlich will – doch das ist ihm überhaupt nicht bewusst. Er spielt seine Rolle schon derart lange, dass er sich selbst isoliert hat, ohne das zu merken“, sagt Matthew McConaughey, der in dieser Story den eingefleischten Junggesellen darstellt.

        „Das Wiedersehen gibt den ersten Anstoß“, meint Regisseur Mark Waters.

        Die schöne, intelligente und selbstbewusste Jenny hätte bestens zu Connor gepasst … wenn er sie nicht vor Jahren sitzen gelassen hätte. Jetzt ist sie als Trauzeugin dabei und begegnet ihrem Ex betont sachlich – sie ist fest entschlossen, sich diesen Festtag von nichts und niemandem verderben zu lassen. Deshalb schärft sie Connor ein, er solle sich ja nichts leisten, was dem Brautpaar in die Parade fahren könnte.

        „Jenny hat am eigenen Leib erfahren, wie Connor Mead seine Mitmenschen behandelt – sie kennt keine Nachsicht mehr“, sagt Jennifer Garner. „Als Kinder waren sie beste Freunde und hatten keine Geheimnisse voreinander. Dann haben sie sich als Erwachsene wiedergetroffen, gingen miteinander aus. Doch zu dem Zeitpunkt war er bereits auf dem besten Weg ein Weltklasse-Playboy zu werden – er hat sie abgrundtief enttäuscht. Fast hätte sie aufgrund dieser Erfahrung überhaupt keinem Mann mehr vertraut. Als sie sich nun wiedersehen, funkt es zwar zwischen ihnen – aber nicht unbedingt im positiven Sinne.“

        Waters sieht Jenny als „eine Mischung aus dem Mädchen von nebenan und einer Ausreißerin, aber sie hat auch noch etwas, was Connor nicht recht definieren kann. Sie haben zusammen viel erlebt – es wird deutlich, dass Jenny Connor besser kennt als all die Frauen, die nach ihr kamen. Sie ist zwar maßlos enttäuscht über seine Entwicklung, weiß im Grunde aber, dass ein guter Kern in ihm steckt. Entsprechend betont sie, dass sie ihn durchschaut hat und dass er sich gefälligst zusammenreißen soll. Matthew und Jennifer haben sich sofort auf diesen Sparring-Rhythmus eingeschossen, auf diese untergründige Konkurrenzsituation, die bereits in ihrer gemeinsamen Jugend begonnen hat.“

        „Jenny ist die Frau, von der wir alle träumen, die unser wahres Ich erkennt und uns zu unseren größten Leistungen anspornt“, sagt Produzent Jon Shestack, der besonders Garners Einfühlungsvermögen bei ihrer Darstellung der Jenny bewundert: „Sie wirkt so verletzlich und intelligent, dass wir deutlich spüren, wie traurig sie über Connors Entwicklung und sein hohles Getue ist. Keiner, der Connor Mead kennt, würde ihn als einen im Grunde gutmütigen Menschen bezeichnen, aber Jenny ist davon überzeugt, und sie sucht nach den Spuren dieser Wesenszüge, obwohl sein Verhalten sie immer wieder Lügen straft.“

        Denn wenn er tatsächlich gutmütig sein sollte, gelingt es ihm bestens, dies zu verbergen.
        Am Polterabend wird Connor gedrängt, einen Toast auszubringen. Das ist so gar nicht seine Liga, und die Begegnung mit Jenny bringt ihn etwas aus dem Gleichgewicht, er fühlt sich eingeengt von all dem Tüll und den Blumen, der Alkohol löst seine Zunge, und so plappert er los – sein vernichtendes Urteil über die Ehe als Institution kommt zwar nicht unbedingt unerwartet, wirkt aber in diesem Moment dennoch himmelschreiend deplatziert. Dann leistet er sich ein für ihn typisches, hastiges Rückzugsgefecht, bevor ihm einer der Gäste einen Kinnhaken verpassen kann, allen voran die Braut, ihr Vater, Jenny und vielleicht sogar Paul, der bereits bereut, dass er seinen Bruder eingeladen hat.

        Zu fragen wäre, wie ernst Connor seine Sprüche eigentlich meint und warum er sie äußert. Dazu Produzent Brad Epstein: „Er ist zwar beliebt und erfolgreich, emotional aber total unzugänglich. Er hat Angst vor der Liebe. Selbst wenn er der großartigsten Frau der Welt gegenüberstehen würde – er würde sie nicht als solche erkennen. Er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.“
        Und in Bezug auf die weitere Handlung sagt Waters: „Connor hat nicht den blassesten Schimmer davon, wie hohl sein Leben ist und wie dringend er einen göttlichen Fingerzeig braucht. In dieser Hinsicht ist ,Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen‘ weit mehr als eine Liebeskomödie, eher eine romantische Komödie mit einer magischen Abrechnung.“

        Falls aus Connor jemals etwas werden soll, muss er sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Doch das wird eine Achterbahnfahrt, die ihn gehörig durchrüttelt – falls ihm dabei niemand unter die Arme greift.

        Connor flieht vor den aufgebrachten Hochzeitsgästen, schließt sich im Badezimmer ein und atmet einmal tief durch. Er ringt um Fassung – denn Coolness ist alles. Dieses Wochenende scheint doch nicht so reibungslos zu laufen, wie er sich das gedacht hat.

        Plötzlich taucht zwischen Waschbecken und Toilette der Geist von Onkel Wayne auf. Wayne ist das Idol aus Connors Jugendjahren – er sieht immer noch so attraktiv aus wie damals, wenn auch vielleicht ein wenig altmodisch. Michael Douglas spielt ihn als Inbegriff des unermüdlichen Playboys einer bestimmten Swinger-Ära – mit Samtjacket, sorgfältig gebundener Krawatte am offenen Kragen, Sonnenbrille, Whiskyglas und Zigarre.

        Dazu Waters: „Michael Douglas trifft genau den Ton, spielt den alten Schwerenöter so großspurig, dass er mit seinem Charme sofort den ganzen Raum dominiert – er macht wirklich den Eindruck, als ob er sich einfach alles leisten könnte, ohne dass man ihm etwas übelnimmt. Wayne weckt sentimentale Erinnerungen: der ewige Aufreißer, unendlich cool. Ich spürte, dass Michael ihn sympathisch darstellen kann, so wie Matthew in meinen Augen Connor sympathisch macht, obwohl die beiden die politisch unkorrektesten Rollen dieses Jahrzehnts spielen. Man merkt, dass sie ein Herz haben. Obwohl man gerade bei Wayne wohl sehr lange danach suchen müsste.“

        Doch Onkel Wayne hat schon längst seine letzte Party gefeiert – vor fünf Jahren ist er gestorben. Trotzdem taucht er auf dieser Hochzeit in seinem Junggesellendomizil auf, weil er seinem Lieblingsneffen eine wichtige Nachricht übermitteln will, denn der Junge hat ihn damals grenzenlos bewundert und beschlossen, es dem Onkel in jeder Hinsicht gleichzutun. Was Wayne zu sagen hat, hätte Connor allerdings nie erwartet – und er ist auch gar nicht scharf darauf: „Vergeude dein Leben nicht so wie ich, Kleiner.“

        Douglas erklärt: „Onkel Wayne hat Connor all die schlimmen Angewohnheiten beigebracht: Scher’ dich um keine Frau, nimm dir dein Vergnügen, und dann lass’ sie fallen. Nach dieser Devise hat Wayne immer gelebt. Doch er hat das damals auch gesagt, um Connor Liebeskummer zu ersparen. Wenn wir Wayne jetzt erleben, spüren wir deutlich, dass er eigentlich nicht so enden wollte. Er weiß, dass er Fehler gemacht hat, und er will Connor davor bewahren.“ Entsprechend versucht er sich nachträglich an einigen väterlichen Ratschlägen – dieses Rückzugsgefecht soll Connor eine neue Richtung vorgeben. Doch das kann Wayne nicht allein erreichen, und er ist klug genug, um sich Unterstützung zu holen, die Connor noch am ehesten beeindrucken wird: die Weiblichkeit.

        Weil Onkel Wayne den Tumult der kommenden Stunden bereits voraussieht, warnt er Connor: Die Geister der Frauen, die Connor am besten kennen, werden ihn durch die Ruinen seiner Romanzen schleifen – sie repräsentieren die Freundinnen aus der Vergangenheit, Gegenwart und der potenziell grausigen Zukunft. Nur so wird sich zeigen, ob er eine zweite Chance bekommt, die Liebe seines Lebens zu finden und auch zu behalten.

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