Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:32 Uhr
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  • Coco, der neugierige Affe

    Abenteuer, Zeichentrick | USA 2006
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      • | Über die Produktion - 2

      • Howard erklärt: „Wir haben das Projekt von so vielen Seiten betrachtet – Realverfilmung, 3-D Animation – und schließlich kamen wir bei der 2-D Animation an, was im heutigen Zeitalter ein wenig verwundert, aber es schien so absolut passend für „Coco, der neugierige Affe“. Wir haben unterschiedliche Stile ausprobiert – wir veränderten Coco, machten ihn zu einem völlig anderen Charakter, nur um herauszufinden, wie Coco denn nun eigentlich aussehen sollte. Und jedes Mal, wenn wir uns von der Essenz dieser Illustrationen von H.A. Rey entfernten, war es frustrierend und eher enttäuschend. Letztendlich entschieden wir uns, das Original hochzuhalten anstatt es neu zu erfinden. Wir würden uns eine Geschichte überlegen, die gut funktionierte und uns erlaubte, mehr über Coco zu erfahren und mit Sicherheit auch mehr über den Mann mit dem gelben Hut. Dies erlaubt uns, ihr Verhältnis zueinander zu ergründen, aber mehr noch als das lässt es genügend Raum, um Coco auf unterhaltsame Weise in allerlei Schlamassel geraten zu lassen.”

        „Wir arbeiteten uns weiter vor,” erinnert sich Kirschner. „Zwischen Realverfilmung, Versionen mit animatronischen Puppen und CGI gab es eine ganze Reihe von Coco-Varianten. Aber unser Timing konnte nicht besser sein. Inzwischen sind so viele Produktionsfirmen auf den Zug des ,Animation-komplett-in-CGI’ aufgesprungen, und viele haben vergessen, wie man mit klassischem Zeichentrick eine gute Geschichte erzählt. Wenn es überhaupt ein Projekt gibt, das in 2-D erzählt werden muss, dann ist es ‚Coco, der neugierige Affe’.”

        Die Geschichte und das Design fanden beide ihren Ursprung in Cocos ureigener Neugier und wie man diese in einen abendfüllenden Film umsetzen konnte, der die Zuschauer fesselt und unterhält. Imagines Oscar-prämierter Produzent Brian Grazer erklärt es präzise: „Neugier ist wie eine Lernkurve. Man kratzt etwas an, von dem man nicht weiß, was sich dahinter versteckt. Es kann dich aufrütteln; es kann dich aus dem Gleichgewicht werfen. Es kann dir den Boden unter den Füßen wegziehen, aber es führt dich immer an einen besseren Punkt.”
        Nachdem man entschieden hatte, den Film in 2-D zu produzieren, machten sich ein weiteres Mal eine Reihe von Autoren daran, ein Drehbuch zu schreiben, das den Rey-Büchern gerecht wurde und dessen Geschichte gleichzeitig genügend Spannung hatte, ganze Familien für 75-80 Minuten in ihren Bann zu ziehen. Anders als bei anderen Adaptionen bekannter Kinderbücher, legte das Studio großen Wert darauf, dass dieser Film in Hinsicht auf Stil oder Sprache in keinster Weise von einem geradlinigen und familienfreundlichen Weg abwich. Es sollte keinen flapsigen Humor oder schräge Elemente geben, überhaupt nichts, das bei Eltern Unbehagen auslösen könnte, ihre Kinder damit zu konfrontieren. Gleichzeitig sollte der Film auch nicht predigerhaft auf seine Zuschauer herabschauen oder sie etwa mit zuviel Süße übersättigen. Letztlich war es Autor Ken Kaufman, der dem Drehbuch den letzten Schliff verlieh – nachdem er die Grundzüge der Geschichte gemeinsam mit Mike Werb erarbeitet hatte – und aus ihm das lebendige Comedy-Abenteuer machte, das Coco gerecht wurde.

        Die Produzenten mussten für das Projekt einen Regisseur finden, der ihre Vorstellung teilte – und der gleichermaßen Animationserfahrung hatte, ebenso wie die Fähigkeit, alle kreativen Elemente zu vereinigen, die notwendig waren, die Geschichte zu erzählen. Nach diversen Fehlstarts mit anderen Regisseuren, beschlossen die Produzenten und Studiovorsitzenden, das Ruder Matthew O’Callaghan zu überlassen. Aufgrund seiner Erfahrungen durch die Arbeit für Disney als Regisseur von „Mickey’s Twice Upon a Christmas” brachte O’Callaghan – der zudem als leitender Zeichner an „Ariel, die Meerjungfrau” mitgearbeitet und die umwerfend witzige TV-Show „Life with Louie” kreiert hatte – frische Ideen und viel Energie mit, was die Produzenten beeindruckte.

        Selbst Vater wusste O’Callaghan, wie wichtig es war, dass Coco gleichermaßen für Kinder und Erwachsene zugänglich blieb. Er fühlte, dass es von zentraler Bedeutung war, „den Büchern in ihrer ausgeprägten, graphischen Art gerecht zu werden, mit ihren kräftigen Farben und ihren ansprechenden Formen. Man muss sich die Bücher der 40er Jahre vor Augen halten. Sie waren in einfachen Farben gehalten, mit einem großen Anteil Primärfarben.”

        Für Regisseur O’Callaghan ist es genau Cocos Einfachheit, die seiner Animation Grenzen setzt. „Die Wahl zwang sich einfach auf, weil sich das Ganze über die Illustrationen der Bücher vermittelt, mit denen die Leute sehr vertraut sind,” merkt er an. „Traditionelle Zeichentricktechnik repräsentiert und reflektiert diese Bücher, die vor so vielen Jahren illustriert wurden, einfach besser. Die Illustrationen sind so klar strukturiert, einfach und farbenfroh. Sie sind so unschuldig wie Coco selbst. In all den Ärger gerät er immer nur, weil er so neugierig ist. Seine Neugier führt ihn stets zu größeren und großartigeren Erfindungen, in Abenteuer, die auch kleine Kinder haben könnten – wenn sie einfach nur ihre Vorstellungskraft gebrauchen, und an einem Ballon über der Stadt schweben oder mit einer Rakete davonfliegen.”
        Aber Animation allein würde nicht ausreichen, um die Geschichte des frechen Coco zu erzählen. Der Regisseur war sich des Wertes kreativer Autoren bewusst, die in der Lage waren, einen spannenden Handlungsbogen basierend auf den sieben Coco-Büchern der Reys zu stricken. O’Callaghan sagt dazu: „Als wir die Bücher noch einmal durchgingen, entdeckten wir vieles…. eine Menge beeinflusste, welchen Stil wir letztendlich für den Film wählen würden. Die Rahmenhandlung der Bücher war immer die, dass der Mann mit dem gelben Hut morgens aufwachte, sich von Coco verabschiedete und Coco anschließend zu seinen Abenteuern aufbrach und in Schwierigkeiten geriet. Und ganz am Schluss würde der Mann mit dem gelben Hut hereinkommen und im Prinzip die Situation retten. Uns war schnell klar, dass wir die Geschichte als Kumpel-Story würden strukturieren müssen.”

        Ron Howard erinnert sich an den Prozess: „Coco ist so rein und so tugendhaft in seinem Bestreben herauszufinden, wie die Welt funktioniert. Jede Besprechung, jede kreative Entscheidung endete damit, dass wir alle lächelten und mit den Köpfen nickten. Welche Probleme auch immer auftauchten, wir glaubten stets an den Charakter und den Geist des neugierigen Coco.

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