FILMDETAILS | Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
Action,
Abenteuer,
Komödie,
Fantasy
| USA 2006
WERBUNG
| Odyssee im Piratenraum
Hatte sich bereits der Dreh von FLUCH DER KARIBIK als episch erwiesen, dann lassen sich die Dreharbeiten zu PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 ganz klassisch im antiken Sinne einfach nur als Odyssee beschreiben. Die Reise erstreckte sich von Drehort zu Drehort, Insel zu Insel – eine Produktion, die in jeglicher Hinsicht größer als das Leben war, voller fantastischer Abenteuer, Ambitionen, die einem Prometheus zur Ehre gereichen würden, Herausforderungen, wie sie Sisyphus zu meistern hatte, und Triumphen, wie sie Hercules feiern konnte. Mehr als ein Jahr betrug die Drehzeit (von ein paar Pausen abgesehen; dazu kommen bereits große Teile des Drehs von PIRATES OF THE CARIBBEAN 3), großteils in der Karibik. Das reichte aus, die zu allem entschlossene Besetzung und Crew – viele davon mit allen Wassern gewaschene Veteranen, die mehrere Dutzend Filme auf dem Buckel haben – die Parameter ihrer eigenen Erfahrungen neu definieren zu lassen.
„Ein derartiger Film ist natürlich Höhepunkt einer jeden Karriere“, merkt der ausführende Produzent Bruce Hendricks an, der zudem der Produktionspräsident von Walt Disney Pictures ist. „Auf die PIRATES OF THE CARIBBEAN-Filme trifft mehr als auf jeden anderen Film, an dem ich beteiligt war – und das sind mittlerweile immerhin mehr als 300 – zu, dass man zurückblickt und sich sagt: Wow, da haben wir echt was auf die Beine gestellt.“
„Es war, als würde man in den Krieg ziehen“, erinnert sich Eric McLeod, ebenfalls ein ausführender Produzent des Films. „Wir mussten Straßen an Orten bauen, wo noch niemals zuvor Filmkameras liefen, auf Bergen, im Dschungel, an Stränden. In Dominica hatten wir 500 Schauspieler und Crewmitglieder, die wir auf 80 verschiedene Hotels, Wohnkomplexe und Häuser verteilten. 150 Fahrer waren auf der ganzen Insel unentwegt damit beschäftigt, die Leute irgendwo abzuholen und hinzubringen. Es gab etwa 40 Buchhalter, die in Büros in Los Angeles, Mobile im Bundesstaat Alabama, St. Vincent, Dominica und Großbritannien arbeiteten und parallel mit sieben unterschiedlichen Währungen jonglieren mussten. Es war eine frei bewegliche Armee, die da zu befehligen war. Im Mittelpunkt steht natürlich, was vor den Kameras geschieht. Aber dahinter verbirgt sich ein massiver Unterstützungszirkel, damit all das wie am Schnürchen klappt.“
Der ernsthafte Teil der Vorbereitung für PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 und PIRATES OF THE CARIBBEAN 3 begann im Juni 2004. Nach Studium eines Drehbuchentwurfs von Elliott und Rossio wusste das Produktionsteam, dass ein einzelner Inseldrehort – wie beim ersten Film – nicht ausreichen würde. „Bei frühen Meetings mit Jerry, Gore, Ted und Terry bekamen wir ein Gefühl für die logistischen Herausforderungen, die uns erwarten würden“, erinnert sich Unit Production Manager Doug Merrifield, der diesen Posten schon bei FLUCH DER KARIBIK bekleidet hatte. „Dieses Mal würde St. Vincent als einziger Inseldrehort einfach nicht ausreichen. Uns war klar, dass wir auf mehreren Inseln filmen mussten. Wir hatten mehr Schiffe, um die wir uns kümmern mussten. Es wurde offenbar, dass wir es mit einem Road Movie zu tun haben würden. Wobei man einräumen muss, dass diese Straßen jeweils von gewaltigen Wassermassen getrennt sein würden. Beginnend mit dem späten Frühling oder frühen Sommer 2004 machten wir uns in der Karibik wieder auf der Suche nach geeigneten Locations.“
Die Piratenlager in Port Royal und Tortuga, die den Zuschauern aus FLUCH DER KARIBIK bekannt sein dürften, wurden von Rick Heinrichs neu entworfen und in der Wallilabou Bay von St. Vincent neu errichtet, wo man bereits den ersten Film gedreht hatte. Dominica, ein grünes und unberührtes Paradies mit langsam aufkeimenden Öko-Tourismus, gerade einmal 45 Kilometer lang und 25 Kilometer breit und von nur 71.000 Menschen bewohnt, diente mit seinen mit zahllosen Palmen bewachsenen Stränden, Dschungeln und Regenwäldern als Kulisse für eine ausgesprochen große Bandbreite von Locations. Auf den Bahamas wurde sowohl auf den Exumas und weiter im Norden der Inselkette auf Grand Bahama Island gedreht.
„Einige dieser Inseln verfügen nur über eine Handvoll Hotels, haben nicht allzu viele Restaurants, so gut wie keine Infrastruktur“, sagt der ausführende Produzent Chad Oman. „Gore hat einfach eine gewaltig große Vorstellungskraft und einen unempfindlichen Magen, dass er sich trotz aller Herausforderungen nicht von diesen Drehorten abbringen ließ. Man muss den Hut vor dem Studio ziehen, dass es sich auf all das eingelassen hat. Dick Cook, Nina Jacobson und Bruce Hendricks haben Gore und Jerry ziemlich viel Vertrauen entgegen gebracht.“
Während der geschäftigsten Phase der Vorproduktion von PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 arbeiteten mehr als 1000 Menschen in den unterschiedlichen Abteilungen in Los Angeles, London und der Karibik. Das war eine Anstrengung, die die Beschreibung „Synergie“ mehr als verdient hat: Die Talente von Künstlern und Handwerkern mussten nahtlos verbunden werden, um das Unmögliche möglich zu machen. Die Autoren Ted Elliott und Terry Rossio beließen es ebenfalls nicht dabei, ein vorzügliches Drehbuch abzuliefern und sich dann in den Urlaub zu verabschieden. Im Gegenteil: Sie schlossen sich der Produktion an und begleiteten sie zu jeder einzelnen Location, waren am Set immer ansprechbar und jederzeit bereit, Hand ans Drehbuch zu legen, um Details hinzuzufügen oder zu verbessern. „Der Grund, warum wir die Autoren mit dabei haben, liegt auf der Hand: Wir arbeiten mit einem ausgesprochen kreativen Regisseur und ebenso kreativen Schauspielern“, meint Jerry Bruckheimer. „Sie haben unentwegt ausgefallene Ideen, und Ted und Terry können diese Einfälle sofort in das Drehbuch einarbeiten, bevor es zum Dreh kommt. Und natürlich kommt es vor, dass man neue Dinge und Nuancen findet, während man arbeitet. Ted und Terry sind völlig unkompliziert. Sie sind gerne beim Dreh dabei. Und sie arbeiten blitzschnell.“
Während der Dreharbeiten gingen Bruckheimer, Verbinski, Elliott und Rossio das Drehbuch mit dem Ernst von Talmud-Gelehrten gnadenlos Szene für Szene noch einmal durch, was womöglich überraschend wirkt, wenn man bedenkt, wie ausgelassen der Humor der PIRATES-Filme ist. „Es gibt keine schwerere Last als großes Potenzial“, seufzte Ted Elliott während des Drehs in der Karibik und zitierte damit den großen amerikanischen Philosoph Charlie Brown. Den Filmemachern war voll bewusst, wie groß die Erwartungen für die neuen PIRATES-Filme waren. Und sie waren wild entschlossen, sich nicht vor den Aufgaben wegzuducken.